Festung Marienberg

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Festung Marienberg
Stadt Würzburg
Entstehungszeit Keltische Fliehburg. Beginn des Ausbaues 6. Jahrhundert
Typologie Höhenburg
Höhe 267 m ü. NN
Festung von Osten
Festung von Norden
Festung vom Flugplatz Schenkenturm aus

Die Festung Marienberg diente über Jahrhunderte als Herrschaftssitz der Würzburger Fürstbischöfe. Die Burg thront auf dem Marienberg, der sich linksmainisch über die Würzburger Altstadt erhebt. Sie wurde im Lauf der Zeit mehrfach um- und ausgebaut und mit zahlreichen Befestigungsanlagen umgeben. Als ältester erhaltener Teil gilt die Marienkirche aus dem Jahr 706.

Die Festung ist ein Wahrzeichen und touristischer Anziehungspunkt Würzburgs. Heute befinden sich in den Gebäudeteilen u.a. das Mainfränkische Museum und ein Tagungszentrum. An den Hängen unterhalb der Burganlage finden sich bedeutende Weinlagen und der Park der Landesgartenschau 1990.

Lage[Bearbeiten]

Die Festung erhebt sich - von weither sichtbar - auf der Höhe des Marienbergs linksmainisch über der Stadt Würzburg. Der Bergrücken fällt nach drei Seiten steil ab: Am Süd- und Osthang finden sich bedeutende Weinlagen (Innere Leiste und Schlossberg), zum Mainufer erstreckt sich das Mainviertel, am Nordhang der Park der Landesgartenschau 1990 und Kleingärten. Nur nach Westen setzt sich der Höhenzug fort und führt in Richtung Höchberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Darstellung von Merian (1656)
Darstellung von Merian (1656)

Schon früh erkannten die Menschen die Vorteile der Bergkuppe des Marienbergs: Sie bot Schutz vor dem Hochwasser, vor wilden Tieren und eine beachtliche Weitsicht über die Umgebung. Am Standort der Festung bestand zu keltischer Zeit eine Fliehburg (etwa 1000 v. Chr., in der sogenannten Hallstattzeit), vermutlich in Form eines Ringwalls. Grabungen im inneren Burghof förderten Tonscherben einer keltischen Siedlung zutage.[1] Die Kelten mussten wiederum ihre Höhenburg den anstürmenden Germanen überlassen. Am nördlichen Fuße des Berges (heutige Zellerau) fand man Gräber aus frühgermanischer Zeit.[1] Ab dem 6. Jahrhundert wurde die bereits befestigte Burg von den Franken unter ihren Merowingerkönigen genutzt. 706 wurde die Marienkirche (Würzburgs älteste Kirche) geweiht und um 789 von Karl dem Großen eine sechs Meter hohe Wehranlage aus Holz und Lehm mit Erdwall und Fachwerkbauten errichtet.

Erstmals eine Steinmauer errichtete in der Stauferzeit (11. bis 13. Jahrhundert) im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Staufern und Welfen der Würzburger Bischof Konrad von Querfurt:[2] Es handelte sich um eine hohe, mit gedecktem Wehrgang ausgestattete Ringmauer, an deren Westseite sich ein Halsgraben mit Zugbrücke befand. Die Mauer musste damals noch nicht Feuerwaffen standhalten können. Unter Konrad von Querfurt begann auch der Bau des Bergfriedes um das Jahr 1200, sowie des nördlichen Fürstenbaus. Von Freeden nimmt an, dass die Außenwände der heutigen Gebäude auf Querfurts Mauer aufsitzen - Teile des Nordbaues sind außerdem noch zu sehen.[3]

