Heidingsfeld

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Heidingsfeld ist ein Ort in der Stadtgemeinde Würzburg und war bis 1930 eine selbständige Gemeinde. Zugehörig zum Regierungsbezirk Unterfranken im Freistaat Bayern. Umgangssprachlich wird Heidingsfeld auch Hätzfeld oder Städtle (der Heidingsfelder Altort) genannt.

Heidingsfeld
Ort in der Gemeinde Würzburg
Landkreis -
Regierungsbezirk Unterfranken
Bundesland Bayern
Land Deutschland
Höhe 180 MüNN
Fläche 6,9 km²
Einwohner 10.066 (Stand 31.12.2008)
Kfz-Kennzeichen
Wappen

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Heidingsfeld war von 1367 bis 1929 eine eigenständige Stadt. 1930 wurde die Stadt Heidingsfeld nach einer Volksabstimmung mit ihren Gemeindeteilen Heidingsfeld, Heuchelhof, Vogelshof und Zwickerleinshof nach Würzburg eingemeindet. Allerdings legen manche Heidingsfelder bis heute Wert darauf, in erster Linie Heidingsfelder und erst dann Würzburger zu sein.

Das Stadtwappen ist in rot und weiß gehalten und zeigt den doppelschwänzigen, gekrönten böhmischen Löwen im Heidingsfelder Stadttor.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Adventssingen am Salmannsturm
  • Faschingsveranstaltungen: Hätzfelder Faschingszug (am Faschingsdienstag um 14.33 Uhr), Prunksitzungen, Kinder-Giemaul-Fasching, Kneipenfasching, Faschingsball...
  • Giemaulfest
  • Gruschelmarkt, Flohmarkt im Städtle (erstmals 2011)
  • "Hätzfeld hat's"
  • Heidingsfelder Ostermarkt
  • Heidingsfelder Advents
  • Kulturherbst im Saalmannsturm (Veranstalter: Hätzfelder Kreis)
  • Mühlenfest
  • Schoppentage am Salmannsturmmarkt
  • Stärke-Trinken am Salmannsturm (6. Januar)
  • Waldfest, am Blosenberg
  • Wirtshaussingen des Winzervereins

[Bearbeiten] Vereine und Gruppierungen

  • Bauhütte Alt Heidingsfeld e.V.
  • Bayerischer Bauernverband OV Heidingsfeld mit Landfrauengruppe
  • Bürgervereinigung Heidingsfeld e.V. (Dachverband von 42 Heidingsfelder Gruppierungen)
  • Fasenachtsgilde Giemaul Heidingsfeld e.V.[1]
  • Fotoclub Heidingsfeld
  • Freiwillige Feuerwehr Heidingsfeld
  • Hätzfelder Kreis e.V.[2]
  • Heidingsfelder Selbständige e.V.
  • Heimat- und Naturfreunde Heidingsfeld
  • Kolpingfamilie Heidingsfeld
  • "Hätzfelder Flößerzunft"[3] (Künstlergilde)
  • Lachfal.de (Theatergruppe Lehmgrubensiedlung)
  • Laurentius-Musikanten Heidingsfeld
  • Motorradfreunde Heidingsfeld
  • Obst- und Gartenbauverein Würzburg-Heidingsfeld
  • Rassegeflügelzüchterverein 1892 Würzburg Heidingsfeld e.V.
  • Siedler-Vereinigung Würzburg-Heidingsfeld, Lehmgrubensiedlung e.V.
  • Siedlervereinigung Heidingsfeld Süd
  • VdK Heidingsfeld
  • Wallfahrerverein Heidingsfeld
  • Winzerverein Würzburg-Heidingsfeld von 1859 e.V.[4]

Ortsverbände politischer Parteien

  • CSU Heidingsfeld
  • Junge Union Heidingsfeld
  • SPD Heidingsfeld
  • Würzburger Liste/FW Heidingsfeld
  • ödp-Ortsgruppe Heidingsfeld

Sportvereine

[Bearbeiten] Kinder und Jugendliche

Die Offene Jugendarbeit Heidingsfeld bietet:

