Reichstage zu Würzburg

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Im 12. und 13. Jahrhundert hielten Könige und Kaiser mehrfach Hof- oder Reichstage in Würzburg ab. Durch diese Reichstage war Würzburg ein bedeutender Schauplatz der Reichspolitik, insbesondere im Hochmittelalter, was die Eigenständigkeit und Bedeutung des Fürstbischöflichen Hochstifts Würzburg festigte.

Dokumentation

Dazu Lorenz Fries 1544: „So haben auch die alten teutschen Kayser und Könige viel Höfe und Reichs-Täge, dergleichen etliche Concilia da gehalten, dadurch die Einwohner der Stadt an ihrer Nahrung und Gutern mercklich zugenommen und ihre Häuser und Wohnungen je länger, je köstlicher gebauet haben. Daher dann die großen, schönen aus Schwibbogen, Gewölben und Kellern, wohlerbauten alten Bürgerhäuser hie zu Wirtzburg kommen seyn [...]“ [1]

Definition

Der Begriff Reichstag bezeichnet ursprünglich die Versammlung der Reichsstände des Heiligen Römischen Reiches. Der Reichstag wurde bis zum 16. Jahrhundert in unregelmäßigen Abständen jeweils in eine Bischofs- oder Reichsstadt einberufen.

Im 12. Jahrhundert

Unter Lothar III.

  • 1136: 15./21. August ein stark besuchter Reichstag in Würzburg. Kurz vor Lothars Aufbruch zum zweiten Romzug. [2]

Unter Konrad III.

  • 1149: Hoftag in Würzburg am 25. Juni [3]
  • 1150: Ende Juli ein Hoftag in Würzburg [3]
  • 1151: Der Reichstag beschließt in Würzburg unter Anwesenheit des Bischofs Gebhard den Romzug und bereitet den Zug gegen Roger von Sizilien vor. [4]

Unter Friedrich I.

  • 1152: Große Reichsversammlung in Würzburg mit 22 Fürsten. Hier erfolgt der Ausgleich zwischen Heinrich dem Löwen und Albrecht dem Bären. Friedrich lässt von den versammelten Fürsten den Italienfeldzug beschwören.
  • 1157: Glanzvoller Reichstag Ende September unter Anwesenheit zahlreicher Gesandtschaften.
  • 1161: Die Hoftage und wochenlangen Aufenthalte Friedrichs hatten an den Mitteln Würzburgs gezehrt. Ähnlichen Belastungen war kein anderes Bistum ausgesetzt. Während seiner Regierungszeit besuchte Friedrich I. die Stadt Würzburg achtzehnmal.
  • 1163: Der Reichstag zu Würzburg 1163 war ein wichtiger Hoftag, zu dem Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Februar den Herzog Heinrich II. von England empfing, um Heiratspläne für die Kinder des Königs zu besprechen, darunter eine Verlobung zwischen Barbarossas Sohn und Heinrichs Tochter Eleonore sowie die Verlobung zwischen Heinrich dem Löwen und Heinrichs Tochter Mathilde. Dies war eine bedeutende diplomatische Zusammenkunft, die England und das Reich eng miteinander verband und die politischen Beziehungen festigte.
  • 1165: „Würzburger Eide“ des Kaisers und fast aller Fürsten, niemals „Roland“ (gemeint ist Papst Alexander III.) anzuerkennen. Verlobung Heinrich des Löwen mit der englischen Königstochter Mathilde.

Unter Heinrich VI.

  • 1189: Am 10. August. Heiligsprechung des Bischofs Otto I. von Bamberg. [6]
  • 1196: Im März/April des Jahres. [7]

Im 13. Jahrhundert

Unter Otto IV.

  • 1209: Hoftag am 24. Mai. Dabei erfolgt die Verlobung des Königs mit Beatrix von Schwaben. [8]

Unter Rudolf von Habsburg

  • 1275: Am 23. Januar 1275 hält König Rudolf I. von Habsburg einen Reichstag in Würzburg ab. Bischof ist zu dieser Zeit Berthold II. von Sternberg. König Ottokar II. von Böhmen ist geladen, erscheint jedoch nicht.
  • 1287: Konzil und Reichstag in Würzburg. Der König trifft am 10. März 1287 ein. Der Würzburger Stadtrat war drei Monate zuvor mit der Herstellung von Ruhe und Ordnung und die Vorsorge für die Teilnehmer des Reichstags beauftragt worden. Am 16. März wird das Konzil im Dom eröffnet.

Quellen und Literatur

  • Opll: Stadt und Reich im 12. Jahrhundert. Erschienen 1986. S. 542 f. (UB 480/NE 1172-6)
  • Rainer Leng: Würzburg im 12. Jahrhundert". Volk Verlag München 2012. ISBN: 978-3-86222-065-6. Insbesondere S. 138 f.
  • Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg Teil 1 - Die Bischofsreihe bis 1254. In: Max-Planck-Institut für Geschichte (Hrsg.): Germania Sacra - Neue Folge 1 - Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Berlin 1962. ISBN: 978-3-11-001283-5 (Onlinefassung)
  • Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg Teil 2 - Die Bischofsreihe von 1254 bis 1455. In: Max-Planck-Institut für Geschichte (Hrsg.): Germania Sacra - Neue Folge 4 - Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Berlin 1969. ISBN: 9783110012910 (Onlinefassung)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Zitiert gemäß Franz Gerstner: Die Spinne im Netz europäischer Verkehrslinien, in: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. von Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 396-409, S. 401b
  2. Alfred Wendehorst: Germania sacra. Das Bistum Würzburg. Bischofsreihe bis 1254, S. 142
  3. 3,0 3,1 Alfred Wendehorst, a.a.O., S. 153
  4. Alfred Wendehorst, a.a.O., S. 156
  5. Alfred Wendehorst, a.a.O., S. 172
  6. Alfred Wendehorst, a.a.O., S. 177
  7. 7,0 7,1 Alfred Wendehorst, a.a.O., S. 181
  8. Alfred Wendehorst, a.a.O., S. 205
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