Roter Bau

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Als Roter Bau werden mehrere historische Bauwerke in der Würzburger Altstadt bezeichnet. Der Name ergibt sich jeweils aus dem als Baumaterial verwendeten roten Sandstein.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Roter Bau (Adelshof)

Der Rote Bau (Adelshof) an der Theaterstraße

Der "Rote Bau" erhebt sich an der Theaterstraße, zwischen Oeggstraße und Huebersgasse, neben dem Mainfranken Theater. Das Gelände war im 16. Jhd. Eigentum des Wilhelm von Grumbach und ging später als Schenkung an den Jesuitenorden, der hier einen Teil seines Parks anlegte. Fürstbischof Johann von Greiffenclau erwarb den Grund zur Errichtung eines Adelshofs (erbaut 1706-08). 1843 kaufte die Post das Gebäude für die Nutzung als Königliches Oberpostamt. Später wurde die Post in den Alten Bahnhof verlegt, der Rote Bau wurde sodann von Bahn- und Postbeamten bewohnt. Das durch einen Brand im Jahr 1874 zerstörte Gebäude wurde vom Militär übernommen und als Wohnhaus des Korpskommandeurs neu errichtet. Schließlich ging das Gebäude in städtischen Besitz über, diente 1914-18 als Sanitätsamt. 1952 wurde hier das staatliche Gesundheitsamt untergebracht[1]. Wegen Baufälligkeit des Gebäudes zog das Amt 2011 in das renovierte Landratsamt. Der Freistaat Bayern als aktueller Eigentümer plant den Verkauf des denkmalgeschützten Gebäudes. Die Stadt Würzburg hat eine Übernahme abgelehnt.[2]

[Bearbeiten] Roter Bau (Rathaus)

Der Rote Bau des Rathauses

Der "Rote Bau" (auch Roter Giebelbau) ist ein Teil des Gebäudekomplexes, der das heutige Würzburger Rathaus bildet. Er schließt westlich an den "Grafeneckart" bzw. "Grünen Baum" an, ist etwas zurückversetzt und bildet den Rathauseingang von der Seite des Vierröhrenbrunnens. Der Rote Bau wurde 1659/60 unter Bürgermeister Pleichard im Stil der Spätrenaissance errichtete. Steinmetz war Sebastian Villinger. In dem Gebäude wurden die Grüne Stube, die Bürgermeisterstube und die große Ratsstube (letztere mit reichen Stuckverzierungen von Meister Prosper Breno) eingerichtet. Architekt der Giebelfassade war Heinrich Eberhard.[3]

[Bearbeiten] Roter Bau (Bürgerspital)

Auch ein Teil des Gebäudekomplexes Bürgerspital wird als "Roter Bau" bezeichnet. Es handelt sich dabei um den Bau mit Arcadengängen, den man im Innenhof findet. Die Fassade ist waagrecht gestreift in gelbem und rotem Sandstein gestaltet. Errichtet von Ingenieurhauptmann Andreas Müller 1718 brannte das Gebäude 1945 aus und wurde in der Folgezeit wieder in alter Form aufgebaut.[4]

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Quellen

  1. Bruno Rottenbach: Würzburger Straßennamen Band I, Fränkische Gesellschaftsdruckerei, Würzburg 1967, S. 14
  2. Main-Post über geplanten Verkauf des Roten Baus
  3. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, S. 121
  4. Ansichten aus dem alten Würzburg. Teil III Öffentliche Bauten und Höfe. Kataloge des Mainfränkischen Museum Band 13. Würzburg 2000. ISBN 3-932461-16-9