Walther von der Vogelweide
Walther von der Vogelweide (* um 1170; † um 1230 in Würzburg) war der bedeutendste mittelhochdeutsche Lyriker (Minnesänger).
Die Herkunft des Sängers und Dichters ist nicht genau geklärt. Genannt werden ein Hof bei Bozen, aber auch Niederösterreich, Deutschböhmen, Feuchtwangen und Frankfurt am Main. In Österreich lernte er nach eigenen Angaben "singen unde sagen". Sein Lehrmeister war der Wiener Hofsänger Reinmar der Alte. Anfangs übernahm Walther dessen Stil des Minnesangs, entwickelte ihn aber bald weiter zur sogenannten "ebenen Minne". Angeregt durch den persönlichen Kontakt zu drei Kaisern seiner Zeit verfasste Vogelweide neben den höfischen Minneliedern auch politische Gedichte und Sprüche. Als fahrender Künstler war er hierbei aber immer darauf angewiesen, die Gunst des jeweiligen Machthabers zu erringen.
Um das Jahr 1200 wird dem Minnesänger schließlich durch Kaiser Friedrich II. ein Lehen in Würzburg zugesprochen. Im Neumünsterstift verbrachte er seine letzten Lebensjahre und verstarb um 1230 in Würzburg. Im Lusamgärtchen, dem vermuteten Ort seiner Grabstätte wurde ihm ein Denkmal gesetzt. Dort ließ die Stadt 1930 einen Gedenkstein errichten.
[Bearbeiten] Denkmäler und Ehrungen
Im Würzburger Stadtbild finden sich mehrere Hinweise auf den Minnesänger:
- Im Lusamgärtchen befindet sich das Vogelweide-Grabmal von Fried Heuler sowie eine bronzene Erinnerungstafel.
- An der Fassade des Neumünsters (am Kiliansplatz) wurde 1843 ein Epitaph für Walther von der Vogelweide angebracht.
- Der Minnesänger ist Namenspate für die Walther-von-der-Vogelweide-Straße im Frauenland.
- Nach Vogelweide ist auch die Waltherschule in Heidingsfeld benannt. In deren Hof befindet sich der Vogelweidebrunnen.
- Eine der Figuren am Frankoniabrunnen stellt Walther von der Vogelweide dar.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Quelle
Würzburger Porträts. Hrsg. Heinz Otremba. Echter Verlag, Würzburg 1982