Trümmerräumungs-Denkmal

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Trümmerlore als Denkmal

Nördlich des Alten Kranen bestehen zwei Denkmale für die Trümmerräumung nach der großflächigen Zerstörung Würzburgs durch Bombenangriffe im März 1945.

Geschichte[Bearbeiten]

In den Jahren bis 1963 wurde eine Gesamtmenge von 2,5 Millionen Kubikmeter Schutt entfernt. Zunächst erfolgten die Arbeiten freiwillig, am 15. April 1945 wurden Männer von 15 bis 65 Jahren und Frauen von 15 bis 45 Jahren zur Mitarbeit an der Trümmerräumung in Form eines sogenannten Ehrendienstes verpflichtet. Auch durfte zunächst nur in die Stadt zurückkehren, wer sich aktiv am Wiederaufbau beteiligte. 1946 werden in der Altstadt 30 km Schienen für die 500 Trümmerloren („Trümmerbahn“) verlegt. Abtransportiert wurde der nicht wiederverwendbare Bauschutt soweit ihn die Halden an der Talavera und im Uferbereich der äußeren Sanderau nicht mehr fassen konnten.

An die Trümmerfrauen und Trümmermänner, die den Wiederaufbau Würzburgs erst wieder möglich machten, erinnern zwei Gedenkstätten nördlich des Alten Kranen, der selbst kaum beschädigt war und zu einem Symbol des Überlebens wurde.

Trümmerlore[Bearbeiten]

Den Ort, an dem in der ersten Nachkriegszeit täglich 900 Tonnen Brandschutt mit Loren herangeschafft und auf Schiffe verladen wurden kennzeichnet das Denkmal in Form einer beladenen Kipplore auf Schienen. Es entstand auf Initiative des Stadtrats Rudolf Metzler und wurde am 15. März 2005 enthüllt. [1] Da zunächst keine Original-Kipplore für das Denkmal zur Verfügung stand, wurde eine formähnliche aus einem Bergwerk der Partnerstadt Suhl bezogen. Zwischenzeitlich stellte die Firma Steinwerk Haas aus Winterhausen eine Lore als Dauerleihgabe zur Verfügung, die wahrscheinlich in Würzburg Verwendung fand. Jedenfalls handelt es sich um das damals übliche Modell. Sie wurde zum 16. März 2012 am Kranen aufgestellt. [2] Die bisherige Lore soll nun an einem anderen Standort versetzt werden.

Gedenktafel[Bearbeiten]

Gedenktafel für die Trümmerräumung

Wenige Meter nördlich befindet sich an der neuen Hochwasserschutzmauer eine Gedenktafel aus rotem Sandstein. Die Inschrift ehrt die unzähligen Menschen, die durch ihren tatkräftigen Einsatz zum Wiederaufbau der Stadt Würzburg nach dem 2. Weltkrieg beitrugen. Die Gedenktafel für die Trümmerfrauen und Trümmermänner wurde im Jahr 2006 zum 16. März - dem Gedenktag der Zerstörung Würzburgs im 2. Weltkrieg - enthüllt und wird jeweils zu diesem Datum mit einem kleinen Kranz geschmückt. Sie entstand auf Initiative von Franz Göpfert. Die Ausführung übernahm Oswald Karches.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Würzburger Denkmäler – Erinnerungskultur im Wandel der Zeit. Begleitbuch des Stadtarchivs Würzburg zur gleichnamigen Ausstellung im Jahr 2011

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Main-Post: „Lore erinnert an Trümmerfrauen“ (4. März 2005)
  2. Main-Post: „Würzburg gedachte mit vielen Veranstaltungen der Zerstörung am 16. März 1945“ (16. März 2012)