Kiliansplatz

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Kiliansplatz

Der Kiliansplatz befindet sich im Zentrum der Würzburger Altstadt, er ist nach dem Frankenapostel Kilian benannt. Der Platz ist historisch bedeutsam als Bindeglied zwischen dem Dom als Haus des Bischofs und dem Neumünster als Haus der Frankenapostel. Gleichzeitig symbolisierte er den Übergang von der bürgerlichen Stadt zur geistlichen Stadt, da sich östlich des Doms zahlreiche Domherrnhöfe anschlossen. Westlich endet der Platz heute mit dem Museum am Dom. Eine Fußgängerpassage führt hier auf den Domvorplatz. Nordöstlich grenzt er an die Martinstraße, hier öffnet sich die Blickachse durch die Hofstraße bis zur Residenz.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Einst war hier ein Friedhof, auf dem insbesondere die wohlhabenden Würzburger bestattet wurden. Ab 1796 fanden jedoch wegen Überfüllung keine Beerdigungen mehr statt. 1822 wurde er schließlich aufgelöst, um eine Straßenverbindung zwischen Hofstraße und Domstraße zu schaffen. Bei der Absenkung des Platzes kamen alte Grabplatten zum Vorschein, darunter jene von Tilman Riemenschneider.

Das Gelände des heutigen Kilianshauses war im Lauf der Geschichte wechselnd bebaut oder als Freifläche belassen. Ende des 19. Jhd. verkehrte zwischen den Kirchen eine Linie der Pferdebahn. Der Platz behielt noch lange den Namen Leichhof, erst in den 1960er Jahren wurde er in Kiliansplatz umbenannt. Er diente längere Zeit als Parkplatz, 1979 wurde er mit Bänken und Bäumen zum Fußgängerbereich umgestaltet. Seit der Errichtung des Museums am Dom wurden über den Platz verteilt mehrere Skulpturen aufgestellt.

[Bearbeiten] Sehenswertes

[Bearbeiten] Kirchen/Museen

[Bearbeiten] An der Domfassade

  • Grabplatte des Tilman Riemenschneider aus dem Jahr 1531. Es handelt sich um eine Kopie nach Abguss des Originals, welches durch Riemenschneiders Sohn Jörg aus rotem Sandstein erstellt wurde. Die Platte war bei Auflösung des Friedhofs wieder entdeckt worden und blieb auf Initiative Carl Gottfried Scharolds erhalten, heute befindet sie sich im Mainfränkischen Museum. Dargestellt ist ein lebensgroßes Relief des berühmten Bildhauers. Die Umschrift lautet: "Anno Domini MDXXXI am abent Kiliani starb der ersam und kunstreich Tilman Riemenschneider bildhauer, burger zu Würzburg, dem got gnedig sey. Amen."[1]
  • Kilianspforte, gestaltet in Bronze von Otto Sonnleitner. Dieser Eingang des Doms ist dem Neumünster als Grabstätte der Frankenapostel zugewandt. Dargestellt ist in bildhaften Reliefs der Auszug der Frankenapostel aus Irland, deren Predigt und Märtyrertod sowie die Vererhrung durch Bischof und Gläubige.
  • Steinurkunde aus dem Jahr 1212 über die Ablösung der sog. "Meßpfennige".
  • Grabplatte von Felicitas Schrauttenbach (+1463)

[Bearbeiten] An der Neumünsterfassade

  • Bildhafte Darstellung der drei Frankenapostel in Nischen am Giebel des Neumünsters zum Kiliansplatz.
  • Gedenkstein für Walther von der Vogelweide, er wurde 1843 an der südlichen Choraußenwand auf Initiative des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg angebracht.

[Bearbeiten] Frei stehende Skulpturen

  • Tastmodell des Doms
  • "Auferstehender und Fallender" (Michael Morgner)
  • "Empfänger" (Herbert Mehler, 2003)
  • Drei Kopffüßler (Horst Antes)
  • Der "Große Sitzende", auch "der Gefesselte" genannt (Maria Lehnen)
  • "Der Kreuzschlepper" (Max Walter)
  • Schmerzensmadonna (Werner Störzer)
  • "Brunnen am Kiliansplatz" (Helmuth Weber, 1980)
Skulptur "Auferstehender und Fallender"

[Bearbeiten] Quellen

  • Erben, Marianne: Unser Würzburger Dom : ein Domführer für junge Besucher. Echter-Verlag, Würzburg. ISBN 3-429-01011-X
  • Muth, Hanswernfried: Der Dom zu Würzburg. Echter-Verlag, Würzburg 1968.
  • Geschichte der Stadt Würzburg. Band III
  1. Würzburg heute. Nummer 37.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Kartenausschnitt

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