  • Fußballtraining, Montags 19-21 Uhr, Turnhalle der Waltherschule
  • Tanz-Workshop, Dienstags 19-20.30 Uhr, Turnhalle der Waltherschule
  • Rap-Projekt, Donnerstags 18-19 Uhr, Winterhäuser Straße 39
  • Offener Treff, Donnerstags 19-21 Uhr, Winterhäuser Straße 39
  • Wochenend Specials
  • Schulprojekt für 11-14jährige, Freitags 13-15.30 Uhr in der Waltherschule

Die Offene Jugendarbeit Heidingsfeld liegt in der Trägerschaft der Evangelischen Kinder- Jugend- und Familienhilfe.

[Bearbeiten] Pfarreien

  • Katholisch: Pfarreiengemeinschaft Heidingsfeld[5] mit Pfarrbüro St. Laurentius und Pfarrbüro Zur Heiligen Familie.
  • Evangelisch-lutherisch: Pfarrei St. Paul[6]

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Siehe: Baudenkmale in der Gemarkung Heidingsfeld (Quelle Bayerisches Landesamt für Denkmalspflege, 1985). Hier finden sich auch Flurdenkmäler und Bildstöcke.

[Bearbeiten] Architektonisches

  • Stadtbefestigung: Aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts bestehende Bewehrung, welche im 17. Jahrhundert erneuert wurde und sich nahezu geschlossen erhalten hat. Eine Besonderheit stellen die zwei den Heigelsbach überquerenden Wehrgänge dar. Die früheren Torbauten wurden im 19. Jahrhundert abgerissen.
  • Katholische Pfarrkirche St. Laurentius. Die aus dem 12. Jahrhundert stammende basilikale Kirche mit gotische Chor wurde 1945 bis auf den romanischen Turm zertsört. Der Wiederaufbau 1948 durch den Bistums-Architekten Hans Schädel. Vor der Kirche eine Ölberggruppe etwa 1510 aus der Werkstatt Tilman Riemenschneiders. Die Anlage stellt eine Kopie der Originale dar.
  • Ehemaliger Zehnthof des Ritterstifts St. Burkhard. Ein Renaissancebau aus dem Jahr 1574 mit Rundturm und Treppengiebel.

[Bearbeiten] Brunnen

Straße Brunnenname Anmerkung
Am hungrigen Bühl Fischbrunnen Ein moderner Sandsteinbrunnen in Form eines Fischs in der Lehmgrube. Geschaffen wurde er im Auftrag des städt. Gartenamtes 1966 durch Karl Schneider.
Kirchgasse Brunnen vor St. Laurentius Am Platz vor dem Hauptportal der Kirche, hier stand früher das Pfarrhaus. Der runde Brunnenaufbau aus Muschelkalk wurde vom früheren Pfarrgarten (wo er einst als Ziehbrunnen diente) an diesen Standort versetzt. Er führt kein Wasser, ist vielmehr ein Element der architektonischen Gestaltung und ein "Symbol der Reinigung". Jährlich wird der Brunnen vom Obst- und Gartenbauverein Heidingsfeld als Osterbrunnen geschmückt.
Klosterstraße Brunnen im Zehnthof Säulenbrunnen mit beigestelltem steinernem Auffangbecken. Der Brunnen stand seit 1845 am Heidingsfelder Rathaus und trägt das Stadtwappen. Er diente der Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser, da erst 1922 eine allgemeine Wasserleitung eingerichtet wurde. Bei der Wiedererrichtung des Zehnthofs nach dem 2. Weltkrieg wurde der Brunnen dort mit einbezogen.
Klosterstraße Münchbrunnen Ein Ziehbrunnen von 1698. Runder Brunnentrog zwischen zwei vierkantigen Steinpfeilern welche mit einem verzierten, ebenfalls steinernen Querbalken abschließen. 1929 wurde der Brunnen von der Familie Münch der Stadt Heidingsfeld gestiftet. Der Heidingsfelder Stadtrat ließ ihn noch im selben Jahr restaurieren und stellte ihn am heutigen Standort in der Parkanlage Ecke Klosterstraße/Werkingstraße auf[1][2].
Mergentheimer Straße Merkurbrunnen Am Neubert-Gebäude, gegenüber der Zufahrt zum bfz. Der Brunnen entstand mit dem Erweiterungsbau der Firma Neubert 1984. Er ist nicht mehr in Betrieb.
Stuttgarter Straße Wandbrunnen Das Becken stand ab 1890 am Heidingsfelder Wasserwerk. Beim Umbau der Stuttgarter Straße 1969 musste er weichen, wurde versetzt und 1970 mit einer kleinen roten Sandsteinwand neu errichtet und wieder angeschlossen. Standort: Am Straßenrand zwischen den Einmündungen Eisenbahnstraße und Mönchsgartenweg.
Werkingstraße Bacchusbrunnen Felsenbrunnen am Rande der Parkanlage. Bacchus ist hier der Wasserwächter, dessen Gesicht rechter Hand im Stein erkennbar ist.
Wiesenweg Brunnenanlage In der warmen Jahreszeit strömt Wasser in den Becken am Haupteingang des Möbelhauses Neubert. Früher bestand an der Ostseite des Gebäudes eine Brunnenanlage aus gepflasterten Becken in einer Wiesenfläche. Das Wasser sprudelte aus runden bzw. kugelförmigen Steinelementen.[3]
Winterhäuser Straße Walther-von-der-Vogelweide-Brunnen Brunnen im Hof der Waltherschule. Bronzefigur des Walther von der Vogelweide, geschaffen von Karl Schneider 1966.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

