Marienkapelle

Aus WürzburgWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Marienkapelle
Die Marienkapelle mit Oberen Markt

Die Marienkapelle ist ein gotischer Kirchenbau auf der Nordseite des Marktplatzes. Und gilt als Höhepunkt spätgotischer Baukunst in Unterfranken und ist der Nachfolgebau eine Synagoge.

Da keine Pfarrei vorhanden ist, gilt die Kirche nach katholischem Kirchenrecht nur als Kapelle.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Wohl seit dem 11. Jahrhundert lassen sich Juden in Würzburg nachweisen. Mit der ersten Judenverfolgung 1298 kam der erste Einschnitt zwischen den Bevölkerungsgruppen. Diese Verfolgungen wiederholten sich 1335 mit der sogenannten Armleder-Verfolgung. Das Jahr 1349 brachte dann für Jahrzehnte die totale Vertreibung der Juden aus der Stadt Würzburg.

Ihre Synagoge, an der Stelle der Marienkapelle, wurde abgebrochen. Das jüdische Wohnviertel geschleift, letzte Reste davon erst im Jahr 1430. Von der Synagoge hat sich die Mikwe bis heute unter der Sakristei erhalten.

An die Stelle der abgebrochenen Synagoge wurde eine hölzerne Kapelle, welche zu Ehren Mariens eingeweiht wurde, errichtet. Erst 1377 begann, durch die Grundsteinlegung des Chores unter der Regierung des Bischofs Gerhard von Schwarzburg (1372-1400), der Bau der jetzigen Marienkapelle. Die Marienkapelle wurde 1392 eingeweiht. Doch die Einweihung signalisierte nicht das Bauende dieses Gotteshauses. Nach der Einweihung übernahm die Stadt den Weiterbau der erst 1479 beendet wurde. Die Baumeister waren: Meister Weltz, Eberhard Friedeberger, Leonhard Strohmaier und Hans von Königshofen. Die figürliche Ausschmückung zog sich bis nach 1490 hin. In genannten Jahr erhielt Tilman Riemenschneider den Auftrag für den Figurenschmuck.

Erst im 18. Jahrhundert wurde, unter der Regierung des Bischofs Johann Philipp von Greifenclau (reg. 1699-1719) eine größere Baumaßnahme durchgeführt. Diese bezog sich auf eine kupfergedeckte Turmhaube welche von Joseph Greising in den Jahren 1711-1713 ausgeführt wurde. Als Abschluß dieser Turmhaube wurde eine nach Entwurf des Jakob von der Auvera geschaffene kupfervergoldete Maria-Immaculata-Figur mit doppelter Schauseite aufgesetzt. Und einer barocken Inneneinrichtung.

Um 1850 erfolgte eine Außenrenovierung, der Mode entsprechend erhielt der Turm eine neugotische Spitze, die Inneneinrichtung wurde ebenfalls „gotisiert“

Auch an der Marienkapelle ging der Luftangriff auf Würzburg 1945 nicht spurlos vorüber. Die instand gesetzte Ruine konnte erst 1962 von Bischof Joseph Stangl (1957-1979) wieder eingeweiht werden.

[Bearbeiten] Aussenbau

An den unter einen Dache mit der Kirche liegenden langgezogenen Ost-Chor fügt sich der dreischiffige Bau mit den Mittel- und der Seitenschiffen an.

Zwischen Chor und Langhaus ist der Cyrakiusturm, ein Treppenturm eingefügt worden. Der im Westen stehende Turm, welcher zwischen 1441 nd 1460 durch Eberhard Friedeberger as Frankfurt errichtet wurde erhielt im 19. Jahrhundert nach dem Muster der Frauenkirche zu Esslingen den durchbrochenen Helm mit Maßwerkgalerie. Die Westfassade wurde mit einer neugotischen Fensterrosette bereichert

Die drei Portale mit den Tympanon entstanden im 15. Jahrhundert und zeigen im Nordportal: Maria bei der Menschwerdung Gottes, ihre Aufnahme und Verherrlichung im Himmel sowie als Fürbitterin beim Jüngsten Gericht.

Das Tympanon im Westportal zeigt das Weltgericht mit Christus als Richter auf dem Regenbogen. Eine um 1430 entstandene, hier in Kopie ersetzte Muttergottes-Statue, schmückt den Mittelpfeiler des Portals.

Das Südportal zeigt im Tympanon die Krönung Mariens. Rechts und links die unter Baldachinen stehenden Figuren von Adam und Eva. Arbeiten von Tilman Riemenschneider die dieser ab 1490 schuf. Die Originalfiguren befinden sich, seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert, im Mainfränkischen Museum auf der Veste Marienberg.

[Bearbeiten] Inneres

Der Innenraum ist dreischiffig, die Seitenschiffe werden von Kreuzrippengewölben überspannt das des Hauptschiffes mit einem Netzgewölbe.

Die Barockeinrichtung der Kapelle wurde in der Zeit der Neugotik - 1856 - entfernt und durch neugotische Einrichtungsgegenstände ersetzt. Diese letzte Einrichtung wurde 1945 durch das Bombardement auf Würzburg vernichtet.

Die nunmehrige Einrichtung ist im modernen Stil gehalten. Die Figuren auf den Konsolen stellen Arbeiten zeitgenössischer Künstler, die durch die Bürgerschaft, Firmen und Verbände gestiftet wurden, dar.

Aus der Vorkriegszeit ist erwähnenswert das Relief mit Christus am Astkreuz um 1400, ein Sandsteinrelief das in der südlichen Außenwand eingelassen ist zeigt den „Tod Mariens“ das Werk um 1400.

Von den ursprünglich 30 Grabdenkmäler haben sich nur wenige erhalten.

Für Balthasar Neumann, der in diesem Gotteshaus bestattet wurde erinnert an einer Säule eine Gedenplakette.

[Bearbeiten] Kirchenläden

Um die Kirchenmauer herum befinden sich von Anfang an kleine Läden, die der Kirche Mieteinnahmen bringen.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Literatur

  • G. Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Band 1 "Mitteldeutschland"; Tübingen 1924

[Bearbeiten] Internetpräsentationen

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge