Alte Mainbrücke

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Fotografie der Alten Mainbrücke mit Blick Richtung Dom im Februar 2009
Brücke vom Mainkai aus gesehen mit Festung
Blick von der Festung Marienberg auf die Alte Mainbrücke

Die Alte Mainbrücke ist die älteste Brücke in Würzburg und wurde zunächst vom Baumeister Enzelin im 12. Jhd. errichtet. Sie ist heute eine Fußgängerbrücke und verbindet die Würzburger Altstadt mit dem Mainviertel und dem Marienberg, auf dem die Festung steht.

Die Alte Mainbrücke ist eines der Wahrzeichen Würzburgs. Berühmt ist sie vor allem wegen der darauf befindlichen 12 Statuen von Heiligen, die im weitesten Sinn mit Franken und Würzburg in Verbindung stehen.

Ein Tastmodell der Brücke befindet sich am linksmainischen Aufgang.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die erste Alte Mainbrücke wird erstmals 1133 urkundlich erwähnt. Sie gilt als die "älteste deutsche Steinbrücke von größerer Länge"[1]. Der Erfolg des Baus zeugt vom besonderen technischen Können des Baumeisters Enzelin. Die Verbindung der links- und rechtsmainischen Stadtgebiete wurde durch den Bau unabhängig von Fähren und Witterung, was insbesondere dem aufstrebenden Handel zu Gute kam. Die Brücke war an beiden Aufgängen mit Toren versehen. Außerdem bestand stadtseitig eine Brückenkapelle, die dem Hl. Godehard geweiht war.

Durch die winterliche Vereisung und die zahlreichen starken Hochwasser des 14. und 15. Jhd. wurde die Brücke zunehmend geschwächt. Schließlich waren fast alle Brückenbögen zerstört, eine provisorische Holzkonstruktion überspannte die Brückenpfeiler. Ausbesserungsarbeiten wurden begonnen, sie zogen sich aber wegen mangelnder finanzieller Mittel über Jahrzehnte hin und verbesserten die Situation kaum. 1468 musste eine Verkehrsbeschränkung verhängt werden. Fürstbischof Rudolf von Scherenberg sorgte schließlich für einen Neubau der Brücke ab 1476. Zahlreiche Schwierigkeiten während der Baus verzögerten die Fertigstellung. Die Steinbögen waren erst im Jahr 1703 wieder komplett. Ab 1725 wurde die Brücke mit den 12 Heiligenfiguren geschmückt.

Sie blieb die einzige Brücke Würzburgs bis zur Fertigstellung der Luitpoldbrücke/Friedensbrücke 1888 sowie der Ludwigsbrücke/Löwenbrücke 1894. Die Alte Mainbrücke blieb ohne weitere nennenswerte Schäden bis zum 2. Weltkrieg erhalten. Am 2. April 1945 wurden der vierte und fünfte Brückenbogen durch deutsche Truppen gesprengt. Dabei wurden auch die Brückenheiligen beschädigt. Der Einmarsch der amerikanischen Armee wurde durch die Sprengung aber kaum verzögert, die Lücke durch Stahlträger schnell überbrückt. Bis 1950 wurde die Alte Mainbrücke restauriert. 1978 waren auch alle Figuren wieder hergestellt. Seit 1992 gehört die Brücke zur Fußgängerzone.

[Bearbeiten] Konstruktion

Die Alte Mainbrücke ist eine Steinbogenbrücke mit einer Länge von 185 Metern und einer Breite von insgesamt ca. 7,5 Metern (Fahrbahnbreite etwa 4 Meter).

Die Brücke besteht aus acht Bögen, wovon zwei Bögen mit Natursteinen verkleidete Stahlbetongewölbe sind. Die Fundamente und Steinpfeiler sind wiederum aus Muschelkalk, der aus einem Eibelstädter Steinbruch kam.

Linksmainisch befindet sich unterhalb des letzten Brückenbogens die Schleuse Würzburg.