Ab dem 13. Jahrhundert wurde außerdem die Hofhaltung der Fürstbischöfe auf dem Marienberg eingerichtet. Hermann I. von Lobdeburg war der erste Fürstbischof, dem die Festung ab 1253 als Quartier diente. 1308 wurde mit der Verlängerung der Bauten begonnen und es entstand der erste Turm an der südöstlichen Ecke, der Randersackerer Turm (Sonnenturm). Das alte Zeughaus, der Hofstubenbau und das Scherenbergtor (von Wolfskeel begonnen, 1482 von Scherenberg fertiggestellt) entstanden ab 1466 und schlossen die Hauptburg ab. Außen herum wurde von Otto II. von Wolfskeel ein erster Befestigungsring mit Graben gezogen, die sogenannte Wolfskeelsche Ringmauer (bzw. Wolfskeelscher Bering).[3] Die heute noch vorhandene Ringmauer der Hauptburg war Querfurts Mauer vorgelagert und war wesentlich stärker und höher, um auch Feuerwaffen standzuhalten. Von der ersten Kanone auf der Festung Marienberg ist in einer Aufzeichnung aus dem Jahr 1347 die Rede.[3] Die Ringmauer wird fälschlicherweise auch Scherenbergbering genannt, obwohl Rudolf II. von Scherenberg diese Mauer lediglich verstärkte und auf der Nordseite mit einer Galerie (gewölbter, heute noch zugänglicher Verteidigungsgang mit Schießscharten ausstattete.[4]

Lorenz von Bibra ließ die Burg zu Beginn des 16. Jahrhunderts im Stil der Renaissance ausbauen und die Wehranlagen erweitern. Bekannt ist vor allem die achteckige Bibratreppe, ein beeindruckender Treppenturm am Fürstenbau. Letztendlich hielt die Burg dem Ansturm im Bauernkrieg im Jahr 1525 stand. Ende des 16. Jahrhunderts kam es zu einem Großbrand, wobei Teile der Burg zerstört wurden. Julius Echter ließ in der Folge (ab 1573) die Burg weiter im Stil der Renaissance um- und ausbauen: Der Südflügel wurde zur Bibliothek und Winterwohnung ausgebaut, der Marienturm wurde errichtet und die Marienkirche erweitert. Das Erscheinungsbild, das teilweise auch mit Echterstil umschrieben wird, blieb bis heute erhalten. Die Anlage wurde dabei auch um einen zweiten Hof bis zur Echterbastion erweitert, der Echterschen Vorburg. Ziel war es, die flache Westseite besser abzusichern und neuen Raum zu gewinnen. Zwar war die Echterbastei massiv mit schweren Geschützen bewaffnet, jedoch zeichnete sich im Nahbereich (dem „toten Winkel") eine eklatante Schwäche ab: Die Schweden konnten mühelos mit einer Petarde [1] das Echtertor sprengen: Im Dreißigjährigen Krieg eroberte Gustav II. Adolf von Schweden 1631 die Stadt und die Festung.[5] Nach der Vertreibung der Schweden wurde die Burg 1648 zur Reichsfestung erhoben. Sie wurde ab 1642[6] zur barocken Festungsanlage ausgebaut (Hauptburg und Echtersche Vorburg blieben jedoch unverändert) und mit den damaligen Waffen entsprechenden Bastionen und Toren versehen. Vorreiter war Johann Philipp von Schönborn, der das gleichnamige Schönborntor und das Neutor errichtete und dessen Wappen an vielen Bastionen prangt. So wurde die unsichere Westseite abgesichert und der Angriff der Schweden blieb letztendlich der einzige erfolgreiche in der Geschichte der Festung. Von Johann Gottfried von Guttenberg wurde das Innere Höchberger Tor fertiggestellt.

Ab dem Jahr 1708 erfolgte eine Erweiterung der Burganlage um einen dritten Hof (Greiffenclauhof) mit dem (neuen) Zeughaus und Spital durch Johann Philipp von Greiffenclau. Die Befestigung wurde um mehrere Vorwerke und das Äußere Höchberger Tor ergänzt. 1720 wurde die Residenz der Fürstbischöfe von der Burg mitten in die Stadt hinunter verlegt. Die Festung behielt zunächst ihren militärischen Charakter. Als letzte größere Verteidigungsanlage wurde 1724-1729 an der Südwestflanke der Maschikuliturm zur Absicherung der Bastionen errichtet. Angriffe auf die Festung konnten 1800 (Franzoseneinfall) und 1866 (Bruderkrieg) abgewehrt werden. Nach dem Aufheben der Festungseigenschaft 1867 begann die Burg zu verfallen. Von 1871 bis 1919 beherbergte die Festung die königl. bayer. 2. Train-Abteilung.[7]

