Balthasar Neumann

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johann Balthasar Neumann (* 27. Januar 1687 in Eger; † 19. August 1753 in Würzburg) war ein bedeutender Baumeister des Barock und Rokoko. In Würzburg schuf er unter anderem die Residenz und das Käppele.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Biographie

Balthasar Neumann wurde als siebtes Kind des Tuchmachers Hans Christoph Neumann geboren. Sein Pate, der Stück- und Glockengießer Balthasar Platzer, erkannte früh das handwerklich-technische Talent des Jungen und nahm ihn in die Lehre. Nach Neumanns Wanderschaft als Geselle blieb er in Würzburg, wo er in der Gießhütte Ignaz Kopp tätig war. Auf Veranlassung des Ingenieurhauptmanns und Architekten Andreas Müller nahm Neumann Studien in Geometrie, Feldmesserei und Architektur auf. 1714 trat Neumann in den Dienst des Hochstifts Würzburg, nahm an der Eroberung Belgrads teil und wurde zum Ingenieurhauptmann ernannt. 1719 errichtete er sich ein kleines Wohnhaus in der Burkarderstraße.

Als 1719 Johann Philipp Franz von Schönborn Bischof wurde, plante dieser, seinen Sitz von der Festung in die Stadt zu verlegen. Er beauftragte Neumann mit Planungen der Residenz und weiterer baulicher Umgestaltungen in der Stadt. Bereits im Mai 1720 wurde der Grundstein des bedeutenden Schlossbaus der damaligen Zeit gelegt. Während die Residenz entstand reifte Neumann zum bedeutenden Baukünstler. Er errichtete sich auch ein neues stattliches Wohnhaus in der Kapuzinerstraße, zog wenig später aber in den Hof Oberfrankfurt in der Franziskanergasse 2 um. Dort ließ er später die "Neumannkanzel" erbauen: Eine erhöht auf dem Dach angebrachte Aussichtskanzel mit schmiedeeisernem Geländer, welche die Bombenangriffe von 1945 überstand und noch heute auf dem Gebäude zu sehen ist.

1724 wurde Neumann zum fürstlichen Artilleriemajor befördert. 1725 heiratete er Eva Maria Schild. Da sie Tochter eines Geheimen Rates aus Würzburg war, verbesserte Neumann damit auch seine Beziehungen zu den einflussreichen Familien des Hochstifts. Neumann plante und errichtete Bauwerke verschiedenster Art. Er war gleichermaßen im Schlossbau, im Kirchenbau, im bürgerlichen Bauwesen, der Militärarchitektur und der Stadtplanung tätig. Nachdem 1729 das Amt des Fürstbischofs auf Friedrich Karl von Schönborn übergegangen war, der Neumanns Baukunst sehr zu schätzen wusste, wurde Neumann mehrfach befördert und 1741 schließlich Obrigster der fränkischen Kreisartillerie. Im Zentrum seiner baulichen Tätigkeit stand weiterhin die Residenz. Darüber hinaus führt er die Aufsicht über zahlreiche Bauten der Hochstifte Würzburg und Bamberg (Festungen, Kirchenbauten, Straßen, Schlösser…). Auch lagen städtebauliche Planungen in seinem Aufgabenbereich. Er wirkte als Lehrer für Militär- und Zivilarchitektur an der Universität Würzburg, betrieb eine Glashütte und eine Spiegelschleiferei. Daneben begab er sich auf zahlreiche Reisen. Der Rohbau der Residenz kam derweil zur Vollendung, 1744 wurde das Richtfest begangen.

Balthasar Neumann erlangte großen Ruhm als Baukünstler, weit über die Landesgrenzen hinaus. Er verstarb 1753 und wurde in der Marienkapelle bestattet.

Balthasar Neumanns ältester Sohn Franz Ignaz von Neumann. war ebenfalls als Architekt in Würzburg tätig.

[Bearbeiten] Werke

Einige der bedeutenden Werke Balthasar Neumanns in Stadt und Landkreis Würzburg:

Stadt Würzburg:

Landkreis:

  • Pfarrkirche St. Andreas in Retzstadt (1726)
  • Tauberbrücke in Tauberrettersheim (1733)
  • Pfarrkirche St. Laurentius in Retzbach (1736-38)
  • Umbau des Klosters Oberzell in Zell am Main (1744-60)
  • Gartenpavillon in Randersacker (ca. 1750)
  • Schloss Veitshöchheim (1753)

[Bearbeiten] Namenspatenschaften

In Stadt und Landkreis Würzburg sind/waren nach Balthasar Neumann benannt:

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

  • Würzburger Portraits. Lebensbilder von 95 berühmten Würzburgern. Hrsg.: Heinz Otremba, Echter-Verlag, Würzburg 1982. ISBN 3-429-00778-x