Stadtarchiv Würzburg

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Eingang zum Stadtarchiv
Lesesaal

Das Stadtarchiv Würzburg ist die städtische Fachdienststelle für alle Fragen und Aufgaben des Archivwesens und der Stadtgeschichte.

Lage[Bearbeiten]

Wie in vielen Gemeinden war es ursprünglich im Keller des Rathauses (Grafeneckart) untergebracht. Es wird bereits im 15. Jahrhundert erwähnt. Die ältesten Privilegien, nämlich die von Kaisern, Königen und Päpsten der Stadt gegebenen Urkunden, wurden dort in einer eisernen Truhe aufbewahrt. Seit 1979 hat das Stadtarchiv in den historischen Greisinghäusern in der Neubaustraße einen archivtechnisch gut ausgestatteten und benutzerfreundlichen Standort. Dienststellenleiter ist Dr. Axel Metz.

Sanierung im Stadtarchiv[Bearbeiten]

Im Stadtarchiv Würzburg stehen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in den Magazinen an, die voraussichtlich bis Mai 2016 dauern werden. Daher sind einige Bestände in diesem Zeitraum nicht einsehbar; das betrifft vor allem die städtischen Akten nach 1945 und die Nachlässe. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Stadtarchivs [1].

Das Stadtarchiv bittet alle Benutzer, sich vor einem Archivbesuch darüber zu informieren, ob die gewünschten Unterlagen zugänglich sind (stadtarchiv@stadt.wuerzburg.de oder telefonisch im Lesesaal unter 37-3115).

Bibliothek des Stadtarchivs[Bearbeiten]

Die Bibliothek des Stadtarchivs ist eine Präsenzbibliothek, d.h. sie ist nicht öffentlich zugänglich. Die Vorlage von Büchern erfolgt nur durch den Bibliothekar. Freihandaufstellung von Nachschlagewerken und Handbibliothek im Lesesaal.

Bestandsgeschichte[Bearbeiten]

Die heutige wissenschaftliche Bibliothek des Stadtarchivs Würzburg geht auf die testamentarische Schenkung des Würzburger Professors für Kirchenrecht und Kirchengeschichte Johann Baptist Schwab (1811-1872) zurück. Dieser vermachte im Jahre 1872 seine umfangreiche Privatbibliothek, die größtenteils aus juristischer und theologischer Literatur bestand, der Stadt Würzburg. Die Erbschaft verband er allerdings mit der Auflage, eine Stadtbibliothek zu gründen. Nachdem die Bücher 1873 in den Besitz der Stadt Würzburg übergegangen waren, wurden sie zunächst im Grafeneckartsturm des Rathauses aufbewahrt. 1886/87 erhielten sie einen eigenen Raum im Magistratsgebäude. Gleichzeitig erließ die Stadt eine Benutzerordnung.

In den folgenden Jahren wuchs der Bestand durch weitere Schenkungen und die Übernahme von Nachlässen. Im Jahre 1906 bezog die damalige Stadtbibliothek neue, erweiterte Räume im Rathaus. Ihre Verwaltung übernahm die daneben bestehende Amtsbibliothek. 1921 erfolgten die Zusammenlegung der Bibliothek des Volksbildungsvereins mit der Stadtbibliothek und der Umzug in die Ludwigshalle. 1923 kam die städtische Lehrerbücherei hinzu. Aufgrund des angewachsenen Bestandes wurde die Bibliothek in den Jahren von 1928 bis 1930 neu organisiert. Landes- und stadtgeschichtliche sowie historische Bestände wurden an das Stadtarchiv überwiesen, ein Teil der bibliophilen Werke verkauft.

Der Großteil des Bestandes bildete die Basis der 1931 neueröffneten Städtischen Volksbücherei. Im Stadtarchiv entstand aus der bereits vorhandenen Hilfsbibliothek und den neu hinzugekommenen Beständen eine wissenschaftliche Bibliothek mit umfassendem stadtgeschichtlichen Buchmaterial. Im Zweiten Weltkrieg waren Bibliotheks- und Archivgut ausgelagert und erlitten keine Verluste. 1978 erhielten Bibliothek und Stadtarchiv Würzburg ein angemessenes Domizil in den wiederaufgebauten Barockhäusern in der Neubaustraße. [1]

Ziele[Bearbeiten]

Das Stadtarchiv dient als „Gedächtnis der Stadt“ und unterstützt historische Forschungen. Es bewahrt und sichert zunächst die Unterlagen der Stadtverwaltung und stellt sie - entsprechend den gesetzlichen Vorgaben - den Bürgerinnen und Bürgern zur Information und Forschung zur Verfügung. Außerdem verwahrt es auch ihm anvertrautes nicht amtliches Schrift- und Sammlungsgut, wenn es von bleibendem Wert für die Geschichte der Stadt ist; wie besondere private Nachlässe, Plakate und Fotos.

Bestände[Bearbeiten]

  • Archivgut:
    • ca. 6.000 Urkunden seit dem 13. Jahrhundert
    • ca. 12.250 Notariatsurkunden
    • 500 Bände Stadtratsprotokolle seit 1432
    • 420 Bände Ratsbücher
    • ca. 9.200 Rechnungen ab dem 14. Jahrhundert
    • ca. 5.000 Regalmeter Akten ab dem 15. Jahrhundert (die Bestände des 18. bis 20. Jahrhunderts sind lückenhaft)
    • das Archiv des Bürgerspitals (ca. 2.000 Urkunden und Akten, ca. 600 Rechnungen ab dem 14. Jahrhundert)
    • Archiv der Stadt Heidingsfeld (Urkunden ab 1381, Amtsbücher ab 1422)
    • Archive der eingemeindeten Orte Lengfeld, Oberdürrbach, Unterdürrbach, Rottenbauer und Versbach
  • Sammlungen:
    • Zeitungen (u.a. Fränkisches Volksblatt, Würzburger General-Anzeiger, Main-Post) seit dem 19. Jahrhundert
    • Zeitungsausschnittssammlung zu Straßennamen, Personen und verschiedenen Themen die Stadt Würzburg betreffend
    • ca. 70.000 Fotos, Glasplatten, Negative und Postkarten
    • über 8.000 Plakate
    • ca. 1.400 Karten und Pläne
    • Musikaliensammlung
    • ca. 100 Nachlässe
  • Bibliothek:
Präsenzbibliothek mit ca. 40.000 Bänden zum Thema Stadt Würzburg und Franken.

Publikationen[Bearbeiten]

Eine Gesamtliste der Publikationen des Stadtarchivs ist auf dessen Homepage einzusehen [2].

Kontakt[Bearbeiten]

Stadtarchiv Würzburg
Neubaustraße 12
97070 Würzburg
Telefon Verwaltung 0931 - 37 31 11
Telefon Lesesaal 0931 - 37 31 15
E-Mail stadtarchiv(at)stadt.wuerzburg.de

Öffnungszeiten[Bearbeiten]

Öffnungszeiten des Archivs / des Lesesaals:

Montag - Donnerstag: 8.00 - 16.00 Uhr
Freitag: 8.00 - 12.00 Uhr

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eberhard Dünninger, Karen Kloth, Irmela Holtmeier: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Georg Olms Verlags AG, Hildesheim 1997, S. 153 ff.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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