Clemens Anton Lünenschloß

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Clemens Anton Lünenschloß (* 13. August 1678 in Düsseldorf; † 5. Oktober 1763 in Würzburg [1]) war ein Maler des Barock.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

1697/98 absolvierte Clemens Anton Lünenschloß zunächst eine Lehre bei Gaspar van Opstal in Antwerpen und dem Kabinettmaler Jan Frans van Douven [1]. Anschließend schickte ihn der Pfälzer Kurfürst Johann Wilhelm zur weiteren Ausbildung 1703 nach Italien. Nach einem Aufenthalt in Venedig kam Lünenschloß 1703 nach Rom. Dort besuchte er bis 1709 die Zeichenakademie auf dem Kapitol, an der er 1706 einen ersten Preis im Zeichnen errang. Von 1710 bis 1717 hielt sich Lünenschloß in Neapel auf und ging dann nach seinem 18-jährigen Italienaufenthalt nach Heidelberg, wo Karl III. Philipp von der Pfalz, der Bruder seinen Gönners Johann Wilhelm († 1716) residierte. Eine erhoffte Anstellung als Maler scheiterte aufgrund der Übersiedlung des Hofes nach Mannheim. Ab 1719 ist Lünenschloß in Würzburg nachweisbar. [2] Von 1719 bis 1720 arbeitete Lünenschloß mehrfach in Fulda.

Maler in Würzburg[Bearbeiten]

Wie einige Entwürfe im Martin-von-Wagner-Museum zeigen, zog ihn der neue Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn für die Innenausstattung der Residenz heran. [3] Daneben fertigte er auch Altarblätter für St. Gertraud (1720) und St. Peter und Paul (1719 und 1720) sowie ein Deckenfresko für den Kaisersaal in Ebrach (1722). 1722 heiratete Lünenschloß. Im Domdechanten und späteren Fürstbischof Christoph Franz von Hutten fand er einen Mäzen und stand während dessen Regierungszeit am Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn. 1725 wurde er Titularkammerdiener und zu allen bedeutenden Aufträgen herangezogen. In den dreißiger und vierziger Jahren des 18. Jahrhunderts wurde er zwar noch von Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn mit Aufträgen bedacht, der Künstlerkreis um den Fürstbischof sah Lünenschloß aber kaum mehr als ebenbürtig an. Anfänglich war er zur Mitarbeit an den Deckenfresken der Hofkirche ausersehen, wird hier von Johann Rudolf Byss allerdings vollständig ausgeschaltet. [1]

Unter Fürstbischof Anselm Franz von Ingelheim geriet die Kunst von Clemens Anton Lünenschloß vollkommen aus der Mode. Am 5. Oktober 1763 starb Lünenschloß im Alter von 85 Jahren in Würzburg.

Werke[Bearbeiten]

Werke in Würzburg[Bearbeiten]

  • St. Peter und Paul: Seitenaltarbilder „Martyrium des Heiligen Laurentius” (1719) und „Mariae Himmelfahrt” (1720)
Bei der Planung des Westportals zieht Jakob van der Auwera den Entwurf von Lünenschloß heran, der drei Jahre älter ist als ein ebenfalls existierender Entwurf von Claude Curé, vielleicht geschieht dies auch auf Geheiß des Fürstbischofs Johann Philipp Franz von Schönborn, und bringt wohl auch durch seinen Sohn Johann Georg Wolfgang van der Auwera Gedanken des Curés mit ein. [4]
  • Museum am Dom: Engelssturz; Ölmalerei auf Leinwand; 330 cm x 178 cm (1724) [2]
  • Alte Mainbrücke: Entwurf von zwölf Figuren im Auftrag des Fürstbischofs Christoph Franz von Hutten (1725). Nach diesen Plänen entstanden bis zum Tod des Fürstbischofs die Figuren der Südseite. Die Entwürfe für die Nordseite wurden nicht umgesetzt, da der nachfolgende Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn hierfür andere Heilige auswählte.
  • Residenz: Entwürfe der Reliefs „Justitia“ und „Pax“ für die Reliefs der Giebelfelder des Nordblocks (1726). Die Ausführungen stammen wieder von Jakob van der Auwera.
Bei den Reliefs der Giebelfelder des Nordblocks an der Residenz ist die Mitwirkung des Lünenschloß gesichert, da sich von ihm signierte, mit der Ausführung übereinstimmende Zeichnungen im Martin-von-Wagner-Museum erhalten haben. Das Blatt „Justitia“ mit der Ideenskizza ist datiert „12 Mai 1726 finito il disegno“. Die Ausführungszeichnung dürfte ebenfalls vom 12. Mai 1726 stammen, da Auwera den Auftrag für die Ausführung bereits am 28. Mai 1726 erhielt. Die Ideenskizze für die Allegorie der „Pax“ ist datiert „6 Mai 1726“, der Ausführungsentwurf mit „1726“. Im Ausführungsentwurf tragen die Putto zu seiten der „Pax“ lediglich anstelle der Palmwedel ein Füllhorn. [4]


Werke außerhalb Würzburgs[Bearbeiten]

  • Koster Ebrach, Deckenfresko im Kaisersaal (1722)
  • Fahr am Main: Katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer mit einem Hochaltarblatt, das den Kirchenpatron darstellt, der Jesus im Jordan tauft. (um 1720)

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Der Würzburger Hofmaler Clemens Anton Lünenschloß (1678-1763). Sondergabe des Vereins von Mainfranken für das Jahr 1939. Buchdruckerei Richard Mayr, Würzburg 1939
  • Eckhard Mainka: Die künstlerische Beziehung des Hofmalers Clemens Anton Lünenschloß zum Hofbildhauer Jacob van der Auwera während der Regentschaft des Fürstbischofs Christoph Franz von Hutten in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst Band 32, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. 1980, S. 146-153
  • Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, Band 1; Band 3, Hrsg.: Max Spindler, Andreas Kraus, S. 1343

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Richard Sedlmaier und Rudolf Pfister: Die Fürstbischöfliche Residenz zu Würzburg. München 1923, Textband S. 184 ff.
  2. Stadtarchiv Würzburg Akt 1107 vom November 1719
  3. Martin-von-Wagner-Museum, Inventar Nr. 6037, 6049, 6159 und 7052
  4. 4,0 4,1 Eckhard Mainka: Die künstlerische Beziehung des Hofmalers Clemens Anton Lünenschloß zum Hofbildhauer Jacob van der Auwera während der Regentschaft des Fürstbischofs Christoph Franz von Hutten in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst Band 32, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. 1980, S. 147 f.