Dom St. Kilian

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Die Frontansicht des Doms

Der Dom St. Kilian, oft auch Kiliansdom, ist eine römisch-katholische Kirche in der Innenstadt. Sie ist dem Heiligen Kilian geweiht. Der Dom ist die Bischofskirche des Bistums Würzburg (bis 1803: Fürstbistum). Er wurde in den Jahrzehnten nach 1040 errichtet und nach massiven Kriegsschäden seit 1945 wieder renoviert. Mit einer Gesamtlänge von 105 Metern ist er das viertgrößte romanische Kirchengebäude Deutschlands und zählt zu den eindrucksvollen Monumenten der Salier-Zeit.

Aktuell: Wegen Renovierung des Innenraums bleibt der Dom vom 25. Juli 2011 bis voraussichtlich Advent 2012 geschlossen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Zeit Ereignis
etwa 750 Bischof Burkard wählt die bestehende Marienkirche zur vorläufigen Kathedralkirche.
787/788 Bischof Berowelf weiht den ersten Dom an der Stelle des heutigen Neumünsters auf den Namen "Christus Salvator". In der damaligen Zeit zählte dieser Bau zu den größten Kirchenbauten.
05.06.855 Der Dom brennt nach einem Blitzschlag nieder. Die Mauern stürzen Tage später nach einem Unwetter ein. Bischof Arn lässt daraufhin einen dreischiffigen Dom bauen
918 brennt der Arn´sche Dom ab
1040 beginnt unter Bischof Bruno der Neubau, sein Plan ist vom Dom in Speyer inspiriert
16.06.1045 Weihe der Krypta durch Erzbischof Bardo von Mainz
1075 wird der Bau unter Bischof Adalbero abgeschlossen.
1133 Bischof Embricho lässt den Bau von Baumeister Enzelin erneuern und umbauen. Die Westtürme werden erhöht und der Chor wird umgestaltet.
1187/1188 werden unter Bischof Gottfried von Spitzenberg zum Abschluss der Erneuerungsrbeiten drei Altare geweiht.
1255 Umbaumaßnahmen an der Ostseite (Chor) und Vollendung der Osttürme unter Bischof Hermann von Lobdeburg
1500 beginnt die Umgestaltung der Seitenschiffe. Erneuerungen von Teilen in spätgotischem Stil
um 1600 Umgestaltung des Innenraumes (figuraler Schmuck, neue Gemälde)
1610 wird die vom Stadtrat beantragte und von Bildhauer Michael Kern geschaffene Kanzel aufgestellt.
1701 beginnt unter Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau Umbaumaßnahmen im barocken Stil. Die Ausstuckierung durch Pietro Magno.
um 1750 wird durch Planung Balthasar Neumann der Klerikerchor abgesenkt und die Sakristeien sowie die Schönbornkapelle gebaut.
1879-1895 wird die Westfront wird neuromanisch umgestaltet
16. März 1945 wird ein Großteil des Doms durch Fliegerbomben, dem Bombardemt im 2. Weltkrieg auf Würzburg, zerstört. Nur Vierung, Querschiff und Chorraum bleiben erhalten.
1945-1960 Bergung erhaltener Kunstwerke, Sicherung der Bausubstanz und Wiederherstellung der Außenmauern. In dieser Zeit die Verblendung der neoromanischen Westfassade mit Bimssteinen.
1967 Beendigung des Wiederaufbaus. Es entstand, durch die Wiederherstellung welche in diesen Jahr abgeschlossen wurde eine gelungene, wenn auch umstrittene, Kombination von größtenteils romanischen, modernen und barocken Elementen.
1987 erfolgte die Umgestaltung des Chorraums durch Hubert Elsässer.
1971-1975 tagte im Dom die Würzburger Synode. Kardinal Döpfner will hier die Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils für Deutschland umsetzen.
2006 Renovierung der Außenfassade. Freilegung der neoromanische Westfassade mit Fensterrose, dreigliedriger Galerie und Uhrenöffnung, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit Bimsstein verblendet wurden. Der Dom erhielt auch einen helleren Anstrich.
2008 erklangen am Fronleichnamstag erstmals, nach Einbau eines Zimbelgeläutes mit acht kleinen Glocken sowie drei weiterer Glocken das größte Kirchengeläute Deutschlands mit 20 Glocken. [1]

[Bearbeiten] Glocken

Der Dom verfügt über 12 große Glocken, seit 2008 ergänzt um acht kleine Zimbelglocken. Die älteste Glocke ist die Lobdeburg-Glocke aus dem Jahr 1257. Sie wurde vom Domkapitel gestiftet, hat einen Durchmesser von 127 cm, eine Höhe von 170 cm und wiegt 1386 kg. Gestimmt ist sie auf den Ton es'. Sie hängt im Südwestturm der Kirche. Nach der Katharinenglocke in St. Burkard ist sie die zweitälteste Kirchenglocke der Stadt.[2]

Die Lobdeburg-Glocke hat als einzige Domglocke die Bombenangriffe von 1945 überstanden. Alle anderen Glocken sind damals geschmolzen. 1965 wurden neue Glocken für die Bischofskirche gegossen[3].

Unter den zerstörten Glocken befand sich auch die älteste Glocke Deutschlands: die 1220 installierte Heinle-Glocke. Sie musste durch den Fürstbischof bei der Beerdigung seines Vorgängers drei Mal geläutet werden. Heinle (Gevatter Hein = alter Name für den personifizierten Tod) sollte dadurch den neuen Amtsträger an seine eigene Sterblichkeit erinnern.

Im Jahr 1484 befanden sich im Dom insgesamt 13 Glocken mit folgenden Namen: Margel, Brennkatze, Pfarrerin, Betglocke, Benedikta, Weinglocke, Uhrglocke, Hähnlein (Heinle), Schelle (2x), Chorglocke, Vierte, Standauf[4].

[Bearbeiten] Bildergalerie

[Bearbeiten] Krypta

In der zweiten Bauphase von 855 bis 892 entstanden unter Bischof Arno der Chor mit der darunter liegenden Krypta. Besonderheit: ein Ziehbrunnen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Hanswernfried Muth: Der Dom zu Würzburg, Echter-Verlag, Würzburg 1968, 71 S.
  • Heinz Geist u. a.: Sakrament des Weges. Fastenpredigten im Kiliansdom zum Eucharistischen Jahr, Diözese, Würzburg 2005

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.br-online.de/bayern/feste-und-feiern/fronleichnam-kiliansdom-glockengelaeut-ID1211369682328.xml
  2. Peter Moser: Würzburg. Geschichte einer Stadt. Babenberg Verlag, Bamberg 1999. ISBN 3-933469-03-1
  3. Information auf dom-wuerzburg.de
  4. Peter Moser: Würzburg. Geschichte einer Stadt. Babenberg Verlag, Bamberg 1999. ISBN 3-933469-03-1, S. 98

[Bearbeiten] Kartenausschnitt

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