Johann Georg Oegg
Johann Georg Oegg (*1703; +1782 in Würzburg) war Schmied und Hofschlosser in Würzburg. Er schuf unter anderem die kunstvoll geschmiedeten Gitter an den Toren rund um Residenz und Hofgarten.
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[Bearbeiten] Leben
Der 1703 in Tirol geborene Johann Georg Oegg, Sohn aus einer Schmied-Familie erlernte sein Handwerk in Linz bei seinem Onkel. Er war nach Beendigung seiner langjährigen Lehr- und Wanderzeit an der Ausstattung der Bauten von Prinz Eugen und weiteren herrschaftlichen Gebäuden beteiligt.
Im Alter von 30 Jahren, 1733, wurde er von Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn (1729—1746) nach Würzburg zur Ausstattung der im Bau befindlichen Residenz berufen. Sein Arbeitsgebiet lag in erster Linie in der Herstellung von Beschlägen und Schlössern im Inneren des Neubaus. Im Jahr 1736 wurde er in die Schlosserzunft Würzburg aufgenommen. Wohl ab dieser Zeit begann die Projektierung der Gitter an Residenz und Hofgarten, die ihn berühmt machten. Er führte eine große Werkstatt, in der 1739 bereits 26 Gesellen beschäftigt waren.
Die Gittertore seitlich der Residenz schuf er von 1748 bis 1750. Das von ihm geschmiedete Gitter um den Ehrenhof der Residenz wurde 1821 abgebrochen (Residenzplatz). Die Gitteranlage soll mit und durch seinem Sohn Johann Anton Oegg (1745—1800) vollendet worden sein. Falls dies zutrifft, fiele die Vollendung in die Regierungszeit des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim (1755-1779). Er war der dritten Nachfolger des Fürstbischofs Friedrich Karl von Schönborn, der ihn berufen hatte.
Johann Georg Oegg verstarb in Würzburg 1782.
[Bearbeiten] Werke
In Würzburg sind/waren seine bekanntesten Werke an der Residenz und an der Schönbornkapelle zu finden: Oegg schuf die Türfüllung des Hauptportals der Schönbornkapelle sowie die Gittertüren zwischen der Schönbornkapelle und dem Dom. Ein umfangreiches Werk war der Abschluss des Ehrenhofes der Residenz. Das Gitterwerk - unterbrochen von Steinpfeilern mit Plastiken - wurde 1821 wieder entfernt. Nördlich der Residenz befindet sich ein schmiedeeisernes Tor, das später nach dem Künstler Oeggtor genannt wurde. Es führt über den Rennweg und wird daher teilweise auch als Rennweger Tor bezeichnet, ist aber nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen Rennweger Tor der Stadtbefestigung. Weiter südlich findet man ein weiteres Tor des Meisters zwischen Residenz und Gesandtenbau. Zwei weitere Tore führen zum Hofgarten: Das Greiffenclautor am nördlichen Eingang und das Tor an der Balthasar-Neumann-Promenade zum Südgarten. Auch die Gitterverzierungen am nördlichen und südlichen Abschluss des Residenzplatzes wurden von Oegg gestaltet. Kunstvoll zeigt sich auch seine Verzierung eines Lünettengitters am Eingang zum südlichen Innenhof der Residenz.
In Museen finden sich folgende Werke Oeggs: Ein Kammerherrenschlüssel und ein Kapitelkreuz aus der Zeit um 1760 im Würzburger Domschatz sowie zwei Gittertore der Residenz (Torflügel in der Größe von 258cm x 185cm) als herausragende Objekte der Schmiedeeisenkunst[1] in der Sammlung des Bayerischen Nationalmusems.
[Bearbeiten] Oegg-Haus
Als Wohnhaus ließ Oegg sich im Jahr 1746 durch Balthasar Neumann das Gebäude in der Kapuzinerstraße 3 umgestalten/neu errichten. Nach dem späteren Eigentümer Graf zu Bentheim ist das Anwesen auch als Hof Bentheim bekannt. Es wurde nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg anhand alter Plänen wieder errichtet.
[Bearbeiten] Ehrungen
- Oeggtor: Das Tor nördlich der Residenz gehört zu Oeggs Hauptwerken und trägt seinen Namen.
- Denkmal: Wenig Meter vom Oeggtor befindet sich am Eingangstor des Hofgartens das Oegg-Denkmal. Es wurde 1952 vom Bildhauer Julius Bausewein (1913-1962) in Bronze geschaffen.
- Oeggstraße: Die nach dem Hofschlosser benannte Straße zweigt zwischen Mainfranken-Theater und Rotem Bau von der Theaterstraße ab.
- Georg - Oegg Straße: Straße in Markt Werneck, einer Gemeinde zwischen Würzburg und Schweinfurt
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Wilhelm Lang: Johann Georg Oegg. Echter-Verlag, Würzburg 1982. ISBN 3-429-00799-2
[Bearbeiten] Weblinks
- Domschatz Würzburg - Johann Georg Oegg
- Bayerische Verwaltng der Staatlichen Schlösserm Gärten und Seen - Bauherr und Künstler der Residenz Würzburg