Rottenbauer
| Rottenbauer | |
|---|---|
| Ort in der Stadtgemeinde | Würzburg |
| Regierungsbezirk | Unterfranken |
| Freistaat | Bayern |
| Land | Deutschland |
| KFZ-Kennzeichen | WÜ |
| Höhe | |
| Fläche | |
| Einwohner | |
Rottenbauer ist ein Ort in der Stadtgemeinde Würzburg zugehörig zum Regierungsbezirk Unterfranken im Freistaat Bayern.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Lage und Landschaft
Am nördlichen Rand des flachwelligen Ochsenfurter Gäulößlandes gelegen, begünstigen Braunerden die ackerbauliche Nutzung der Rottenbauer umgebenden Felder. Wenige, noch verbliebene Landwirte bewirtschaften den tiefen und ertragreichen Boden. Angebaut werden hauptsächlich verschiedene Getreidesorten sowie Zuckerrüben, die zur Weiterverarbeitung in die Zuckerfabrik im nahe gelegenen Ochsenfurt gebracht werden. Inzwischen dominiert der Anbau von Mais, der als Rohstoff zur Energiegewinnung in der, 2007 zwischen Rottenbauer und Fuchsstadt errichteten, Biogasanlage dient.
Nördlich von Rottenbauer auf der Heuchelhöfer Hochebene erstreckt sich ein Trockenrasenbiotop, das bis ins Maintal hinunter reicht. Es wird als Naturschutzgebiet Bromberg-Rosengarten auf der Grünen Liste des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz geführt (NSG600.046 Bromberg-Rosengarten). Es ist das größte, zusammenhängende Naturschutzgebiet der Stadt Würzburg.
Begünstigt durch die Lage am Rand einer ausstreichenden Muschelkalkfazies]] ist die Entwicklung Rottenbauers zwischen 1900 und 1950 durch die Ansiedlung von natursteingewinnenden und - verarbeitenden Betrieben geprägt. In der ehemaligen Gemarkung des Ortes waren acht Steinbrüche für die Gewinnung von Muschelkalk in Betrieb. Nachdem diese ab Mitte des 20. Jahrhunderts sämtlich aufgelassen wurden sind heute wieder zwei Steinbrüche zwischen Rottenbauer und der Gemeinde Winterhausen in Betrieb.
Der Steinhauer (umgangssprachlich Steehawer) war bis in die jüngere Vergangenheit ein häufig anzutreffender Beruf. Die robusten Steehawer aus Rottenbauer unterhielten eine ausgeprägte Rivalität mit den Maingemeinden Winterhausen und Randersacker, die sich auch heute noch bei sportlichen Auseinandersetzungen im Fußball zeigt. Heute sind nur noch einige wenige steinbearbeitende Betriebe ansässig, es dokumentieren aber mehrere Bildstöcke in Rottenbauer und der Rottenbaurer Flur die über Jahrhunderte fortwährende Steinmetzkunst.
[Bearbeiten] Geschichte
Beim Bau des rund 1,5 km nördlich gelegenen Körperbehindertenzentrums im heutigen Stadtteil Heuchelhof wurden im Jahre 1974 Spuren einer Siedlung entdeckt, die auf die Epoche der Bandkeramiker zurückdatiert. Ca. 3000 v. Chr. haben hier erste Ackerbauern und Viehzüchter gelebt.
Im Jahr 1212 wird Fridericus de Rotenbur als Zeuge in einer Urkunde benannt, was die älteste bekannte Erwähnung dieses Geschlechts in Rottenbauer zu sein scheint. Im ältesten Lehenbuch des Hochstifts Würzburg (1303–1345) erscheint Rottenbauer mehrfach in unterschiedlichen Schreibweisen (Rottenbauer, Rottenbur, Rottenbaur, Rotenbür, Rotenbur).
Im Jahr 1580 trat die Familie von Wolfskeel zur Evangelisch-Lutherischen Religion über und mit dieser die Einwohnerschaft.
Die Rottenbauer Linie der von Wolfskeel trat 1690 wieder zum römisch-katholischen Glauben über nachdem - überlieferungsgemäß - der Würzburger Bischof Ämter für die Söhne derer von Wolfskeel bereitstellte. Die Einwohner des Ortes blieben aber geschlossen evangelisch. Die Rivalität unter den beiden Konfessionen hat sich zum Teil noch bis weit in das 20. Jahrhundert gehalten.
Rottenbauer wurde 1972 nach Würzburg eingemeindet, gehörte aber noch jahrelang zum Telefon-Ortsnetz Sommerhausen.
