Anselm Franz von Ingelheim
Anselm Franz von Ingelheim (* 12. November 1683; † 1749) war Fürstbischof von Würzburg. Seine Amtszeit dauerte von 1746 bis zu seinem Tod 1749. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Friedrich Karl von Schönborn zeigte Anselm Franz keinerlei künstlerisches Interesse. Er entließ alle Künstler des Hofes. Auch Balthasar Neumann musste seine Stelle als Baudirektor verlassen. Lediglich der Auftrag zum Neubau einer Kapelle auf dem Nikolausberg (Käppele) wurde ihm noch übertragen. Der Fürstbischof förderte die Marienwallfahrt dort durch die Einrichtung regelmäßiger Gottesdienste. Anselm Franz zeigte sich in seiner Außenpolitik kaiserfreundlich und führte während seiner Amtszeit Reformen an der Universität durch. Dienste am Hof, wie z.B. das Amt des Kammerpräsidenten, wurden gegen Geldzahlung veräußert.
Bereits zu Zeiten der Amtsübernahme war Anselm Franz gesundheitlich geschwächt. Animiert von Kurpfuschern und Scharlatanen galt sein großes Interesse alchemistischen Experimenten, mit denen er einerseits Gold machen und andererseits lebensverlängernde Elixiere herstellen wollte. Nach einem Unglück im Labor brannte die "Alte Kammer" (etwa am heutigen Standort des Gesandtenbaus) komplett ab. Anselm Franz von Ingelheim wurde wie seine Vorgänger im Dom bestattet, erhielt jedoch kein Grabdenkmal. Nachfolger im Amt wurde Carl Philipp von Greiffenclau.
[Bearbeiten] Siehe auch
Liste der Bischöfe des Bistums Würzburg
[Bearbeiten] Quellen
- Die Stadtgeschichtliche Abteilung des Mainfränkischen Museums Würzburg. Kataloge des Mainfränkischen Museums Band 17. 2003. ISBN 3-932461-22-3
- Marianne Erben: Das kleine Buch von der Würzburger Residenz. 3. Auflage, Echter-Verlag, Würzburg 1996. ISBN 3-429-01075-6
- Klaus Wittstadt: Würzburger Bischöfe 742-1979. Echter-Verlag, Würzburg 1979. ISBN 3-429-00628-7