Ulmer Hof
Der Ulmer Hof ist eine Straße in der Innenstadt. Sie zweigt an der Straßenbahn-Haltestelle "Ulmer Hof" von der Juliuspromenade ab und führt parallel zur Karmelitenstraße in Richtung Marienkapelle/Marktplatz. Sie verbreitert sich vor der Einmündung der Bronnbachergasse zu einem Platz und mündet schließlich in die Häfnergasse.
[Bearbeiten] Geschichtliche Entwicklung
Ursprünglich befand sich hier der "Ulmer Hof", benannt nach einem dort wohnenden Bürger namens "Ulm". Dieser umfangreiche mittelalterliche Hof wird erstmals 1358 urkundlich erwähnt, als er von der Witwe Katharina Schollin an das Bürgerspital verkauft wurde. 300 Jahre später wurde das Anwesen durch die Schwedischen Truppen verwüstet. Bis zur Mitte des 19. Jhd. blieb der Hof dann unbewohnt. Schließlich wurde er 1852/53 renoviert. Dabei wurde das Gebäude neugotisch mit Treppengiebeln und Treppenturm umgebaut. Der Ulmer Hof wurde beim Luftangriff 1945 teilweise zerstört. Giebel, Turm und weitere Mauern waren aber erhalten. Die gesamte Anlage wurde 1951 zugunsten eines Straßendurchbruchs in Richtung Juliuspromenade abgerissen. Der kleine neu entstandene Platz an der Straße "Ulmer Hof" sollte dabei eine besondere Gestaltung erfahren, was aber zunächst nicht ausgeführt wurde. Statt dessen befanden sich hier in den Folgejahren eine Tankstelle und Parkplätze.
Mitte der 1980er Jahren wurden Straße und Platz dann neu ausgestaltet. Der Platz wurde im Zuge der Umbaumaßnahmen teilweise begrünt. Im Pflaster finden sich Mosaike der Wappen von Würzburgs Partnerstädten. Den Mittelpunkt des Platzes bildet eine Skulptur, welche Würzburgs Zerstörung und Wiederaufbau symbolisiert.
[Bearbeiten] Skulptur
Grundmotiv der Säule, welche von Klaus Rother gestaltet wurde, ist ein verkohlter Baumstamm mit bildhaften Darstellungen im Rindenrelief. Unten ist zu sehen, wie Würzburg in Flammen aufgeht. Darüber ist auf vier Aststümpfen die Peterskirche, Stift Haug, das Falkenhaus und der Wittelsbacher Hof dargestellt. Einerseits als brennende Ruine, andererseits nach dem Wiederaufbau.
Die Inschrift am Sockel lautet: "Zum Gedenken an die Zerstörung unserer Stadt im zweiten Weltkrieg, am 16. März 1945 und an den Wiederaufbau."
Errichtet wurde die Skulptur 1987, im 300. Geburtsjahr von Balthasar Neumann.
[Bearbeiten] Quellen
- Der neue Ulmer Hof. Stadtplanungsamt, Würzburg 1988
- Jörg Paczkowski: Der Wiederaufbau der Stadt Würzburg. Mainfränkische Studien, Band 30. Würzburg 1982, S. 234f
- Bruno Rottenbach: Würzburger Straßennamen Band I, Fränkische Gesellschaftsdruckerei, Würzburg 1967, S. 90