Von 1920 bis 1933 diente die Festung der Landespolizei als Unterkunft.[7] Ab 1937 wurden große Teile der Burg als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme durch die bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen restauriert. Dabei kamen viele verborgene Teile wieder zum Vorschein, zum Beispiel das zum Schutz vor Kanonenkugeln grob eingemauerte Brunnenhaus und die Pferdeschwemme. Zu dieser Zeit wurde auch ein erstes Museum im Fürstenbau errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde bei den Luftangriffen Würzburgs am 16. März 1945 auch die Festung stark beschädigt: Große Flammen schlugen insbesondere aus den Dachstühlen der Echterbastei und der Bauwerke rund um den inneren Burghof. Die Bewohner der Burg (darunter vor allem Frauen und Kinder) unternahmen mit einer auf der Festung untergebrachten Saug- und Druckspritze die erste Brandbekämpfung. Trotz vieler Schwierigkeiten und Nahrungsmangel gelang es der Feuerwehr nach zehn Tagen und neun Nächten, die Brände auf der Festung zu löschen und so das Wahrzeichen der Stadt dauerhaft für die Nachwelt zu sichern.[8] Bereits ab 1950 wurde die Festung Marienberg wieder aufgebaut.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Im barocken Neuen Zeughaus befindet sich heute das Mainfränkische Museum. Dort gibt es eine Sammlung fränkischer Kunstwerke, u.a. die Plastiken von Tilman Riemenschneider und eine vorgeschichtliche Sammlung sowie Zeugnisse fränkischer Weinkultur und eine Volkskunde-Abteilung. Im Ostflügel befindet sich das Fürstenbaumuseum mit fürstbischöflichen Wohnräumen, der Schatzkammer und einer Abteilung zur Stadtgeschichte Würzburgs. [9]

Durch die Burggaststätten wird gegenwärtig der südliche Hofstubenbau (mit dessen Außenterrassen) gastronomisch genutzt: So stehen unter anderem mit Fürstensaal, der Orangerie, der Ritterstube und der Turmklause historische Räumlichkeiten zur Verfügung. Ebenfalls im Hofstubenbau befindet sich ein Tagungszentrum [2] des städtischen Eigenbetriebs Congress-Tourismus-Würzburg.

Mit der Schänke zur alten Wache gibt es nördlich des Neuen Zeughauses einen im Sommer geöffneten Biergarten.

Besucherinformation[Bearbeiten]

Burgführungen[Bearbeiten]

  • von März bis Oktober
Dienstag bis Freitag: 11:00, 14:00, 15:00 und 16:00 Uhr
An Samstagen, Sonn- und Feiertagen: 10:00, 11:00, 13:00, 14:00, 15:00 und 16:00 Uhr
Führung in englischer Sprache: 15:00 Uhr [10]
  • Treffpunkt: Kasse im Museumsladen (im Vorhof)
  • Kosten: Erwachsene 3,50 €, Gruppen ab 15 Personen 2,50 € pro Person. Verbundkarte Burgführung und Fürstenbaumuseum 6,- € pro Person.
Haltestelle Schönborntor

Festungsführung via Smartphone[Bearbeiten]

  • Auf Youtube gibt es hier eine 1 1/2 stündige Zeitreise rund um die Festung fürs Handy. Einfach auf dem unteren Besucherparkplatz den Link mit dem Smartphone aufrufen und die Führung starten.

Anfahrt/Fußwege[Bearbeiten]

Architektonischer Aufbau[Bearbeiten]

Lageplan

Innere Burg[Bearbeiten]

Im Inneren Burghof finden sich die Marienkirche, der Bergfried und der Brunnentempel mit dem Tiefen Brunnen. Um die Freifläche bildet die Hauptburg eine Vierflügelanlage, bestehend aus dem Fürstenbau (Ostflügel), dem Bibliotheks- und Hofstubenbau (Südflügel), dem Alten Zeughaus (Westflügel) und der Schottenflanke (Nordflügel). Zur Anlage zählen auch der Kiliansturm im Nordwesten, der Marienturm im Nordosten sowie der Randersackerer Turm und Küchenturm im Südosten. Der Zugang zum Inneren Burghof erfolgt über das Scherenbergtor an der Westfront. Um die alte Burg legt sich dreiseitig die Wolfskeelsche Ringmauer mit dem vorgelagerten Halsgraben. Im Osten, unterhalb der fürstbischöflichen Wohnräume, erstreckt sich nach einem schmalen Wehrgang der Fürstengarten.

Im Inneren Burghof befinden sich die Zugänge zum Fürstenbaumuseum, den Burggaststätten, zum Tagungszentrum Festung Marienberg, zu Teilbereichen der Ringmauer sowie zum Fürstengarten.

