Hotelturm

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Hotelturm im Februar 2013

Der Hotelturm ist ein Hochhaus im Nord-Osten der Würzburger Altstadt, welches ein Drei-Sterne-Superior-Hotel der Hotelkette Ghotel beherbergt. Der Hotelturm befindet sich zwischen der Schweinfurter Straße (im Süden) und dem Bach Pleichach im Norden. Mit seinen 17 Stockwerken und 58 Metern Höhe [1] prägt dieser das Würzburger Stadtbild. Teils jahrelang andauernde Baustopps im Zuge von Eigentümerwechseln und der Suche nach Investoren / Betreibern sorgten immer wieder für Diskussionen und Spekulationen rund um den Hotelturm. Das Hotel wurde am 15. November 2012 eröffnet. [2]

Chronologie[Bearbeiten]

  • 2002: Der Würzburger Stadtrat genehmigte im April den Bau des Hotelturms. Der damalige Oberbürgermeister Jürgen Weber stimmte gegen das Bauvorhaben. Zuvor gab es Streitigkeiten aufgrund der Turmhöhe und den Auswirkungen auf das Stadtbild. [3] Mehrere Heliumballons wurden für einige Tage so positioniert, dass sie die Ausmaße des geplanten Hochhauses darstellten. Dies sollte helfen dem Stadtrat vor der Abstimmung einen Eindruck über die Dimensionen zu vermitteln. Durch Vermitteln der für das Oberbürgermeisteramt amtierenden Pia Beckmann wird die Höhe von 70 auf 58 Meter heruntergesetzt. [4] Heiß diskutiert war auch die Lage des Hotelturms im Wasserschutzgebiet Bahnhofsquellen und sein Einfluss auf das Grundwasser. Begonnen wurde mit dem Erdaushub im September 2002. Eigentümer war die Euro-Gruppe Würzburg, ein Geflecht aus mehreren Unternehmen. Bauherr war die Ibeka AG, die wiederum in der Euro-Gruppe war. Betreiber sollte die Hotelkette Arabella Sheraton sein. Der Turm wurde an der Stelle des ehemaligen Autohauses Buchner gebaut.
  • 2003: Es traten Probleme im Untergrund auf (Hohlräume und Grundwassersituation). Abhilfe schaffen sollten versenkte Betonstäbe, welche das geschätzte Gewicht von 150 000 Tonnen mittragen sollten. [3] [4] Bei den entsprechenden Bauarbeiten wurden auch die Bahnhofsquellen verschmutzt, welche daraufhin abgestellt werden mussten.[4]
  • 2004: Von 17 Stockwerken wurden im Sommer 2004 neun fertiggestellt. Im September wurde die Endhöhe von 58 Metern erreicht.[3] Bis zum 17. Stockwerk sind es genau 321 Treppenstufen. Im Oktober gab es erste Gerüchte, dass der Bauherr - die Ibeka AG - vor der Insolvenz stehe. Es kam zum vorübergehenden Baustillstand. Im Dezember wurde Richtfest gefeiert und mit der Glasfassade begonnen. [3] [4]
  • 2005: Erneuter Baustopp wegen Unstimmigkeiten zwischen Ibeka und dem Fassadenbauer. Im April kündigte die Ibeka AG Liquiditätsprobleme an.[3] Die Arbeiten standen still und der Eingangsbereich wurde mit großen Spanplatten verschlossen. Die Euro-Gruppe gab den Turm zur Versteigerung frei, fand aber keinen Käufer. Ende Dezember wurde der große Turmdrehkran am Hotelturm abgebaut. Bis dahin hatte der Bau 25 Millionen Euro gekostet. 7 Millionen davon standen noch aus und es wurde mit einem weiteren Investitionsvolumen von 16 Millionen Euro gerechnet. 27 000 Anleger hatten insgesamt 117 Millionen Euro in die Euro-Gruppe investiert und blieben auf großen Teilen ihrer Forderungen sitzen. [4]
  • 2006: Unfertig trotzte der Turm Wind und Wetter. Die Euro-Gruppe meldete Konkurs an. Ein Insolvenzverwalter leitete den Verkauf. Die „Würzburg Estate S.A.“, Tochter der britisch-schweizerischen Investorengruppe Montague und Goldsmith AG, kaufte letztendlich den halb fertigen Turm und das Nebengebäude für 10,2 Millionen Euro, um das Hotel innerhalb von 16 Monaten fertig zu bauen. [5] Allerdings sprang die Hotelkette Arabella-Sheraton ab und die Bauarbeiten standen still.
