Seisser Kaufmannsfamilie

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Seisser (auch Seißer) ist der Name einer bayerischen Kaufmannnsfamilie aus Würzburg, die im Textil- und Lebensmittelhandel (Franck & Kathreiner AG "Caro Landkaffe") in Würzburg und München tätig war.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Familie war im 16. Jahrhundert aus Württemberg oder Österreich (Südtirol) nach Würzburg eingewandert. Seit dem 18. Jahrhundert war die Familie im Tuch- und Seidenhandel tätig, später betrieb die Familie auch ein Mode- und Textilhandelshaus in der Würzburger Innenstadt mit Kontoren in München, Wien, Berlin. Das Textilhandelshaus M. Ph. Seisser gegr. 1773 gehörte zu den ältesten seiner Branche in Deutschland. Ein Zweig und mehrere Generationen der Familie waren seit dem 19. Jahrhundert im Lebensmittelhandel (Kathreiner's Malzkaffee später Caro Kaffee, Unifranck & Allgäuer Alpenmilch GmbH) in München tätig. 2 Mitglieder der Familie wurden in den (persl.) bayerischen Adelstand erhoben. Die Familie war mit vielen alteingesessenen Würzburger und bayerischen Kaufmannsfamilien verwandt und verschwägert wie den Völk, Geyß (mehrere Mitglieder der Familie Geyß stellten Kanzler der fürstbischöflichen Regierung), den Röder (Vorfahren der Expressionistin Prof. Emy Röder) wie auch mit Mitgliedern bekannter Beamten-, und Professorenfamilien der Universität wie z.B. mit der Familie Oliver v. Leube (ab 1895, Rektor der Universität), den Familien Hertz, Leiblein, von Franque (u.a. mit dem Arzt Otto v. Franque), den Familien Strecker (Adolph Strecker: "Strecker Synthese") sowie Franz von Leydig (Entdecker der sog. Leydig Zellen). Darüberhinaus war die Familie verschwägert mit den Familien Mieg (Arnold von Mieg war Ehrenbürger der Stadt Würzburg) der Familie Dr. Julius von Braun (Max-Josephs-Ritter), wie auch in München u.a. mit der Architektenfamilie von Kramer, Kathreiner (Fam. Wilhelm, Brougier) etc.

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen wurde eingereicht von Andreas (v.) Seisser an den bay. Reichsherold als Seisser‘ sches Familienwappen und übernommen als persönliches Wappen von demselben, anlässlich seiner Aufnahme in die bayerische Adelsmatrikel nach Verleihung des Verdienstordens der bay. Krone ca. 1880.

Schild geteilt: oben auf blauem Grund ein goldener Sparren. Unten auf rotem Grunde 3 (2,1) goldene Sterne. Auf dem Helm ein blauer Flug mit goldnem Sparren. Helmdecken rot golden und blau golden.

Wappen auch geteilt: oben auf rotem Grund ein goldener Sparren unten links silber, rechts blau drei goldene Sterne (2,1). Auf dem Helm ein weißer Flug, Heldmdecken rot golden und blau golden.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten der Familie

