Dom St. Kilian
Der Dom St. Kilian, oft auch Kiliansdom, ist eine römisch-katholische Kirche in der Altstadt. Sie ist dem Heiligen Kilian geweiht. Der Dom ist die Bischofskirche des Bistums Würzburg (bis 1803: Fürstbistum). Er wurde in den Jahrzehnten nach 1040 errichtet und nach massiven Kriegsschäden seit 1945 wieder renoviert. Mit einer Gesamtlänge von 105 Metern ist er das viertgrößte romanische Kirchengebäude Deutschlands und zählt zu den eindrucksvollen Monumenten der Salier-Zeit.
[Bearbeiten] Domführungen
- Führungen für Einzelgäste
Vom 2. April bis 31. Oktober im Anschluss an die Mittagsmeditation "5 nach 12 im Dom" gegen 12.20 Uhr an der Theke der "besucherinfo". Einstündige Führung (Preis 3 EURO pro Person).
- Führungen für Gruppen
Montag und Mittwoch über das Büro der Dombesucherpastoral (Alexandra Eck). Telefon 0931/386-62 870; E-Mail: alexandra.eck@bistum-wuerzburg.de.
- Aktuelle Informationen zu den Domführungen finden Sie hier.
[Bearbeiten] Geschichte
| Zeit | Ereignis | |||
| etwa 750 | Bischof Burkard wählt die bestehende Marienkirche zur vorläufigen Kathedralkirche. | |||
| 787/788 | Bischof Berowelf weiht den ersten Dom an der Stelle des heutigen Neumünsters auf den Namen "Christus Salvator". In der damaligen Zeit zählte dieser Bau zu den größten Kirchenbauten. | |||
| 05.06.855 | Der Dom brennt nach einem Blitzschlag nieder. Die Mauern stürzen Tage später nach einem Unwetter ein. Bischof Arn lässt daraufhin einen dreischiffigen Dom bauen | |||
| 918 | brennt der Arn´sche Dom ab | |||
| 1040 | beginnt unter Bischof Bruno der Neubau, sein Plan ist vom Dom in Speyer inspiriert | |||
| 16.06.1045 | Weihe der Krypta [1] durch Erzbischof Bardo von Mainz | |||
| 1075 | wird der Bau unter Bischof Adalbero abgeschlossen. | |||
| 1133 | Bischof Embricho lässt den Bau von Baumeister Enzelin erneuern und umbauen. Die Westtürme werden erhöht und der Chor wird umgestaltet. | |||
| 1187/1188 | werden unter Bischof Gottfried von Spitzenberg zum Abschluss der Erneuerungsrbeiten drei Altare geweiht. | |||
| 1255 | Umbaumaßnahmen an der Ostseite (Chor) und Vollendung der Osttürme unter Bischof Hermann von Lobdeburg | |||
| 1500 | beginnt die Umgestaltung der Seitenschiffe. Erneuerungen von Teilen in spätgotischem Stil | |||
| um 1600 | Umgestaltung des Innenraumes (figuraler Schmuck, neue Gemälde) | |||
| 1610 | wird die vom Stadtrat beantragte und von Bildhauer Michael Kern geschaffene Kanzel aufgestellt. | |||
| 1701 | beginnt unter Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau Umbaumaßnahmen im barocken Stil. Die Ausstuckierung durch Pietro Magno. | |||
| um 1750 | wird durch Planung Balthasar Neumann der Klerikerchor abgesenkt und die Sakristeien sowie die Schönbornkapelle gebaut. | |||
| 1879-1895 | wird die Westfront wird neuromanisch umgestaltet | |||
| 16. März 1945 | wird ein Großteil des Doms durch Fliegerbomben, dem Bombardemt im 2. Weltkrieg auf Würzburg, zerstört. Nur Vierung, Querschiff und Chorraum bleiben erhalten. | |||
| 1945-1960 | Bergung erhaltener Kunstwerke, Sicherung der Bausubstanz und Wiederherstellung der Außenmauern. In dieser Zeit die Verblendung der neoromanischen Westfassade mit Bimssteinen. | |||
| 1967 | Beendigung des Wiederaufbaus. Es entstand, durch die Wiederherstellung welche in diesen Jahr abgeschlossen wurde eine gelungene, wenn auch umstrittene, Kombination von größtenteils romanischen, modernen und barocken Elementen. | |||
| 1987 | erfolgte die Umgestaltung des Chorraums durch Hubert Elsässer. | |||
| 1971-1975 | tagte im Dom die Würzburger Synode. Kardinal Döpfner will hier die Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils für Deutschland umsetzen. | |||
| 2006 | Renovierung der Außenfassade. Freilegung der neoromanische Westfassade mit Fensterrose, dreigliedriger Galerie und Uhrenöffnung, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit Bimsstein verblendet wurden. Der Dom erhielt auch einen helleren Anstrich. | |||
