Der Name Würzburg

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Zur Entstehung und wörtlichen Bedeutung des Namens „Würzburg“ gibt es verschiedenen Ansätze. Nach einer Übersicht der historisch verwendeten Namensformen werden hier mehrere sprachliche Deutungen genannt.

Historische Namensformen[Bearbeiten]

  • um 700 erwähnt ein Geograph von Ravenna eine Ansiedlung namens Uburzis. Laut Sprachhistorikern ist dies zu lesen als Wurziburg (Ub als germanisches W und das Endkürzel s als burg).
  • 704 in einer Echternacher Urkunde: in castello Virteburch (erste gesicherte urkundliche Erwähnung)

Sprachlich verschob sich nachfolgend das t zum z.

  • z.B. 742 in der Urkunde zur Gründung des Bistums Würzburg: Wirzaburg; in der „Passio minor sancti Kiliani“: Wirciburc.
  • 779 in der lateinischen „Würzburger Markbeschreibung“: marcha Uuirziburganensium (Mark der Würzburger)
  • 779 in der deutschen Markbeschreibung: Marchia ad Vvirziburg (Mark zu Würzburg)

Ab dem 11. Jahrhundert erfolgt eine typische mittelalterliche Lautverschiebung von i zu ü.

  • In der Folge Nennung als Würzeburg und später Würtzburg. Daneben finden sich bis ins 18. Jahrhundert noch Schreibweisen wie „Wirceburg“ (als deutsch-lateinisches Adjektiv „Wirceburgensis“), „Wirzburg“ und „Wirtzburg“. [1]
  • Herbipolis ist eine latinisierte Form von Würzburg (wörtliche Übertragung Wurz=Herba und Stadt=Polis). Sie taucht erstmals im 10., häufig ab dem 11. Jahrhundert in Quellen auf.
  • Ab 1376 ist die heutige Form Würzburg gängig.
  • Im 18. Jahrhundert wird auch der Namen Artaunum oder Arctaunum mit Würzburg in Verbindung gebracht, die eindeutige Zuordnung ist aber nicht gesichert.

Wortbedeutung[Bearbeiten]

Der Bestandteil burg leitet sich nach der Bedeutung Stadt/Burg her und geht auf die bereits sehr frühe Befestigung auf dem Marienberg zurück. Der Name ging später von der Burg auf die zugehörige Ansiedlung über. Für die Herleitung des Bestandteils Wirz/Würz gibt es mehrere Ansätze.

  • Stadt der Kräuter: Naheliegend erscheint eine direkte Ableitung über das althochdeutsche Wort wurz (= Kraut, Gewürz). Joseph Schnetz zum Beispiel gibt als Bedeutung von wirziburg „Stadt auf dem kräuterreichen Platz“ an.
  • wirc oder wirt könnte auch auf das keltische Wort werz für „Jungfrau“ zurückgehen. Möglicherweise befand sich an der Stelle der keltischen Fliehburg bereits ein Heiligtum einer keltischen Göttin.
  • Ebenfalls auf die keltische Sprache führt Wilhelm Obermüller (1868) den Namen zurück: urzi hergeleitet aus keltisch uird für Berg, steile Höhe.
  • Heinz Willner leitet den Bestandteil Virt von einem keltischen Männernamen virtus mit der Bedeutung Tugend, Mannhaftigkeit, Tüchtigkeit her. Dies könnte heißen, dass auf dem Marienberg ein keltischer Landesherr ansässig war und der Burg ihren Namen gab. Würzburg wäre dann mit „Burg des Landesherrn“ zu übersetzen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karlheinz Bartels: Die Würzburger Pharmakopöen, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 25 (2006), S. 75-112, S. 90

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert Richard Wolf: Der Name Würzburg. In: Geschichte der Stadt Würzburg. Band I. Hrsg.: Ulrich Wagner. Theiss, Stuttgart 2001. S. 489 f.
  • Würzburg-Herbipolis. Stadt der Gärten, der Pflanzen und des Weins. Hrsg.: Franz-Christian Czygan, Ulrike Bausewein, Johannes Gottfried Mayer. Schnell&Steiner, Regensburg 2009. Kapitel „Zum Namen Würzburg"
  • Heinz Willner: Der Name Würzburg. Sonderdruck aus Frankenland. Zeitschrift für Fränkische Landeskunde und Kulturpflege. Heft 2. April 1999. Verlag Frankenbund Würzburg. (Stadtbücherei Dok Wil)