  • Michael-Philipp Seisser (1789-1859) Kaufmann & Handelsmann, Namensgeber des Handelshauses M. Ph.Seisser, Handelsrat
  • Dr. Andreas Ritter von Seisser (* 1. Dezember 1837 in Würzburg; † 15. September 1911 in Fürstenfeldbruck) ), Ministerialrat im kgl. Finanzministerium, Exzellenz, Präsident der bay. Staatsbank, Träger des königlichen Verdienst Ordens vom hl., Michael II. Klasse mit Stern etc., München
  • Ludwig-Barbarossa Seißer (1839-1926). Kgl. bay. Handelsrichter und Bankier. Inhaber des Bankhauses Louis Seisser im Falkenhaus.(Vater des Hans v. Seisser, Schwiegervater des Generalmajors Dr. Julius v. Braun)
  • Ludwig Seisser (* 4. Juli 1866 in Würzburg; † 27. Januar 1936 in München), kgl. bay. Kommerzienrat, Direktor der Kathreiner Werke, lebte in München und Lindau auf Schloss Holdereggen, welches er zusammen mit seinem Schwiegervater Adolph Brougier im ersten Weltkrieg als Lazarett zur Verfügung stellte. (An seinen Sohn Erich Seisser, der 1945 von den Nationalsozialisten wegen "Wekrkraftzersetzung" hingerichtet wurde, erinnert seit 2010 ein sog. "Stolperstein" vor Schloss Holdereggen).
  • Michael-Philipp Johann Seisser (* 14. Februar 1854 in Würzburg; † 1943 in Würzburg), kgl. bay. (geheimer) Kommerzienrat, Grosskaufmann, Funktionär beim roten Kreuz, Mitgründer der Handleszentrale Deutscher Kaufhäuser ("HADEKA"). Seisser wurde unter der Räterepublik als Geisel in der Würzburger Residenz festgesetzt. Würzburg, München
  • Georg Seisser, Kaufmann, Handelsgericht-Accessist, Handelsrat; Würzburg
  • Hofrat Dr. Rudolf Seisser, Mediziner und Forscher in Würzburg (Enkel des Botanikers Prof. Valentin Leiblein, Seisser war u.a. Assistent des Prof. Otto von Franque)
  • Valentine Seisser, Oberin beim Roten Kreuz in München. Gründerin der Rot Kreuz Schwestern in Würzburg.
  • Dr. Philipp Seisser, (Sohn des Andreas v. Seisser), kgl. Medizinalrat in Würzburg, im Vorstand der Rot Kreuz Klinik in Würzburg
  • Johann-Paul (Hans) Ritter von Seisser (* 9. Dezember 1874 in Würzburg; † 14. April 1973 in München), Major im bay. Generalstab, Polizeipräsident von München, Präsident der bay. Landespolizei (Max-Josephs-Ritter), Stadtrat von München, Würzburg, München
  • Dr. Franz Philipp Seisser (?), Chefarzt der Würzburger Frauenklinik (Sohn des Hofrates R. Seisser, Enkel des Botanikers Valentin Leiblein)
  • Adolph Seisser (1898-1979), Inhaber des Textilhauses Völk in Würzburg, Mitglied des Aufsichtsrates der Katreiner AG, später Franck Kathreiner AG, München
  • Dr. Paul Seisser, Hauptgeschäftsführer der IHK in Würzburg (1943), Präsident des Verbandes der deutschen Druckindustrie; Mitgründer der "DRUPA" (internat. Druckmesse), Frankfurt, Würzburg
  • Anton Franz Seisser (?-1966); Textilkaufmann, Stadtrat a.D., Aufsichtsrat der Kathreiner AG, Verwaltungsratsmitglied der Unifranck GmbH, Ludwigsburg, Sohn des Michael-Philipp Seisser. Würzburg, München
  • Dr. Rolf Seisser (geb. 1922),Verbandsfunktionär, ehem. Geschäftsführer des " Bereiches Druck im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagebau" (Bundesverdienstkreuzträger), Präsident der Frankfurter Künstlerhilfe, etc. Frankfurt

[Bearbeiten] Literatur

  • Finanz-Ministerialblatt für den Freistaat Bayern, 1906
  • Bay. Hofkalender, 1911, München
  • Würzburger Diözesangeschichtsblätter, Band 58
  • Dr. Kittel: "Ein Alt-Würzburger Handelshaus - Kaufhaus Seisser", o.O.,
  • Handbuch des in Bay. Immatrikulierten Adels.
  • Prospekt der Firma Seisser Modesalon Landestrachten und Lodenkleider, ca. 1920, Univers.-Druckerei Würzburg
  • 200 Jahre Seisser, Main-Post, 1973
  • Stadtarchiv Würzburg:
    • Werner Dettelbacher: "Damals in Würzburg - Bilddokumente aus der Zeit von 1914-1945", Würzburg, 1971
    • Werner Dettelbacher: "Würzburg - die Jahre nach 1945", Würzburg
  • Werner Dettelbacher: "Erinnerung an Alt-Würzburg - Bilddokumente aus der Zeit von 1866-1914", Würzburg, (Stürtz)
  • „Die dreihundertfünfzigjahrfeier der Julius - Maximilians-Universität“ - Würzburg 1932
  • DAV, Sektion Würzburg, Mitglieder Listen, ca. 1919?
  • Berliner klinische Wochenschrift, Band 54
  • Degeners Wer ist's?, Band 10, 12
  • Mieg'sche Chronik, Würzburg ca. 1910, Privat, Gauting
  • "Die Nachfolger des Franz Kathreiner aus München", Familienchronik, Eigendruck, wohl 20er Jahre, Privatbesitz, Gauting

[Bearbeiten] Siehe auch