Tilman Riemenschneider

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Riemenschneider-Figur am Frankoniabrunnen
Grabplatte Tilman Riemenschneiders

Tilman Riemenschneider (* 1460 in Heiligenstadt - heute Heilbad Heiligenstadt - in Thüringen; † 7. Juli 1531 in Würzburg) war ein bedeutender Bildschnitzer und Bildhauer in Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Tilman Riemenschneider ist erstmals in Würzburg am 28. Februar 1483 mit dem Erwerb des Bürgerrechts nachgewiesen. Damit verbunden war wohl sein Eintritt in die Würzburger Lukasbruderschaft, die Zunft der Maler, Bildschnitzer und Glaser. 1485 erhielt er das Meisterrecht. [1] In erster Ehe heiratete er Anna Schmidt, Witwe des Ewald Schmidt, Goldschmied zu Würzburg, die das Hof zum Wolfmannszichlein zu Würzburg in der Franziskanergasse 1 mit in die Ehe brachte.

1504 wurde er in den Rat der Stadt gewählt und in die Bruderschaft der Ratsherren aufgenommen. Als Ratsherr bekleidete er das Amt des Baumeisters, des Fischermeisters, des Kapellenpflegers, der Steuerämter des Steuerherrn und des Schoßmeisters, wie auch das Amt des Spitalpflegers.

Bürgermeister in Würzburg[Bearbeiten]

1520/21 bekleidete er das Amt des Bürgermeisters und in dieser Eigenschaft verteidigte er mit dem Rat der Stadt die Rechte der Stadt und wandte sich mit Erfolg beim Bischof gegen die Steuerfreiheit des Adels und der Geistlichkeit.

Riemenschneider wurde in einem Justizverfahren üble Nachrede zur Last gelegt, die die Würzburger Bevölkerung stark beunruhigte. Nach Klärung des Sachverhaltes wurde Riemenschneider am 8. August 1525 aus dem Gefängnis entlassen. Bereits 1526 sind Zahlungen aus dem Kloster Maidbronn für eine Altargruppe an ihn gegangen. Aus dem Jahr 1527 sind seine letzte Tätigkeiten bekannt.

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Tilman Riemenschneider verstarb 1531 und wurde auf dem Friedhof beim Dom (heute Kiliansplatz) bestattet. Sein Grabdenkmal, welches im 19. Jahrhundert bei der Auflösung des Friedhofes aufgefunden wurde, befindet sich als Abguss heute wieder an der Nordseite des Domes. Den Grabstein entwarf sein Sohn Georg Riemenschneider.

Werke[Bearbeiten]

Werke Riemenschneiders in Würzburg und im Landkreis Würzburg:

Weitere Werke Riemenschneiders finden sich im Werkverzeichnis der Arbeiten von Tilman Riemenschneider.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

DBP 1981 1099 Tilman Riemenschneider.jpg

Thematische Stadtführung[Bearbeiten]

Die Würzburger Nachtwächter GmbH bietet eine Erlebnisführung über Tilman Riemenschneider und die Zeit des Bauernkriegs zu den „Originalschauplätzen“ in der Würzburger Altstadt

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Uwe Schreiber: Tilman Riemenschneider - Ratsherr und Bürgermeister. Ein Streifzug durch die Ratsprotokolle der Stadt Würzburg 1504-1525, Würzburg 2014 [im Stadtarchiv vorhanden].
  • Erich Schneider: Wer war Tilmann Riemenschneider? Versuch einer biographischen Skizze, in: Mainfränkisches Jahrbuch 62 (2012), S. 61–90.
  • Michael Baxandall: Die Kunst der Bildschnitzer. Tilman Riemenschneider, Veit Stoß und ihre Zeitgenossen, 4. Aufl. München 2004.
  • Jürgen Lenssen (Hrsg.): Tilmann Riemenschneider. Werke seiner Glaubenswelt, Würzburg 2004.
  • Claudia Lichte (Hrsg.): Tilman Riemenschneider. Werke seiner Blütezeit. Katalog des Mainfränkischen Museums Würzburg, Regensburg 2004.
  • Norbert Haas: Das Kaisergrab im Bamberger Dom unter besonderer Berücksichtigung des Hochgrabes - ein Werk des Würzburger Bildhauers Tilman Riemenschneider. 3. Auflage Bamberg 1999.
  • Marianne Erben: Meister Til aus der Franziskanergasse in Würzburg, 6. veränd. Auflage Würzburg 1996 (ISBN 3429018226).
  • Margit Brinke: Riemenschneider, Tilman. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band VIII (1994), Spalten 321-327 - BBKL.
  • Iris Kalden (-Rosenfeld): Tilman Riemenschneider – Werkstattleiter in Würzburg. Beiträge zur Organisation einer Bildschnitzer- und Steinbildhauerwerkstatt im ausgehenden Mittelalter, Ammersbek bei Hamburg 1990.
  • Hanswernfried Muth: Tilman Riemenschneider. Die Werke des Bildschnitzers und Bildhauers, seiner Werkstatt und seines Umkreises im Mainfränkischen Museum Würzburg (Sammlungskataloge 1), Würzburg 1982.
  • Martin Seelkopf: Tilman Riemenschneider im Spiegel der Literatur. Ausstellung im Neubau der Universitätsbibliothek Am Hubland aus Anlaß des 450. Todestages des Würzburger Bildhauers; 18.8. - 31.10.1981, Würzburg 1981.
  • Justus Bier: Tilmann Riemenschneider. Die reifen Werke, Augsburg 1930.
  • Justus Bier: Tilmann Riemenschneider. Die frühen Werke, Würzburg 1925.

als Theaterstück:

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Philipp Schrepfer: Das Würzburger Handwerk im Wandel der Zeiten, in: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. von Heinz Otremba, Echter-Verlag, Würzburg 1979, S. 374-381, S. 378
  • Thieme-Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler, Band 28, Seite 331 ff.
  • Norbert Haas: Das Kaisergrab im Bamberger Dom unter besonderer Berücksichtigung des Hochgrabes - ein Werk des Würzburger Bildhauers Tilman Riemenschneider. 3. Auflage. Bamberg: Norbert Haas, 1999