[Bearbeiten] Erklärung des Ortsnamens
Die Endung des Ortsnamen Rottenbauer (früher Rotenbur) lässt eine Gründung während der fränkischen Landnahme vermuten, die zu Ende des 8. Jahrhundert abgeschlossen war. In diese Zeit fällt auch die Erwähnung von Weinbergen am Bronnberg im Jahr 779 n.Chr. in einer Urkunde Karls des Großen.
[Bearbeiten] Vereine
- Bürgerverein Rottenbauer
- Freiwillige Feuerwehr Rottenbauer mit Jugendgruppe [1]
- TSV-Rottenbauer[2] - Sportverein mit Abteilungen: Fußball, Tennis, Tischtennis, Turnen, Sportschützen und Reiten.
- Männergesangsverein Concordia 1922 e.V. Rottenbauer
- Siedler Vereinigung Rottenbauer
- Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg - Stamm Wolfskeel
- Square Dance Club Würzburg Whirlers
- Reitverein Amara - Therapeutisches Reiten mit Behinderten
[Bearbeiten] Sehenswertes
Baudenkmale finden sich auch in der Liste der Baudenkmale in Rottenbauer (nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Denkmalspflege 1985).
[Bearbeiten] Architektonisches
- Die evang.-luth. Trinitatiskirche ist das älteste noch erhaltene Gebäude Rottenbauers und stammt im Kern aus den Jahren 1490-1493. Dieses Gotteshaus wurde durch den Reichsfreiherren Wolf von Wolfskeel und seiner Gattin Barbara von Truchseß gestiftet. Die Kirche ist auch Bestattungsort der von Wolfskeel und birgt heute noch vier Grabdenkmale und ein Epitaph aus dem 16. Jahrhundert dieser Familie. Weiterhin erwähnenswert ist die Kanzel von 1581 und der aus gleicher Zeit stammende Taufstein der von alter Steinmetzkunst zeugt. Der Taufstein mit seinem achteckigen Becken, das die Jahrezahl 1581 trägt hat einen runden, mit Drehkannelüren aufsteigenden Schaft. Die Familie von Wolfkeel trat 1580 - und mit dieser die ganzen Bewohner des Ortes - zum Protestantismus über. Die Kirche wurde evangelisch-lutherisches Gotteshaus.
- Die katholische Pfarrkirche St. Joseph wurde in klassizistischer Saalbauweise von stattlichen Abmessungen in den Jahren 1823-1824 erbaut. Die Inneneinrichtung ist aus der Entstehungszeit.
- Altes Schloss: Nur noch in seinen Grundfesten erhalten ist das Alte Schloss, das 1376 mit den Besitzern, den Herren von Rebstock, urkundlich erwähnt wird. Um 1575 wurde das heute noch erhaltene Wolfskeelsche Schloss (Unteres Schloss) daran angebaut. Um das Schloss rankt sich die Legende der Weißen Frau. Der Legende nach, die auch über Jahrhunderte hinweg in den Kirchenbüchern zu finden ist, soll der während der Kreuzzüge vermisste und schließlich für tot erklärte Gemahl eines Nachts doch wieder am Schloss erschienen sein. Er verschwand aber auf mysteriöse Weise wieder in der gleichen Nacht. Die Schlossherrin feierte bald darauf ihre Hochzeit mit einem neuen Mann, beide verstarben aber nur wenige Jahre darauf. Seither soll regelmäßig um Mitternacht eine Weiße Frau um den Schlossturm schweben. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde bei Ausbesserungsarbeiten am Schloss tatsächlich das in einer Mauernische eingemauerte Gerippe eines Mannes gefunden, der noch sein Schwert umgeschnallt hatte. Anscheinend handelte es sich um den damals zurückgekehrten Schlossherren.
- Oberes Schloss: Zwischen dem Unteren Schloss und der katholischen Kirche liegt das Obere Schloss, das ebenfalls von den Wolfskeels um 1700 errichtet wurde. Es ist als Landhaus im Barockstil erbaut und erscheint eher als Herrschaftliches Anwesen, denn als Schloss. Es wird heute als Wohngebäude eines landwirtschaftlichen / gewerblichen Anwesens genutzt.
[Bearbeiten] Brunnen
Ein Brunnen befindet sich am Spielplatz: Eine kleine Fontäne in einem runden Becken mit niedriger Steinumfassung.[1]
[Bearbeiten] Natur
Das Naturschutzgebiet Bromberg-Rosengarten gehört teilweise zu Rottenbauer. Zudem wurden mehrere Bäume in Rottenbauer zu Naturdenkmalen erklärt.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Literatur
- Georg Dehio, BayernI: Franken, Seite 732, Deutscher Kunstverlag 1979
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Werner Dettelbacher: Würzburg, eine Stadt der Brunnen, Echter Verlag, Würzburg 1985