Pia Beckmann

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Die ehemalige Würzburger Oberbürgermeisterin Dr. Pia Beckmann beim CSU Familiensommerfest am 18. August 2007 in Würzburg.

Dr. Pia Beckmann (* 14. Mai 1963 in Gerolzhofen) ist promovierte Germanistin und Romanistin, war Würzburger Kommunalpolitikerin (CSU) und ist Unternehmerin. [1] Von 2002 bis 2008 hatte sie als erste Frau das Amt des Oberbürgermeisters von Würzburg inne.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach dem Studium der Germanistik und Romanistik an der Würzburger Julius-Maximilians-Universität verfasste sie ihre Doktorarbeit im Fach Germanistik zum Thema Schwangerschaftsabbruch als sprachliches Problem – Eine linguistische Textanalyse ausgewählter Gesetzentwürfe zur Reform des § 218 StGB. Sie erhielt Stipendien der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Universität Würzburg. Beckmann war von 1991 bis 1998 Lehrbeauftragte für Deutsche Sprachwissenschaft an der Julius-Maximilians-Universität.[2]

Von 1991 bis 2002 leitete sie den Familienbund der Katholiken in der Diözese Würzburg als Vorsitzende des Vorstands. In dieser Zeit rief sie mit ihrem Team drei landes- und bundesweite Modellprojekte zur Förderung von Familien und Menschen mit Behinderung ins Leben:

  1. Sie war Initiatorin und Mitbegründerin des vom Bundesministerium für Forschung und Technologie unterstützten deutschlandweiten Modellprojekts für Erneuerbare Energien mit Erdwärme und Photovoltaik (1992-1994), ein Hausbauprojekt für Familien. Dabei entstanden 20 Häuser nach dem Prinzip: ökologisch, flächensparend, kostengünstig, aber auch mit sozialer Komponente mit Car-Sharing, Gemeinschaftsflächen und Nachbarschaftshilfe. [3] Aus diesem Grund wurde das Hausbauprojekt in Hettstadt außerdem als Pilotprojekt vom Bayerischen Sozialministerium gefördert. [4]
  2. 1999 begründete sie mit ihrem Team im Familienbund, sowie dem Institut für Sozialpädagogik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, dem Heilpädagogischen Forum e.V. [5] und dem Delfinarium im Tiergarten Nürnberg das Modellprojekt „Delfintherapie für Kinder mit Behinderung und schwersten Kommunikationsstörungen“. [6]
  3. Im Jahr 2001 rief Beckmann mit dem Vorstand des FDK und der von ihr gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Familien und Behinderung“ das Projekt INTAKT, www.intakt.info, ins Leben, das vom Bayerischen Sozialministerium als Modellprojekt gefördert wurde. Inhalt der Internet-Plattform ist der Austausch zwischen Eltern von Kindern mit Behinderung, die zeit- und ortsunabhängige Bereitstellung aller Informationen und Erfahrungen für Betroffene sowie der Zugang zu einem Experten-Netzwerk. [7] Durch das INTAKT-Forum können die Nutzer ihr Fachwissen erweitern und weitergeben, das sie als Betroffene tagtäglich gewinnen. Beckmann ist bis heute Mitglied im Gesamtbeirat von INTAKT. [8]

Politischer Werdegang[Bearbeiten]

Pia Beckmann war bereits seit 1996 als Stadträtin tätig. Bei der Kommunalwahl am 3. März 2002 erhielt sie im ersten Wahlgang 29,6 Prozent der Stimmen. Sie lag damit vor dem amtierenden Oberbürgermeister Jürgen Weber von der Würzburger Liste und allen anderen fünf Gegenkandidaten. In der Stichwahl am 17. März konnte sie sich mit fast 53,8 Prozent gegen Weber durchsetzen. In ihrer Funktion als Oberbürgermeisterin gehörte sie von 2005 bis 2008 auch dem Präsidium des Deutschen Städtetages an.

Bei der Stichwahl am 16. März 2008 verlor sie knapp und musste ihre Position an Georg Rosenthal abgeben. Seitdem ist die Doktorin der Germanistik weiterhin als Stadträtin tätig. Bei der Wahl zum Würzburger CSU-Kreisvorstand 2009 unterlag sie bei ihrer Bewerbung zum stellvertretenden CSU Vorsitzenden deutlich. [9]

Im Herbst 2013 beschloss Pia Beckmann sich für die Kommunalwahl 2014 nicht mehr aufstellen zu lassen und von der kommunalpolitischen Bühne abzutreten. Heute ist sie in der freien Wirtschaft beschäftigt. [10]

Oberbürgermeisterin in Würzburg[Bearbeiten]

Zentraler Aspekt ihrer Amtszeit war die Konsolidierung des städtischen Haushalts. Daneben gab es einige politische Themen, die besondere Aufmerksamkeit in der Bevölkerungen fanden: Die am Bürgerentscheid gescheiterten Würzburg Arcaden [11], die Troglösung der Autobahn am Heuchelhof im Zuge des A3-Ausbaus [12], die mittelfristige Sicherung des Theaters, die Renovierung des Hauptbahnhofs, der Hochwasserschutz am Main, die Entwicklung am Mozart-Gymnasium [13], die Erweiterung des Kongresszentrums, das 1300jährige Stadtjubiläum 2004, der Umbau am Alten Hafen samt Modernisierung des Heizkraftwerks zur Nahwärmeversorgung der Stadt [14], die Neugestaltung des Mainufers, das umstrittene Forum am Markt im Zusammenhang mit der Sanierung der dortigen Tiefgarage sowie die Erneuerung der Zellerauer Mitte mit Quartiersmanagement und Sozialem Fokus. [15]