| 2008 | erklangen am Fronleichnamstag erstmals, nach Einbau eines Zimbelgeläutes mit acht kleinen Glocken sowie drei weiterer Glocken das größte Kirchengeläute Deutschlands mit 20 Glocken. [1] | |||
| 25. Juli 2011 - 2. Dezember 2012 | Wegen Renovierung des Innenraums bleibt der Dom für über ein Jahr geschlossen. | |||
[Bearbeiten] Glocken
Der Dom verfügt über 12 große Glocken, seit 2008 ergänzt um acht kleine Zimbelglocken. Die älteste Glocke ist die Lobdeburg-Glocke aus dem Jahr 1257. Sie wurde vom Domkapitel gestiftet, hat einen Durchmesser von 127 cm, eine Höhe von 170 cm und wiegt 1386 kg. Gestimmt ist sie auf den Ton es'. Sie hängt im Südwestturm der Kirche. Nach der Katharinenglocke in St. Burkard ist sie die zweitälteste Kirchenglocke der Stadt. [2]
Die Lobdeburg-Glocke hat als einzige Domglocke die Bombenangriffe von 1945 überstanden. Alle anderen Glocken sind damals geschmolzen. 1965 wurden neue Glocken für die Bischofskirche gegossen [3].
Unter den zerstörten Glocken befand sich auch die älteste Glocke Deutschlands: die 1220 installierte Heinle-Glocke. Sie musste durch den Fürstbischof bei der Beerdigung seines Vorgängers drei Mal geläutet werden. Heinle (Gevatter Hein = alter Name für den personifizierten Tod) sollte dadurch den neuen Amtsträger an seine eigene Sterblichkeit erinnern.
Im Jahr 1484 befanden sich im Dom insgesamt 13 Glocken mit folgenden Namen: Margel, Brennkatze, Pfarrerin, Betglocke, Benedikta, Weinglocke, Uhrglocke, Hähnlein (Heinle), Schelle (2x), Chorglocke, Vierte, Standauf [4].
[Bearbeiten] Bildergalerie Außenansichten
Kiliansplatz und Nordseite
[Bearbeiten] Bildergalerie Innenansichten
(Nach der Renovierung von 2011/2012)
Das Chorbogenkreuz mit den Evanglistensymbolen [5] von Gerhard Heinrich Bücker (1983) trägt einen lebensgroßen italienischen Christuscorpus (um 1300).
[Bearbeiten] Krypta
In der zweiten Bauphase von 855 bis 892 entstanden unter Bischof Arno der Chor mit der darunter liegenden Krypta. Besonderheit: ein Ziehbrunnen.
[Bearbeiten] Bildergalerie Krypta
(Nach der Renovierung von 2011/2012)
Blick auf das Grab des Heiligen Bruno
Grab von Bischof Josef Stangl im zweischiffigen nördlichen Raum der Krypta
[Bearbeiten] Bildergalerie Gedenktafeln, Denkmale, Grabplatten, Grabmale und Epitaphien
(Nach der Renovierung von 2011/2012)
Grabmal für Bischof Gottfried von Spitzenberg
Grabmal für Bischof Manegold von Neuenburg
Grabmal für Bischof Wolfram von Grumbach
Grabmal für Bischof Rudolf II. von Scherenberg
Grabmal für Bischof Lorenz von Bibra
Grabmal für Bischof Julius Echter von Mespelbrunn
Epitaph für Bischof Johann Gottfried von Aschhausen
Grabmal für Bischof Otto II. von Wolfskeel
Grabmal für Bischof Johann II. von Brunn
Grabmal für Bischof Gottfried IV. Schenk von Limpurg
Grabmal für Bischof Melchior Zobel von Giebelstadt
Grabmal für Bischof Friedrich von Wirsberg
Grabmal für Bischof Ferdinand von Schlör
Grabmal für Bischof Johann III. von Grumbach
Denkmal für Bischof Christoph Franz von Hutten
Denkmal für Bischof Georg Karl von Fechenbach
Grabmal für Bischof Adam Friedrich Groß zu Trockau
Grabmal für Bischof Adam Friedrich von Seinsheim
Grabplatte für Domdekan Peter von Aufseß
Grabplatte für Generalvikar und Domdekan Johann von Guttenberg
Grabplatte für Erasmus Neustetter
Grabplatte für für den Domdekan Johann Konrad Kottwitz von Aulenbach
Grabplatte für Bischof Melchior Zobel von Giebelstadt
Grabplatte für Bischof Konrad II. von Thüngen
Grabplatte für Bischof Konrad III. von Bibra
Grabplatte für Bischof Lorenz von Bibra
Epitaph für Erasmus Neustetter
Gedenktafel für Bischof Matthias Ehrenfried
Grabplatte für Bischof Josef Stangl
Grabmal für Bischof Franz Ludwig von Erthal
Grabmal für Bischof Georg Anton von Stahl
Grabmal für Bischof Johann Valentin von Reißmann
Gedenktafel für Bischof Franz Joseph von Stein
Grabmal für Bischof Konrad III. von Bibra
Epitaph für den Domdekan Johann Konrad Kottwitz von Aulenbach
Grabmal für Bischof Gerhard von Schwarzburg
Epitaph für Bischof Konrad II. von Thüngen
[Bearbeiten] Literatur
- Hanswernfried Muth: Der Dom zu Würzburg, Echter-Verlag, Würzburg 1968, 71 S.
