Schönbornkapelle
Die Schönbornkapelle befindet sich zwischen Kiliansplatz und Hofstraße. Sie wurde im 18. Jahrhundert nach Plänen von Balthasar Neumann, Maximilian von Welsch und Lucas von Hildebrandt an den nördlichen Querarm des Doms angebaut. Den Auftrag gab Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn 1720, die Fertigstellung erfolgte 1736 unter Friedrich Karl von Schönborn. Über die Hofstraße bestand eine direkte Sichtbeziehung zur Residenz, dem damaligen fürstbischöflichen Wohnsitz. An dem gewählten Standort befand sich zuvor die Schusters- oder Crispinuskapelle aus dem Mittelalter.
Die Schönbornkapelle umfasst einen runden mittleren und zwei ovale seitlich angeordnete Räume. Sie wurde als Grablege der Fürstbischöfe des Hauses Schönborn eingerichtet, worauf auch die Ornamente in Form von Totenköpfen an der Außenfassade hinweisen. Begraben liegen hier die beiden Erbauer sowie die 1817 im Säuglingsalter verstorbene Prinzessin Theodolinde, eine Schwester des Prinzregenten Luitpold. Kuppelfresko und Altarbild stammen von Johann Rudolf Byss, der auch die Fresken der Hofkirche in der Residenz schuf. Thematisiert werden dabei die Auferstehung Christi und das Jüngste Gericht. Desweiteren ist der Innenraum mit Marmorsäulen ausgestaltet. Die Plastiken und Grabmäler wurden von Claude Curé gestaltet. Die Gitter am Hauptportal sowie an den Durchgängen zum Dom stammen aus der Hand des Kunstschmiedemeisters Johann Georg Oegg.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert gab es Planungen, die Kapelle zu Gunsten erweiterter Verkehrsflächen abzubauen und statt dessen am Neumünster wieder zu errichten. Die Pläne wurden jedoch wieder verworfen.
[Bearbeiten] Quelle
- S. Göbl: Würzburg - ein kulturhistorisches Städtebild. 7. Auflage, Königliche Universitätsdruckerei von H. Stürtz, 1904. S. 76
- Erika Kerestely: Würzburg. Stadtführer mit farbigem Stadtplan. Verlagshaus Würzburg GmbH&Co KG, 2007. S. 31