Heizkraftwerk
Aus WürzburgWiki
Das Heizkraftwerk Würzburg (HKW) erzeugt seit 1954 an der Friedensbrücke am Alten Hafen Strom und Fernwärme. Nach Angaben des Betreibers können gegenwärtig bis zu 85% des in der Region Würzburg abgesetzten Stroms in der Anlage erzeugt werden.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
- 1954 wurde das HKW am Alten Hafen (das Hafenbecken wurde dadurch kleiner) als reines Kohlekraftwerk in Betrieb genommen: Am 11. November 1954 entzündete die Kriegswaise Gertraud Hartzke das erste Feuer im Kessel I. Aufgrund seiner Nähe eignete sich der Main besonders für die Kohle-Anlieferung mit Binnenschiffen. Zusätzlich konnte Kühlwasser entnommen werden.
- 1985 wurde ein dritter Ofen in Betrieb genommen. Auf dem Dach des Werks befanden sich danach drei Schlote.
- 1967/68: Mit seinem neuen 105 Meter hohen Schornstein (statt der drei kleineren Schlote) prägte seitdem das Kraftwerk das Stadtbild.
- Von 2003 bis 2008 gab es umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen, wobei der hohe Schlot durch drei kleinere, silberfarbene 70-Meter-Schornsteine ersetzt wurde (2004 - 2008). Eine Gas- und Dampfturbinen-Anlage wurde für 55 Millionen Euro eingebaut, die statt mit Kohle jetzt mit Erdgas betrieben wird.
- Mit den Modernisierungsmaßnahmen wurde das HKW 2006 einer Schönheitskur unterzogen - die komplette Anlage wurde durch die Architekten Brückner & Brückner umgestaltet - dafür gab es den Architekturpreis "Best Architects 2008 in Gold". Auch in der Bevölkerung fand das HKW aufgrund der neuen Außengestaltung und der Hafentreppe (die für Veranstaltungen wie den Hafensommer genutzt wird) Akzeptanz.
- 2009 wurde eine weitere Gas- und Dampfturbinen-Anlage in Betrieb genommen.
[Bearbeiten] Technische Daten
- Zwei SGT-700 Gas- und Dampfturbinen-Anlagen (GuD-Anlagen), ein Kohlekessel als Reserve
- Gesamtleistung: 125 Megawatt
- Brennstoffausnutzungsgrad: Laut Betreiber über 80%
- Gewicht pro GuD-Anlage: 150 Tonnen
- Höhe der Schlote: Je 70 Meter
[Bearbeiten] Würzburger Spargel
Der von 1967 bis 2004 das Stadtbild prägende, 105 Meter hohe Einzelschornstein wurde im Volksmund als Würzburger Spargel bezeichnet. Die Spitze des Schlotes war bis dahin ungefähr auf gleicher Höhe wie die Festung Marienberg. Da dieser nicht gesprengt werden sollte, wurde er von innen Stück für Stück abgetragen.
[Bearbeiten] Literatur
- Enrico Santifaller: Stadtraum und Energie: Heizkraftwerk Würzburg, 2009, ISBN 3932949854
- Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH: Voller Energie - das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke, 2009, (bestellbar in der Universitätsbibliothek)
- Armin Lewetz / Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH: Power für Würzburg: das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke, 2009, (bestellbar in der Universitätsbibliothek)