Staustufe Würzburg
Die Staustufe Würzburg ist eine Doppelschleuse mit Wehranlage unmittelbar an der Alten Mainbrücke in Würzburg. Die Schleuse wurde 1954 in Betrieb genommen und hat eine Fallhöhe von 2,75 Metern, d. h. die Schiffe überwinden in ihr diesen Höhenunterschied. Die Schleusenkammer ist 293,10 Meter lang und 12 Meter breit.[1] Gerade von der Alten Mainbrücke aus lässt sich die Funktionsweise der Schleuse sehr gut nachvollziehen.
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[Bearbeiten] Großschleuse
In der Würzburger Schleuse befinden sich am oberen Ende, hin zum Oberwasser, ein Drehsegmenttor. Dieses lässt sich auch gegen den Wasserdruck und entgegen der Fließrichtung des Mains öffnen bzw. schließen. Dieses spezielle und vor allem kostenintensive Tor war 1955 beim Bau der Staustufe Würzburg notwendig, da der Abflussquerschnitt (Gedachter Querschnitt durch den Main senkrecht zur Fließrichtung) sehr schmal war und durch die Felssohle bzw. das Felsufer des Mains (Muschelkalk), sowie durch die Bebauung (Mainviertel) praktisch kaum veränderbar war (und ist).[2] Das Drehsegmenttor kann aufgrund seiner Bauweise auch zur Hochwasserregulierung eingesetzt werden, was bei normalen Schwenktoren nicht möglich ist.
Am unteren Ende der Schleuse, zum ablaufenden Unterwasser, befindet sich ein Stemmtor. Die beiden unter Wasserdruck zusammenklappenden Tore sind geöffnet in der Schleusenwand bündig versenkt und stellen kein Hinderniss für die Schifffahrt da. Die Funktionsweise ist vergleichbar mit einem zweiflügligen Tor. Sie verschließen sich keilförmig. Zum Öffnen ist bei aus der Kammer abgelassenem Wasser kaum Kraft nötig.
Das Wasser wird über sogenannte Grundlaufschützen bzw. Grundlaufkanäle (unsichtbares Rohrsystem in der Sohle der Schleusenkammer) in die bzw. aus der Kammer gelassen. Dies geschieht ohne Pumpen nur mit Hilfe des Wasserdrucks auf Grund des Gefälles.
[Bearbeiten] Kleinschleuse
Neben der Großschleuse befindet sich zur Flussmitte hin angeordnet noch eine ältere Kleinschleuse mit einer Schleusenkammer von 55 auf 10,5 Metern. Diese wurde 1893 unter großem Aufwand gebaut und wird gegenwärtig nicht mehr genutzt. Die Tore sind teilweise verfallen. Sie sollte den Umweg über den bis dahin noch existierenden Umlaufkanal vermeiden.
[Bearbeiten] Wehranlage
Die Wehranlage ist 10,85 Meter breit und ein Streichwehr: Dieses ist beinahe parallel zur Fließrichtung des Mains angeordnet.[3] Es ist ca. 300 Meter lang und besitzt eine fast ebene Kappe aus Stein und Beton. Dennoch ist das Wehr oftmals bewachsen.
[Bearbeiten] Kraftwerk
Zur Energiegewinnung werden im rechtsmainischen Wasserkraftwerk Untere Mainmühle drei Kaplanturbinen mit 50 m³ Durchfluss in der Sekunde betrieben. Diese haben eine Gesamtleistung von 0,91 Megawatt. Das Mainkraftwerk "Alte Mainbrücke" wurde 1921 eingerichtet. Einer der ehemaligen und ausgetauschten Turbinenläufer (gebaut 1923) ist heute unterhalb der Friedensbrücke, neben dem Heizkraftwerk ausgestellt.
[Bearbeiten] Weblinks
- Infoseite des Wasser- und Schifffahrtsamt Schweinfurt
- Seite im Mathemathik-Wiki der Universität Würzburg (sehr detailliert)
- Beschreibung der Schleusenanlage auf Wikipedia