Echtersche Vorburg[Bearbeiten]

Jenseits des Halsgrabens, vor dem Scherenbergtor, ließ Julius Echter um 1605 an Stelle der bestehenden Wirtschaftsgebäude eine Vorburg anlegen. Der etwa 45 x 50 Meter große Hof wird im Norden und Süden von zweigeschossigen Flügelbauten gesäumt, welche einst reich mit Giebeln geschmückt waren. Diese dienten als Wirtschafts- und Lagerräume sowie als Pferdestall. An der gefährdeten Westseite entstand ein neues Bollwerk: die Echterbastei, durch welche ein neues Zufahrtstor, das Echter- oder Michaelstor eingerichtet wurde. Bei der Echterbastei handelt es sich um einen oberirdischen Kasemattenbau mit Kanonenständen und einer mächtigen, überdachten Brustwehr (ähnlich: Hirtenturm). Etwa mittig im Hof entstand eine große Pferdeschwemme mit Brunnen für die Säuberung und Abkühlung der Pferde. Die Pferde wurden hierzu über die flachen, relativ breiten Stufen in das Wasserbecken geführt und konnten dort festgebunden werden. Der Untergrund war so gestaltet, dass die Tiere mit ihren Hufen den Boden nicht aufwirbeln konnten. Die Wasserversorgung erfolgte über eine Bleileitung aus Höchberg. Vom Echterhof führen Treppenwege einerseits in den Halsgraben (links vor der Brücke zum Scherenbergtor), andererseits zum Wall jenseits des südlichen Halsgrabens. Im Bereich der Echterschen Vorburg befindet sich der Museumsladen mit dem Treffpunkt für die Burgführungen, ein Kiosk und eine Toilettenanlage.

Greiffenclauhof[Bearbeiten]

Das Neue Zeughaus entstand ab 1709 unter Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau auf der Esplanade vor der Echterbastei. Es umschließt zweiseitig einen Platz, der auch Greiffenclauhof genannt wird. Im Bereich des Greiffenclauhofs befinden sich der Zugang zum Mainfränkischen Museum und die Burgschänke. Zugänglich ist dieser äußerste Hof der Burganlage über das Schönborntor und über den Fußweg durch die Schönbornsche Ausfallpforte. Durch das nördliche Neue Zeughaus führt ein Tor zur Schwedenschanze.

Die Bastionen und Befestigungsanlagen[Bearbeiten]

Die so genannte Schwedenschanze westlich des Neuen Zeughauses (Greiffenclauhof) wird von mehreren Bastionen (= Basteien) und Festungsbauwerken umfasst:

  • Die Bastionen Belona (bzw. Bellona) und Mars flankieren die Schwedenschanze im Nordwesten bzw. Südwesten. Mit dem Bau wurde ca. 1649 begonnen.[6] Charakteristisch für diese Bollwerke sind die hohen Mauern und der Eigenschutz, der durch die hervorstehende Bauweise möglich ist.
  • Unterhalb dieser Bastionen befinden sich vorgelagert die Werke Frankenland (Südwesten) und Teutschland (Nordwesten, Greiffenclautor) und der Niederwall (unmittelbar unterhalb der Bastionen), die mit Wehrgängen und Geschützen ausgestattet waren. Bei Frankenland und Teutschland handelt es sich um Vorwerke, die nicht direkt mit der Burg verbunden sind. Auch das zentral gelegene Reichsravelin (auch „Schwarze Katz“) mit seinem fast dreieckigen Grundriss stellt ein eigenständiges Außenwerk dar. Das Ravelin ("Wallschild") sollte die Bastionen und Vorwerke zusätzlich schützen und die Angreifer in bestimmte Richtungen kanalisieren - dessen Mauern erreichen jedoch nicht die Höhe der Bastionsmauern. Frankenland, Teutschland und Reichsravelin wurden 1673 bis 1730 errichtet.[6]

Nach Süden hin schließen sich die Bastionen St. Nikolaus (südlich der Echterschen Vorburg) und St. Johann Baptist (Südosten) an, die in etwa zeitgleich mit den Bastionen Belona und Mars errichtet wurden. Der an St. Johann Baptist anschließende Höllenschlund (Schänzle) wurde erst 1715 gebaut.[6]