- Heinz Geist u. a.: Sakrament des Weges. Fastenpredigten im Kiliansdom zum Eucharistischen Jahr, Diözese, Würzburg 2005
[Bearbeiten] Weblinks
- Ausführliche Informationen zu Kunstwerken und Orgeln siehe Wikipedia
- Zeitleiste
- Umgestaltung von 2006
- Steckbrief von der europäischen Vereinigung der Dombaumeister
- Panorama vom Dom auf WÜRZBUR360
- Wallfahrtsorte im Bistum Würburg
- Das neue 8-stimmige Zimbelgeläute des Würzburger Doms bei youtube.com
- Würzburger Dom - Hauptgeläut bei youtube.com
[Bearbeiten] Siehe auch
- Bistum Würzburg
- Domkapitel
- Liste der Bischöfe des Bistums Würzburg
- Liste der Weihbischöfe des Bistums Würzburg
- Kirchengebäude in Würzburg
- Pfarreien in der Stadt Würzburg
[Bearbeiten] Einzelnachweise und Erklärungen
- ↑ http://www.br-online.de/bayern/feste-und-feiern/fronleichnam-kiliansdom-glockengelaeut-ID1211369682328.xml
- ↑ Peter Moser: Würzburg. Geschichte einer Stadt. Babenberg Verlag, Bamberg 1999. ISBN 3-933469-03-1
- ↑ Information auf dom-wuerzburg.de
- ↑ Peter Moser: Würzburg. Geschichte einer Stadt. Babenberg Verlag, Bamberg 1999. ISBN 3-933469-03-1, S. 98
- ↑ Symbole der Evangelisten: Auf vielen Bildern werden die vier Evangelisten mit ihren jeweiligen Symbolen dargestellt: Matthäus mit einem Menschen oder Engel, Markus mit einem Löwen, Lukas mit einem Stier, Johannes mit einem Adler. Diese vier Bilder sind der Offenbarung des Johannes (4, 6) entnommen, wo es in einer Vision des Gottesthrones heisst: "Das erste Lebewesen glich einem Löwen, das zweite einem Stier, das dritte sah aus wie ein Mensch, das vierte glich einem fliegenden Adler." Auch die Darstellung der vier Wesen mit Flügeln ist dieser Bibelstelle entnommen. Der Kirchenlehrer Hieronymus (347 bis 419) ordnete die vier Lebewesen den einzelnen Evangelisten zu, indem er auf die Anfänge ihrer Evangelien verwies: Matthäus beginnt mit dem Stammbaum und der Menschwerdung Jesu, daher der Mensch. Markus stellt an den Anfang seines Textes die Bußpredigt des Johannes, der wie ein Löwe seine Stimme in der Wüste erschallen lässt. Lukas berichtet zuerst vom Opferdienst des Priesters Zacharias, so dass der Stier als Opfertier zu seinem Attribut wurde. Und Johannes schließlich beginnt mit dem Prolog über das Wort Gottes und schwingt sich in einer Art "geistigem Höhenflug" wie der Adler in Höhen, die die anderen nicht erreichen. Außer dieser Zuordnung zu den Evangelisten symbolisieren alle vier Wesen in der gemeinsamen Darstellung Jesus Christus selbst, dessen vier wichtigste Heilstaten in den Evangelientexten bezeugt werden: Der Mensch ist Abbild der Menschwerdung, der Stier bedeutet seinen Opfertod, der Löwe die Auferstehung und der Adler seine Himmelfahrt. (Quelle: Würzburger Katholisches Sonntagsblatt)