  • Ende 2006 bis Anfang 2009: Da die Würzburg Estate S.A. keinen Betreiber fand, herrschte Stillstand am Bau. Banken wollten den Weiterbau nicht finanzieren, daher wurde ein Verkauf angestrebt. [4] Durch den Eintritt von Regenwasser kam es zu Schäden, Baumängel am Rohbau tauchten auf. 2006 brachten Graffiti-Sprayer ein großflächiges Graffiti im obersten Stockwerk auf der Glasfassade an. Eigentümer blieb weiterhin die „Würzburg Estate S.A.“ (Direktor: Karim Mawji).
Hotelturm während der Fassadenarbeiten im März 2012
  • 2009: Bürgermeister Georg Rosenthal versuchte persönlich, den Bau voranzutreiben. [3] Erste Gerüchte, dass eine Hotelkette gefunden sei, bestätigten sich im Oktober: Die Hotelkette „GHOTEL hotel & living“ kündigte an, ein Vier-Sterne-Hotel als Flaggschiff der Kette im Hotelturm zu eröffnen. [6] Es soll 204 Doppelzimmer und Suiten, zwei Konferenz- und Tagungsgeschosse sowie eine separate Fitness- und Wellnessnutzung geben. [3] Andere Quellen sprachen fälschlicherweise von 220[6] bzw. von 205 Zimmern. Laut Ghotel soll der Turm über einen Konferenzbereich von 600 Quadratmeter mit 11 Veranstaltungsräumen verfügen und einen Gastronomiebereich mit 160 Plätzen haben. [7]
  • 2010: Keine Bautätigkeiten. Doch der Oberbürgermeister Georg Rosenthal wettete um eine Flasche Champagner, dass der Turm noch 2011 fertiggestellt werde.
  • 2011: Im Sommer besichtigten Oberbürgermeister Georg Rosenthal und Stadtbaurat Christian Baumgart zusammen mit einem Architekt und Verantwortlichen der GHOTEL-Gruppe ein fertiges Hotelzimmer im Rohbau des Hotelturms. Im November wurde bekannt gegeben, dass der Hotelturm bis Ende 2012 fertiggestellt sein soll. [8] Im selben Monat wird ein Außenaufzug an der Fassade angebracht, ein Turmdrehkran sollte Anfang 2012 gestellt werden. [9]
  • 2012: Anfang Januar wurde der rund 80 Meter hohe Baukran wieder aufgestellt. [10] Ende Januar begannen die Arbeiten an der Fassade: Die 1,20 Meter breiten und drei Meter langen Fensterpaneele wurden bei eisigen Temperaturen in den obersten Stockwerken eingehängt. [11] Mitte April wurde die letzte Lücke der Außenfassade geschlossen. [12] Ende Mai wurde das gelbe Firmenlogo der GHOTEL-Gruppe jeweils an der West- und an der Ostseite angebracht. Im Sommer 2012 herrschte mit 150 Handwerkern im Inneren des Turms Hochbetrieb - die ersten Etagen nahmen beim Innenausbau Form an. [13] Mitte September wurde auch die Außenfassade das erste mal gereinigt: Für 5.000 Quadratmeter Glas und Aluminium (über 2500 Fenster- und Glasflächen) benötigte die Reinigungsfirma etwa 1.000 Liter Osmose-Wasser (rückstandsfrei) und mehrere Tage. [14] Am 15. November wurde der Hotelturm eröffnet. [15]
  • 2013: Ein Jahr nach der Eröffnung zählt das Hotel 42 Mitarbeiter und hat eine Auslastung von durchschnittlich 80 Prozent. [16]

Eigentümer und Pächter[Bearbeiten]

  • Ehemaliger Eigentümer: „Würzburg Estate S.A.“ (Direktor: Karim Mawji)
  • Aktueller Eigentümer: Patrizia Immobilien AG (mit Sitz in Augsburg) [17]
  • Aktueller Pächter: „GHOTEL hotel & living GmbH“ (Aurelius AG)

Ausstattung[Bearbeiten]

  • Das Hotel besitzt 204 Zimmer und Suiten.
  • Im Erdgeschoss befindet sich ein Restaurant.
  • Auch der öffentlich zugängliche W1 Fitnessclub steht zur Verfügung und ist für Hotelgäste kostenlos.
  • Es gibt einen Konferenzbereich von 600 qm mit 10 Veranstaltungsräumen.