  • Franz Otto (* 20. Januar 1821 in Höchstadt; †11. September 1911 in Heidingsfeld), Altbürgermeister. Erhielt die Ehrenbürgerwürde 1901

[Bearbeiten] Söhne und Töchter des Ortes

  • Michael Joseph Balling (27.8.1866 in Heidingsfeld; † 1.9.1925 in Darmstadt); Dirigent
  • Emil Popp, (* 26. April 1897 in Heidingsfeld; † unbekannt), Politiker der NSDAP und Mitglied des Reichstag während der Zeit des Nationalsozialismus
  • Siegfried Haenle (* 28.6.1814 in Heidingsfeld; † 30.9.1889 in Ansbach), Jurist
  • Georg Anton Kreusser (* 27.10.1746 in Heidingsfeld; † 1.11.1810 in Aschaffenburg), Komponist und Musiker
  • Georg Pock (* um 1495 in Heidingsfeld; † 1529 in Besnaga (Vijayanagara, Hauptstadt des gleichnamigen südindischen Hindureichs), Kaufmann
  • Johann Joseph Roßbach (* 31.10.1813 in Heidingsfeld; † 27.10.1869 in München), Rechtsphilosoph, Jurist, Politiker
  • Michael Joseph Roßbach (* 12.2.1842 in Heidingsfeld; † 8.10.1894 in Jena), Pathologe, Pharmakologe

[Bearbeiten] weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Moses ben Isaak Minz (* um 1420 in Mainz- dead 1482 in Posen[?]), war 1453 Richter zwischen den jüdischen Gemeinden von Würzburg und Heidingsfeld. War Rabbiner in Bamberg von 1469-1474.

[Bearbeiten] Literatur & Quellen

  • Rainer Leng: Die Geschichte der Stadt Heidingsfeld. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Verlag Schnell & Steiner, 2005. ISBN 978-3-7954-1629-4
  • Werner Dettelbacher: Würzburg, eine Stadt der Brunnen. Stadtwerke Würzburg, 1985
  • Georg Dehio, BayernI: Franken, Seite 968. Deutscher Kunstverlag 1979

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Kaiser und Worschech: Alte Brunnen in Unterfranken. Echter Verlag, Würzburg 1986
  2. [Heidingsfelder Städtleführer. Hrsg: SPD-Ortsverein Würzburg-Heidingsfeld.
  3. Werner Dettelbacher: Würzburg, eine Stadt der Brunnen, Echter Verlag, Würzburg 1985