Buchnersches Palais

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Buchnersches Palais (1913)

Das Buchnersche Palais war ein repräsentativer Bau der Würzburger Ringstraßenarchitektur mit Neorenaissance-Fassade. Es befand sich an der Stelle des heutigen C&A zwischen Kaiser- und Bahnhofstraße, neben dem Kaisergärtchen.

Entstehung[Bearbeiten]

Das Buchnersche Palais wurde 1877 von Carl Buchner, Mitinhaber der seit 1866 bestehenden Baufirma Friedrich Buchner [1], als Familienpalais errichtet. Es diente als repräsentativer Geschäfts- und Wohnsitz. Das Gebäude zwischen der Kaiser- und Bahnhofstraße wurde aus der Linie der Ringstraßenarchitektur etwas nach hinten versetzt und schuf damit Raum für das Kaisergärtchen. Beidseitig dieser Grünfläche wurden die Kopfbauten der angrenzenden Bauzeilen am Hauger- und Röntgenring symmetrisch gestaltet. So entstand im Gesamtbild ein repräsentativer Stadteingang und ein baulicher Gegenpart zum neuen Bahnhof. 1921 eröffnete die Deutsche Bank im Buchnerschen Palais ihre erste Würzburger Filiale.

Wiederaufbau nach 1945[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg brannte das Gebäude aus, die Bausubstanz blieb jedoch großteils erhalten. Banken hatten mit dem Wohnbau Priorität beim Wiederaufbau, so erfolgte der Aufbau des Palais bereits in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Der Fassadenaufriss wurde beibehalten, bei der Neugestaltung wurde jedoch das Mezzaningeschoss mit seinen Rundbogenfenstern wurde bis auf die drei Mittelfenster abgetragen. Das ehemals relativ flache Metalldach wurde nun steiler angelegt und mit Gauben versehen. Ansonsten war der mehrgeschossige Bau auf seinem zwei Stockwerke umfassenden Sockel und mit seinen drei Risaliten erhalten geblieben.

Heutiges C&A-Bekleidungshaus

Abriss[Bearbeiten]

1971 zog die Deutsche Bank in ein neues Gebäude an der Juliuspromenade und gab damit den Sitz am Kaiserplatz auf. Mit dem Auszug der Deutschen Bank wurde dieses bedeutende Beispiel gründerzeitlicher Architektur in Würzburg aufgegeben. Der Bau wurde reinem Wirtschaftlichkeitsdenken geopfert. Mit dem bereits 1966 genehmigten Abbruch war die Auflage verbunden gewesen, den Neubau jedenfalls als Schlussbau zu errichten, d.h. mit Seitenrisaliten und zurückgesetztem Mittelteil, was - so die städtischen Behörden - „letzter Rest einer Ehrenhofgliederung„ [2] darstellen sollte. Daraufhin erfolgte in kurzer Zeit die Entscheidung zum Abbruch und funktionellen Neubau auf dem Grundstück. Die Entscheidung des Stadtrats löste aber auch Proteste in der Bevölkerung und den Medien aus. 1971 fand der Abbruch statt. Die heutige Fassade des Gebäudes, das 1972 so vom Baukunstbeirat genehmigt worden war und 1973 fertiggestellt wurde, erinnert nur noch vage an das ursprüngliche Konzept. Hier ist die horizontale Gliederung bestimmend; die Aufteilung der Wandflächen, die mit Rotsandsteinplatten verkleidet wurden, und die Fensterpartien unterlagen keinem symmetrischen Grundgedanken.

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Annelies Buchner, Walter Buchner und Mathias Wiedemann: Architekten, Ingenieure, Baumeister, Kaufleute - 120 Jahre Bauunternehmung Friedrich Buchner, Würzburg 1866 - 1986, Verlag Karl Hart, Volkach (1986 und) 2001
  2. Fränkisches Volksblatt 18. Januar 1968

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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