Berufliche Tätigkeit nach der Zeit als Oberbürgermeisterin[Bearbeiten]

Beckmann gründete im August 2008 die Unternehmensberatung Beckmann Consulting und war außerdem von 2011 bis Dezember 2013 Mitgesellschafterin und Geschäftsführerin der clean energy GmbH in Giebelstadt, einer Gesellschaft mit Fokus auf Energiespeicher für netzgebundene und netzferne Anwendungen. [16] Im Mai 2013 stellte sie, gemeinsam mit ihrem Partner-Unternehmen der Faktor GmbH in Kolbermoor, den ersten TÜV-zertifizierten Megawatt-Speicher auf Lithium-Eisenphosphat-Basis vor. [17]

Dozentin[Bearbeiten]

Von 2008 bis 2012 war Pia Beckmann außerdem Lehrbeauftragte für Master-Studierende an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, am Lehrstuhl für BWL und Wirtschaftsinformatik. [18] Ab 2014 arbeitete sie mit ihrer Unternehmensberatung u.a. als Partnerin der Faktor GmbH Kolbermoor. [19]

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten]

Beckmann setzt sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ebenso ein wie für die Förderung von Frauen. [20]

Seit 2010 ist sie Vorsitzende des Stiftungsrates der Bayerischen Landesstiftung „Hilfe für Mutter und Kind“. [21]

Seit 2008 ist Beckmann regelmäßig ehrenamtlich im Universitätsklinikum Würzburg (Zentrum für Innere Medizin und Zentrum für operative Medizin) tätig. Gemeinsam mit Klaus Hiltrop, Kindern und Freunden führte sie, als ehrenamtliche Initiative, eine Charity-Auktion zugunsten von Familien mit behinderten Angehörigen durch, die nach der Versteigerung ungewöhnlicher Leistungen und Unikate mit 20.000 EUR bedacht werden konnten. [22] Hiltrop und Beckmann sowie ihr Sohn, Lukas Beckmann, erstellten mit Predigten des Kunstreferenten Domkapitular Jürgen Lenssen eine Benefiz-CD unter dem Titel „Meditation und Musik - Sonntags, halbzwölf, mit Jürgen Lenssen“. Der Erlös aus dem Verkauf wurde zu 100 % für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen eingesetzt. [23] [24]

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Beckmann war mit dem Juristen Rainer Beckmann verheiratet und hat vier Kinder. Ihre Tochter Maria Beckmann belegte bei der vierten Staffel von Germany’s Next Topmodel den vierten Platz. 2013 heiratete Beckmann Klaus Hiltrop.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Main-Post: „Ex-OB: Was aus Pia Beckmann geworden ist“ (1. November 2013)
  2. Vgl. die Vorlesungsverzeichnisse der Universität Würzburg von WS 1991 bis SS 1998.
  3. „Preiswertes Bauen für Familien mit Photovoltaik und Erdwärme sowie sozialer Zusammenarbeit durch car-sharing u.a.“ in Hettstadt/Ufr., Bayern, Org.: Familienbund der Katholiken.
  4. Vgl. Wohnungsbauprojekt Hettstadt. Familienbund der Deutschen Katholiken; Während der Realisierungsphase fanden ca. 40 Vollversammlungen und viele Arbeitsgruppen statt.
  5. "Das Heilpädagogische Forum Würzburg e.V." will die heilpädagogische Forschung sowie die Vermittlung heilpädagogischer Theorie und Praxis fördern."
  6. Vgl. Main-Post: „Die Delfintherapie kann helfen“ (11. Dezember 2006)
  7. Internetseiten der Online-Plattform INTAKT für Menschen mit Behinderung
  8. Internetseiten von INTAKT
  9. Main-Netz.de: „CSU schickt Ex-OB Pia Beckmann auf das politische Abstellgleis“ (23. April 2009)
  10. Main-Post: „Ex-OB: Was aus Pia Beckmann geworden ist“ (1. November 2013)
  11. Main-Post: „Vor fünf Jahren: Bahnhofs-Arcaden abgelehnt“ (2. Dezember 2011)
  12. Main-Post: „OB ruft zur Tunnel-Demo“ (7. Dezember 2005)
  13. Geschichte um die Gestaltung des Mozartareals auf mainpost.de
  14. Umwelterklärung 2013 auf wvv.de
  15. Quartiersmanagement Zellerau auf wuerzburg.de
  16. Impressum der clean energy GmbH
  17. Vgl. Wirtschaft in Mainfranken. Hrsg. IHK Würzburg-Schweinfurt. Ausgabe 06/2012, S. 8
  18. Vgl. Vorlesungsverzeichnis der Universität Würzburg, Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik, von WS 2008 bis SS 2012. - https://www.uni-wuerzburg.de/?id=98834
  19. Main-Post: „Ex-OB: Was aus Pia Beckmann geworden ist“ (1. November 2013)
  20. Vgl. z.B. Vortrag bei den Wirtschaftsjunioren im November 2016 in Würzburg
  21. Internetseiten der Landesstiftung Mutter und Kind
  22. Main-Post: „Ungewöhnliche Versteigerung: Der Bischof unterm Hammer“ (13. Dezember 2009)
  23. Main-Post: „Lenssens Predigt hilft Flüchtlingen“ (10. November 2014)
  24. Präsentation der Benefiz- CD zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen


Vorgänger Amt Nachfolger
Jürgen Weber Oberbürgermeister
2002 - 2008
Georg Rosenthal