Burkarder Umlaufkanal

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Der Teich am ehemaligen Umlaufkanal mit Grabenbrücke
Eingang zum Tunnel des ehemaligen Umlaufkanals

Der Burkarder Umlaufkanal bot in früherer Zeit Schiffen auf dem Main die Umgehungsmöglichkeit einer Muschelkalkstufe. Er wurde um 1950 aufgefüllt.

Nahe der Alten Mainbrücke besteht im Main eine etwa 1,20 Meter hohe Muschelkalkstufe. Seit 1644 staut hier das Streichwehr den Main zum Antrieb der unteren Mainmühle. Für die Lastkähne und Fischerboote war es sehr mühselig, diese Stufe am Nadelwehr zu überwinden. Oft musste die Ladung unterhalb aus- und oberhalb wieder eingeladen werden.

Balthasar Neumann erhielt den Auftrag, im Zuge der barocken Neubefestigung der Stadt einen Seitenkanal zur Umgehung der Stufe zu errichten. Der von hohen Befestigungsmauern gesäumte Graben verlief durch das Mainviertel und machte den Bereich um die Burkarder Kirche zu einer Halbinsel. Unmittelbar südlich der Burkarder Bastion zweigte der Kanal ab und verlief unterhalb der Bastion zunächst durch einen Tunnel bis zum Altbau des Frauenzuchthauses. Für den geradlinigen Verlauf nach Norden war der alte Westchor der Burkarder Kirche und einer der Türme abgerissen worden. Die Kanalmühle, die ab 1676 betrieben wurde verfügte auch über ein Pumpwerk zur Wasserversorung der umgebenden Häuser und Betriebe. Im Anschluss an die Mühle befand sich eine 50 m lange Schleusenkammer. Danach bog der Kanal wieder schräg zum Main ab, in diesem Bereich war die bischöfliche Schönfärberei angesiedelt. Im Kanal wurden die Stoffe ausgespült, was eine wechselnde Farbgebung des Mainwassers mit sich brachte. Johann Baptist Mahler erwarb die Färberei 1798. 1907 ging sie an Otto Pritzl über, der hier ein "Etablissement für Färberei und chem. Reinigung" betrieb. Die Mündung in den Main befand sich schließlich unmittelbar vor der Tivolibastion.

Im Kanal konnten die Kähne nicht durch Leinereiter gezogen werden. Zur Fortbewegung waren die Schiffer allein auf Floßstangen angewiesen. 1892 wurde eine Kammerschleuse direkt am Main errichtet. Teilweise wurde der Umlaufkanal aber weiterhin von den Fischern genutzt. Als in der Nachkriegszeit der Main zur Großschifffahrtsstraße ausgebaut und die neue Schleuse angelegt wurde entschloss man sich, den Kanal aufzufüllen und zu überbauen. Im Zulaufbereich vor dem Burkarder Tor kann man heute noch den ehemaligen Tunneleingang erkennen. Die hier verbliebene Wasserfläche wurde als Teich mit Seerosen und Goldfischen bestückt, dazu errichtete man ein rechteckiges Brunnenfundament mit seitlichen Wasserstrahlern. Die öffentliche Grünanlage wird von der alten Grabenbrücke überspannt, welche direkt zum Burkarder Tor führt.

[Bearbeiten] Quellen

  • Jörg Lusin: Würzburg, wie es früher war. Band 1. Mainpresse Zeitungsverlagsgesellschaft mbH & Co, Würzburg 1999
  • Werner Dettelbacher: Würzburg, eine Stadt der Brunnen. Echter Verlag, Würzburg 1985