[Bearbeiten] Die Brückenheiligen

[Bearbeiten] Entstehung

Den Auftrag für den Entwurf von 12 Heiligenfiguren gab der Fürstbischofs Christoph Franz von Hutten 1725 an Clemens Lünenschloß. Daraufhin schufen Johann Sebastian Becker und Volkmar Becker zunächst die sechs Figuren der Südseite: St. Totnan, St. Kilian, Patrona Fronconiae, St. Kolonat, St. Burkard und St. Bruno. Nach dem Tod des Fürstbischofs von Hutten 1729 führte Friedrich Karl von Schönborn die Planungen fort. Für die Nordseite wählte er Pipinus, St. Fridericus, den Hl. Josef, St. Nepomuk, Carolus Borromäus, und Karl den Großen. Sie wurden von Claude Curé geschaffen. Nicht umgesetzt wurden die ursprünglich von Hutten gewünschten St. Christophorus, St. Aquilin und Bischof Arn. Wegen starker Verwitterung des verwendeten Sandsteins wurden alle Figuren zwischen 1852 und 1926 erneuert.

[Bearbeiten] Figuren

Totnan (geb. in Irland; † um 689 in Würzburg den Märtyrertod), war neben Kolonat der Begleiter des Missionsbischofs Kilian, der Frankenapostel schlechthin. Totnan ist Mitpatron des Bistums Würzburg. Kilian, Totnan und Kolonat habe ihren Gedenktag am 8. Juli.
Wie seine beiden Begleiter Totnan und Kolonat stammt Kilian aus Irland und christianisierte Teile Frankens. Er starb den Märtyrertod mit Totnan und Kolonat.
Kolonat (geb. in Irland; † um 689 in Würzburg den Märtyrertod), war neben Totnan ein Begleiter des Missionsbischofs Kilian, der Frankenapostel schlechthin. Kolonat ist Mitpatron des Bistums Würzburg. Kilian, Totnan und Kolonat habe ihren Gedenktag am 8. Juli.
  • St. Johannes v. Nepomuk
Für dessen Heiligsprechung hatte sich Friedrich Carl von Schönborn stark gemacht.
  • St. Fridericus
Namenspatron des Fürstbischofs von Schönborn
  • Pippin
Er hat das junge Bistum Würzburg nach seiner Gründung finanziell und materiell großzügig unterstützt.
  • St. Carolus Borromäus
Namenspatron des Fürstbischofs von Schönborn
  • St. Burkard
erster Bischof von Würzburg
Gedenktag: 14. Oktober
  • St. Bruno
Attribute: Buch, Totenschädel, Kruzifix, dessen Enden in Blätter ausschlagen, und sieben Sterne
Nothelfer: er wird gegen Bessenheit und die Pest angerufen.
Gedenktag: 6. Oktober.
  • Kaiser Karl der Große
als Begründer des Frankenreiches
  • Joseph mit Jesuskind
  • Jungfrau Maria
als die "Herzogin von Franken"

[Bearbeiten] Wappen

Die Sockel der Statuen auf der Südseite sind mit dem Wappen des Fürstbischofs Christoph Franz von Hutten geschmückt. Fünf Sockel der Nordseite tragen das Wappen des Fürstbischofs Friedrich Karl von Schönborn, ein Monogramm des selben befindet sich bei der Statue des Hl. Josef.

[Bearbeiten] Veranstaltungen

Feste und Aktivitäten, die auf der Alten Mainbrücke - bzw. im direkten Umfeld - stattfinden:

[Bearbeiten] Einzelhandel und Gastronomie

rechtsmainisch (Innenstadtseite):

  • Restauraunt Alte Mainmühle mit Brückenschoppen-Ausschank
  • Mainwein Weinbistro der GWF
  • Optik Schmidt
  • Vollkornbäckerei Köhler
  • Modehaus Wöhrl

linksmainisch (Mainviertel):

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Literatur/Quellen

Otto Meyer: Die Alte Mainbrücke und ihre Heiligen. Sonderdruck aus dem Mainfränkischen Jahrbuch 23/71, Verschönerungsverein Würzburg, 1972.

  1. Werner Dettelbacher: Die Alte Mainbrücke. Stürtz Verlag, Würzburg 1983, S.5
  2. Homepage des Veranstalters von Klein Montmartre
  3. Homepage der Fischerzunft Würzburg