Nach Norden ist die Burg durch die Bastion Wer da? (heute befindet sich darauf der Biergarten Schänke zur alten Wache), die Bastion Cäsar (auf Höhe des Kiliansturmes, mit vorgelagerter Bastion St. Michael) und die Bastion St. Johann Nepomuk (ganz im Nordosten) abgesichert, mit deren Bau ebenfalls um etwa 1649 begonnen wurde.[6] Dem vorgelagert sind im Norden weitere Bastionen - beispielsweise im Bereich des Neutores: Östlich vom Tor die Bastion St. Georg, westlich davon die Bastion St. Sebastian. Auf halber Strecke zwischen St. Johann Nepomuk und St. Georg trifft man auf die zur Stadt hin ausgerichteten Bastion St. Carl.

Eine Besonderheit stellt auch die um 1719 begonnene und 1737 fertiggestellte Teufelsschanze dar: Das Außenwerk war eigenständig, bewaffnet mit schweren Geschützen und sollte die Angreifer von den Bastionen fernhalten. Auch ein unterirdisches Sprengen der Mauern sollte so verhindert werden. Von der Teufelsschanze wurden gezielt auch Gegenangriffe vorgenommen, die durchaus Erfolg hatten.[6]

Türme[Bearbeiten]

Freistehend im inneren Burghof erhebt sich der ca. 40 Meter hohe Bergfried, der als Wachtturm, als Verließ, aber auch als letzter Zufluchtsort im Fall der feindlichen Erstürmung der Festung diente.

Drei Türme befinden sich an den Ecken der Hauptburg:

Zur Befestigung um die Hauptburg gehören mehrere kleinere Rundtürme, welche die Wolfskeelsche Ringmauer spätestens seit der Scherenbergzeit begleiten.

Jüngster Turm der äußeren Befestigungsanlagen ist der Maschikuliturm. Als letzte wehrtechnische Anlage der Festung wurde er von 1724 bis 1729 in den Weinbergen am südlichen Hang des Marienbergs errichtet.

Tore[Bearbeiten]

Die Tore an der Burg und den umgebenden Befestigungsanlagen:

Grünanlagen[Bearbeiten]

  • Der Fürstengarten befindet sich auf der Ostseite der Burg unterhalb der fürstbischöflichen Wohnräume.
  • Die Anlagen der Landesgartenschau 1990 erstrecken sich am nördlichen Hang des Marienbergs zwischen den Mauern der Burgbefestigung bis zum Zeller Tor.

Husarenkeller mit Lastenaufzug[Bearbeiten]

Unterhalb des Marienturmes befindet sich auf der Bastion St. Johann Nepomuk nordöstlich der Wolfskeelschen Ringmauer ein unscheinbares Häuschen mit vergitterten Fenstern. Darunter befindet sich der Husarenkeller, in den man durch die Kellerfenster hineinschauen kann. Es handelt sich dabei um die „Bergstation“ eines Lastenaufzuges, der unter Johann Philipp von Schönborn um 1650 in die Bastionsanlage integriert wurde. Möglicherweise wurden auch unter Johann Philipp von Greiffenclau Veränderungen vorgenommen, da dessen Wappen das Häuschen ziert. Der schräge Aufzugschacht führte hinab zur Oberen Mainmühle nahe der Burkarder Kirche und diente gleichzeitig der Versorgung der Festung mit Wasser: Über zwei Leitungen wurde gesammeltes Quellwasser (kein Mainwasser!) von der Oberen Mainmühle den Festungsberg in den Husarenkeller hochgepumpt. Von dort ging es über ein Wasser-Pumpwerk am Marienturm weiter in die Hauptburg. Der Schrägaufzug selbst wurde in der „Bergstation“ durch Pferdekraft angetrieben.[11] Der Schacht ist teilweise erhalten - in ihm liegen mehrere Versorgungsleitungen sowie Löschwasserleitungen (trockene Steigleitungen) der Feuerwehr.[12] Gerüchten zu Folge sollte der Tunnel früher unter dem Main hindurch bis zur Residenz geführt haben - Belege gibt es dafür jedoch keine.[6] Aufgrund der massiven Muschelkalk-Formationen im Bereich der Staustufe Würzburg ist dies jedoch unwahrscheinlich.

Eine ausführliche Beschreibung mit Skizzen enthält die Dokumentation Die unterirdischen Wehranlagen der Festung Marienberg in Würzburg von Elmar Hofmann (siehe Literatur).