Nachbarschaft[Bearbeiten]

In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich eine Tankstelle, das Ärztehaus, das Mozart-Center und die Ringparkcenter I und II. Im Bau ist außerdem östlich vom Hotelturm das Novum Dienstleistungszentrum. Nördlich des Hochhauses fließt die Pleichach. Vor dem Hotelturm befindet sich die Haltestelle Schweinfurter Straße der Buslinien, die Straßenbahn-Haltestelle am Berliner Platz ist nicht weit.

Trivia[Bearbeiten]

  • Als Optimist outete sich Bürgermeister Georg Rosenthal zur Fertigstellung des Hotelturms: Er schloss Wetten mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Landrat Eberhard Nuß ab, dass der Turm bis Ende 2011 fertig werden würde. An Fasching 2010 trug Rosenthal außerdem ein T-Shirt mit aufgedrucktem Hotelturm. [18] Bei den meisten Würzburgern hält sich jedoch der Optimismus in Grenzen, was der neunjährigen Baustelle geschuldet ist. Rosenthal verliert die Wette.
  • Ein bereits 1969 vorgestellter Plan zum Bau eines 50 Meter hohen Hotelturms neben der Alten Mainbrücke wurde hingegen nicht realisiert (Josef Kern: Die Bildende Kunst abseits der Zentren, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günther Krenig, Band 5/2, Echter-Verlag, Würzburg 2002, S. 247-316, S. 271).

Bildergalerie[Bearbeiten]

Anschrift[Bearbeiten]

GHOTEL hotel & living Würzburg
Schweinfurter Straße 1-3
97080 Würzburg
wuerzburg@ghotel.de

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Schweinfurter Straße
Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestelle: Berliner Platz


Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Main-Post: „Der Hotelturm wird fertig“ (17. September 2007)
  2. Main-Post: „Hineingeschaut - Endspurt im Hotelturm“ (26. Oktober 2012)
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 PrimaSonntag: Chronologie des Hotelturms
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 Main-Post: „Würzburger Hotelturm ist fertig“ (13. November 2012)
  5. Main-Post: „Hotelturm - Letzte Finanzierungsfragen sollen geklärt werden“ (23. Juni 2010)
  6. 6,0 6,1 Main-Post: „Hotelturm-Investor will Vier-Sterne-Flaggschiff errichten“ (9. Oktober 2009)
  7. Info auf der GHOTEL-Homepage
  8. Main-Post: „Hotelturm - Ein Zimmer und Gerüchte um den Weiterbau“ (18. November 2011)
  9. Main-Post: „Außenaufzug am Hotelturm montiert“ (21. November 2011)
  10. Main-Post: „Der Kran ist wieder da“ (3. Januar 2012)
  11. Main-Post: „Hotelturm: Fassade bald geschlossen“ (2. Februar 2012)
  12. Main-Post: „Letzte Lücke wird geschlossen“ (11. April 2012)
  13. Main-Post: „Baustelle Hotelturm: 321 Stufen, 150 Handwerker, 17 Geschosse“ (11. Juli 2012)
  14. Main-Post: „Fensterputz in 58 Metern Höhe“ (19. September 2012)
  15. Main-Post: „Würzburger Hotelturm ist fertig“ (13. November 2012)
  16. Main-Post: „Ein Jahr im Hotelturm“ (13. November 2013)
  17. Main-Post: „Augsburger Investor kauft Hotelturm–Immobilie“ (15. Dezember 2016)
  18. Main-Post: „Streitthema Hotelturm: Eine Bautafel macht Hoffnung“ (17. Februar 2010)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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