Mozart-Lichtspiele

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Die Mozart-Lichtspiele waren das erste Nachkriegs-Kino in Würzburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits wenige Monate nach der Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945 eröffneten am 1. November die „Mozart-Lichtspiele“. Ins Leben gerufen hatte das erste Würzburger Nachkriegskino die Kaufmannsgattin Ida Lang aus Thüringen, die zu diesem Zweck die Turnhalle der von den Englischen Fräulein geführten Mozart-Schule in der Annastraße 6 gepachtet und auf eigene Kosten instand gesetzt hatte.

Die Resonanz auf das neue Kino war riesig und die Plätze allabendlich ausverkauft. [1] Mit der Kriegsvergangenheit und der momentanen Situation setzte man sich auf der Leinwand nicht auseinander, sondern schaute sich lieber Produktionen der US-Major-Companies aus den 30er und 40er Jahren mit deutschen Untertiteln an.

Bereits im November 1946 wollte die Mozart-Schule ihre Turnhalle nicht länger zu Unterhaltungszwecken zur Verfügung stellen. Doch zunächst kam es anders. Der gebürtige Berliner Johannes Textor (1899 - 1950) trat die Nachfolge Ida Langs, die mit ihrem Betrieb nicht mehr zufrieden war, an und pachtete die Turnhalle. Textor wollte die „Mozart-Lichtspiele“ nicht nur für Filmvorführungen nutzen, sondern auch für „Theater-, Varieté-, Tanz-, Spezialitäten- und sonstige Darbietungen“.

Das Kinomonopol der Mozart-Lichtspiele hatte nur zwei Jahre gedauert. Bereits am 17. Oktober 1947 eröffneten als zweites Kino der Nachkriegszeit die Marienberg-Lichtspiele in einer ehemaligen Reithalle in der Zeller Straße 43.

Ärger von Seiten der Besucher bei „sonstigen“ Veranstaltungen, wie beispielsweise einer KPD-Veranstaltung am 29. November 1949 veranlassten Textor einen Beschwerdebrief an den Oberbürgermeister Franz Stadelmayer zu schreiben, in dem er ihn aufforderte, die Veranstalter zu verpflichten, in Zukunft Sonderpersonal zu stellen.

Da das Kino wegen seiner längst überholten Abspieltechnik nicht mehr den Ansprüchen des Jahres 1950 entsprach und außerdem unter seiner dezentralen Lage litt, fasste Johannes Textor den Entschluss, die Zelte in der Annastraße abzubrechen und auf der Juliuspromenade neu zu starten. Dazu kam es allerdings nicht mehr, da Textor am 28. Februar 1950 im Alter von nur 50 Jahren verstarb. Seine Witwe erhielt den hoch verschuldeten Betrieb noch bis zum 31. Juli 1950 aufrecht. Dann bekam die Mozart-Schule ihre Turnhalle zurück. Die spärlichen Reste des ersten Würzburger Nachkriegs-Kinos wurden gepfändet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Förster: Daten zur Würzburger Kinogeschichte von 1945 bis heute. in: Programmheft des 20. Internationalen Filmwochenendes Würzburg. Würzburg, 27. - 30. Januar 1994, S. 9

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