Luftaufnahmen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Seit 2004 wird die Festung immer am 30. November in grüner Farbe beleuchtet. Hierzu werden bei 50 Strahlern die Leuchtmittel ausgetauscht. Mit dieser Maßnahme beteiligt sich die Stadt Würzburg an der Aktion “Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe”. Bisher haben sich 1.500 Städte in verschiedenen Ländern der Erde dieser Aktion angeschlossen und setzen ein Zeichen, indem sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten für einen Tag grün beleuchten. Gewidmet ist das Datum dem 30. November 1786: An diesem Tag hat das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Todesstrafe und Folter abgeschafft. [13] [14] [15]
  • Das Aktionsbündnis „Würzburg zeigt Schleife” installiert jedes Jahr am 1. Dezember zum Welt-AIDS-Tag in der Weinlage Schlossberg unterhalb der Festung Marienberg eine 100 Meter lange rote Schleife aus Stoff. Am Abend wird die Schleife angeleuchtet und ist so ein deutlich sichtbares Zeichen, das dazu auffordert, offen mit HIV-positiven Menschen umzugehen.
  • An den Mauern der Bastionen befinden sich teilweise auffällige Metallösen jüngeren Datums. Diese dienen der Absturzsicherung bei Arbeiten im Bereich der Wälle oder beispielsweise beim Austausch von Leuchtmitteln der Festungsbeleuchtung.
  • An den Bastionsmauern findet man außerdem mehrere eingemauerte Kanonenkugeln. Eine dieser Kugeln befindet sich beispielsweise an der nordöstlichen Ecke der Ringmauer nahe dem Husarenkeller. Es ist schriftlich nicht überliefert, aus welchem Grund die Kugeln an den Mauern angebracht sind. Es sind jedoch zwei Beweggründe denkbar: Die Kanonenkugeln wurden einerseits als Trophäen (feindliches Beutestück), andererseits auch als Apotropäon (Abwehrzauber) eingemauert, um künftige Feinde abzuschrecken und den hohen Fortifikationswert der Festung zu suggerieren.
  • Thomas Habermann, Landrat von Rhön-Grabfeld und kommissarischer Vorsitzender der Mainfranken GmbH hat mit seinem Vorschlag, einen Aufzug zur Festung zu bauen, für Diskussionen gesorgt. Der Hintergrund: 100 Millionen Euro will der Freistaat Bayern in den nächsten Jahren in die Festung investieren. Pläne für einen Aufzug gab es in der Vergangenheit bereits: Beispielsweise wurden 1955 und Ende der 1980er Jahre der Bau eines solchen Aufzugs durchgeplant und standen kurz vor der Verwirklichung.[16] [17] [18] 2016 brachte die Würzburger Liste das Thema Festungsaufzug erneut in die Medien.[19]
  • Das Areal der Festung Marienberg ist ein FFH-Gebiet, siehe Fledermausquartiere in der Festung Marienberg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • August Diehl: Die Burg zu Würzburg. Verlag Amend & Co, Würzburg ca. 1934. (UB 20/NZ 97959 D559)
  • Marianne Erben: Unsere Würzburger Festung. Echter Verlag, Würzburg 1998. ISBN 3-429-01988-5. (Stadtbücherei Drk 4 Fes; UB 20/NZ 97950 E65)
  • Helmut Flachenecker, Dirk Götschmann, Stefan Kummer (Hrsg.): Burg - Schloss - Festung. Der Marienberg im Wandel. Mainfränkische Studien 78. Echter Verlag, Würzburg 2009. ISBN 978-429-03178-7 (Stadtbücherei Drk 4 Fes; UB 00/HV 924-78)
  • Max H. von Freeden: Schloß Marienberg unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. 1573 - 1617. Hrsg.: Gesellschaft der Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte, Würzburg 1951 (UB 00/Rp 23,2795)
  • Max H. von Freeden: Festung Marienberg. Mainfränkische Heimatkunde Bd. 5. Hrsg.: Gesellschaft der Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. Würzburg. Mit 66 Abb. Verlga Universitätsdruckerei H. Stürtz AG, Würzburg 1952 (UB 20/NZ 90330 M222-5)
