Kettengasse

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kettengasse  

Stadtbezirk: Altstadt
Postleitzahl: 97070


Blick in die Kettengasse Richtung Hofstraße

Straßenverlauf[Bearbeiten]

Die Kettengasse verläuft parallel zur Balthasar-Neumann-Promenade zwischen der Domerschulstraße und der Hofstraße entlang der mittelalterlichen Stadtmauer.

Namensgeber[Bearbeiten]

Der Ursprung des Namen ist bislang nicht geklärt. Unbekannter Herkunft ist die Behauptung, er würde sich aus der Zugkette eines Brunnens ableiten, der sich am südlichen Ende der Gasse befunden habe. Dies ist allerdings zu bezweifeln, denn im Stadtgebiet gab es zahlreiche Brunnen - warum hätte gerade dieser eine namensgebend sein sollen. Unzutreffend soll auch die Vermutung sein, der Name könne sich aus den Gassenketten ableiten, mit denen im Mittelalter die Nachtruhe durchgesetzt wurde. Die Kettengasse wurde aber nicht durch eine Kette sondern ein Drehkreuz von der Hofstraße her abgesperrt. Thomas Memminger vertrat die unbelegte Auffassung, der Name würde sich von einem „Haus zur Kette“ ableiten. Um welches Gebäude es sich dabei nach seiner Auffassung handelte, bleibt unbekannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die früheste urkundliche Erwähnung findet die Kettengasse in den Ratsprotokollen von 1466. Damit gehört die Kettengasse zu den historisch jüngeren Straßen im Stadtbezirk Altstadt.

Erwähnenswertes[Bearbeiten]

Am südlichen Ende befand sich ab 1841 das jüdische Ghetto. Der ehemalige Standort der Hauptsynagoge (auf der heutigen Freifläche hinter dem Neubau des Archivs und der Bibliothek des Bistums Würzburg) ist durch einen Gedenkstein markiert. Zwischen 1865 und 1884 befand sich in der Kettengasse 6 zudem die 1864 von Seligmann Bär Bamberger gegründete Israelitische Lehrerbildungsanstalt (ILBA). [1] 1884 bezog die ILBA ein größeres Anwesen in der Bibrastraße 6.

Besondere Merkmale[Bearbeiten]

Die Kettengasse ist seit dem 10. November 2014 in Richtung Hofstraße „Sackgasse ohne Wendemöglichkeit“. Die Ausfahrt aus der Kettengasse in die Hofstraße ist nicht mehr erlaubt, da das Teilstück der Hofstraße zwischen Maxstraße und Balthasar-Neumann-Promenade für den Individualverkehr gesperrt und als Fußgängerzone ausgewiesen ist.

Unternehmen[Bearbeiten]

  • Amon Großküchenbedarf (Kettengasse 4a) [1]

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Carl Anton Kreu(t)zer, Groß- und Klein-Uhrmacher (damals: Obere Kettengasse 3, Distrikt Nr. 29) [2]

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Residenzplatz
Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestelle: Dom


Stolpersteine[Bearbeiten]

In der Kettengasse wurden die folgenden Stolpersteine verlegt:

Adresse Erinnerung an / Historische Notizen Verlegejahr
Kettengasse 6 Für Paul Binder / Im Zuge der Räumung der Heil- und Pflegeanstalt Werneck kam Paul Binder mit vielen anderen Patienten in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr. Von hier aus wurde er mit 100 weiteren in die Zwischenanstalt Weinsberg/Baden-Württemberg gebracht. Die Direktion von Weinsberg fragte noch einmal beim Innenminister in Stuttgart mit Verweis auf dieses Gesuch der Verlegung nach Reichenbach/Oberpfalz nach. Das konnte aber nicht verhindern, dass er am 10. Dezember 1940 als „ungeheilt entlassen“ in die Tötungsanstalt Grafeneck transportiert und dort vermutlich noch am selben Tag im Rahmen der Aktion T4 („Erwachseneneuthanasie“) des NS-Regimes ermordet wurde. 2015
Kettengasse 11 Für Klara Schloß (geb. Sämann) / deportiert am 23. September 1942 nach Theresienstadt und dort aufgrund der unmenschlichen Lebensbedinungen am 17. Juli 1943 gestorben 2014

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 3. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1923, S. 46
  2. Intelligenzblatt für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern (1831), Würzburg: C. A. Bonitas'sche Buchdruckerei, Nr. 2, Sp. 53, und Nr. 6, Sp. 125

Quellen[Bearbeiten]

Angrenzende Straßen[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Die Karte wird geladen …