Mainfähre Zell

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Fähranleger und Wagenfähre in Zell a. Main. (1900)
Kartenausschnitt von 1886 von Zell mit Wagenfähre (W.F.) und Haltepunkt (H.St.) Zell an der Bahnlinie nach Gemünden

Die Mainfähre Zell verband als Wagen- und Personenfähre die Gemeinde Zell a. Main mit dem gegenüberliegenden Bahnhof Würzburg-Zell.

Lage

Der Fähranleger lag am Ende der Fahrstraße. Auf der gegenüberliegenden Mainseite führte eine Straße zur Haltstelle Zell und über einen Bahnübergang an der Bahnstrecke Würzburg-Aschaffenburg zur Veitshöchheimer Straße. Südlich der Straße wurde 1901 das neue Werk der Firma Koenig & Bauer errichtet.

Geschichte

Schon frühzeitig gab es in Zell a. Main eine Fähre. Anfänglich wohl nur ein Fahrschelch, wurde auch später eine Fahrbrücke angeschafft, mit der auch Fuhrwerke über den Main gebracht werden konnten, da sich über die Hälfte des Zeller Grundbesitzes auf der anderen Mainseite befand. Die „Mainüberfahrt“, wie der gesamte Fährbetrieb genannt wurde, bestand von 1583 bis 1903.

Das Fährrecht gehörte ursprünglich dem Kloster Unterzell und wurde diesem von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn verliehen. Anfangs bei der sogenannten „Finsterniskammer“, dem Auslauf des Klingengrabens in den Main, wurde die Fähre 1594 an das Mainufer bei der Fahrstraße verlegt. 1612 ließ Julius Echter dort das Fährhaus erbauen, welches 1958 einem Neubau weichen musste.

Mit der Aufhebung des Klosters 1803 (Säkularistion) ging das Recht an den bayerischen Staat über. Dieser konnte damit wenig anfangen und verkaufte es am 18. Oktober 1814 an die Gemeinde Zell a. Main um 1.200 Gulden. Die Fähre wurde an Zeller Bürger, meist nebenberufliche Bauern oder Fischer, verpachtet. Es war eine schwierige Arbeit. Nicht immer floss der Main gemächlich dahin. Auch bei höherem Wasserstand ging der Fährbetrieb weiter.

1866 wurde die Fährbrücke versenkt, um den feindlichen Preußen den Übergang über den Main zu erschweren. Im selben Jahr, einige Monate zuvor wurde eine Kette auf den Grund des Mains von Ufer zu Ufer gelegt, auf welcher eine Flaschenrolle lief, die durch ein langes Seil mit der Fähre verbunden war. Durch die Schubkraft des Wassers wurde der Hängepunkt der Rolle ständig verlagert, so dass die Fähre viel müheloser als bisher über den Fluss kam. Als 1884 die Kettenschiffahrt auf dem Main eröffnet wurde, war die Kette der Fähre dem Schleppdampfer im Wege. Sie wurde durch ein Drahtseil auf zwei hohen Masten ersetzt.

In der Uraufnahme des BayernAtlas ist die Fähre eingezeichnet. In den historischen Karten von 1886 und 1901 ist die Fähre als Wagenfähre eingetragen. In einem Reiseführer von 1882 wird ein Ausflug nach Zell mit der möglichen Rückfahrt von der 1881 eröffneten „Haltestelle Zell“ empfohlen. [1] In den 1880er Jahren wird die Fähre als Kettenfähre beschrieben, [2] [3] deren Kette auf der Flusssohle lag. [4] Die Überfahrt des bei Mittelwasser 120 m breiten Mains dauerte etwa 3 Minuten und die Fähre hatte eine Gesamttragfähigkeit von 300 Zentnern (15 t). [3] Die Einführung der Kettenschifffahrt im Jahre 1899 schloß den Betrieb von Fähren mit Kette oder Drahtseil auf der Flusssohle aus. In der historischen Aufnahme aus dem Jahr 1900 ist ein Gierseil zu erkennen.

Ende des Fährbetriebs

Durch den Bau der Zeller Brücke in den Jahren 1902 und 1903 wurde die Fähre überflüssig.

Siehe auch

Quellen und Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kartenausschnitt

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