  • Max H. von Freeden: Festung Marienberg. Hrsg.: Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. Stürtz-Verlag, Würzburg 1982. ISBN 3-80030187-3 (Stadtbücherei Drk 4 Fes; UB 61/Rp 26,146(26))
  • Paul Glück: Die Festung Marienberg ob Würzburg. Verlag C.J. Becker Universitäts-Druckerei, Würzburg, 1951 (Erstauflage 1932). (UB 53/Rp 23,1805)
  • Werner Helmberger: Festung Marienberg Würzburg mit Fürstenbaumuseum. amtlicher Führer der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. München, 2013. (UB 20/NZ 97959 F419 H4)
  • Elmar Hofmann: Die unterirdischen Wehranlagen der Festung Marienberg in Würzburg. Eine Dokumentation. Würzburg, 5. ergänzte Auflage 2010 (Stadtbücherei Drk 4 Fes; UB 56/Rp 21,111)
  • Albrecht Miller, Hans-Peter Trenschel: Festung Marienberg zu Würzburg. amtlicher Führer der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten, Seen. München, 1993. (UB 00/Rp 23,4933)
  • Hanswernfried Muth (Bearb.): Ansichten aus dem alten Würzburg 1545 - 1945. Teil II. Festung, Residenz, Kirchen Aus der Graphischen Sammlung des Mainfränkischen Museums Würzburg. Bestandskatalog des Mainfränkischen Museums, Würzburg 1998. (UB 20/NZ 97950 M992-2+2)
  • Paul Öhring: Die historische Wasserversorgung der alten Burg zu Würzburg aus den Höchberger Quellen. Geschichtsbeitrag zur Marktgemeinde Höchberg und zur Festung. Höchberg, Selbstverlag, 2003. (UB 62/Rp 23,4677)
  • Franz Seberich: Die Erstürmung des Schlosses Marienberg durch die Schweden 1631. Würzburg, 1940. (UB 58/Rp 23,1285)
  • Festung Marienberg. Burgführer mit 41 Aufnahmen. Alleinvertrieb und Herstellung Wölfinger OHG. Aufnahmen von Kurt Wölfinger und Verlag Edm. von König. 2004 (Stadtbücherei Drk 4 Fes)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Paul Glück: Die Festung Marienberg ob Würzburg. Verlag C.J. Becker Universitäts-Druckerei, Würzburg, 1951, S. 10
  2. Paul Glück: Die Festung Marienberg ob Würzburg. Verlag C.J. Becker Universitäts-Druckerei, Würzburg, 1951, S. 12
  3. 3,0 3,1 3,2 Elmar Hofmann: Die unterirdischen Wehranlagen der Festung Marienberg in Würzburg. Dokumentation, Selbstverlag, Würzburg 2005, S.4
  4. Elmar Hofmann: Die unterirdischen Wehranlagen der Festung Marienberg in Würzburg. Dokumentation, Selbstverlag, Würzburg 2005, S.5
  5. Youtube: Animation: Eindringen der Schweden an der Echterbastei (von Fenris Wolf)
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 6,5 6,6 Die Idee 1/2012: Die verborgene Welt - die Katakomben und Gänge der Festung Marienberg (S. 44 ff.)
  7. 7,0 7,1 Hinweistafel an der Zufahrt zur Festung
  8. Main-Post: Festung in Flammen: Kaspar Bader berichtet über die Löscharbeiten 1945 (Leserbeitrag)
  9. http://www.wuerzburg.de/de/tourismus-tagungen/sehenswuerdigkeiten/highlights/15002.Festung_Marienberg.html
  10. http://www.wuerzburg.de/de/tourismus-tagungen/einzelgaeste/einzelfuehrungen/22621.Fuehrung_auf_der_Festung_Marienberg.html
  11. Youtube: Der Husarenkeller der Marienfestung in Würzburg (von Fenris Wolf)
  12. Bilder von einer Erkundung
  13. www.wuerzburg-fotos.de: Festung Marienberg in grün
  14. Wuerzburg24.de: Grün gegen die Todesstrafe (Link defekt!)
  15. Main-Post: Grün gegen die Todesstrafe
  16. Main-Post: Vorschlag: Gläserner Aufzug zur Würzburger Festung (23.05.2014)
  17. Main-Post: Aufzug-Pläne: Bequemer hoch zur Festung? (06.06.2014)
  18. Main-Post: Aufzug zur Festung: Eine Bahn hinauf war 1989 schon fertig geplant (13.06.2014)
  19. TVtouring: „Mit dem Aufzug zur Festung“ (10. Februar 2016)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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