Thüngersheim

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Thüngersheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg. Sie liegt am Main und wird stark durch den Weinbau geprägt. Mit mehr als 200 Hektar Rebfläche ist sie eine der größten Weinbaugemeinden in Franken.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen zeigt den Ortspatron St. Michael. Es wurde der Gemeinde von Julius Echter von Mespelbrunn im Jahre 1581 verliehen. Auf dem Brustpanzer ist das Wappen derer von Mespelbrunn zu sehen.

[Bearbeiten] Geographie

Die Lage im Regenschatten von Rhön und Spessart führt zu Niederschlägen von 550 bis 600 mm pro Jahr. Damit ist das mittlere Maintal eines der niederschlagärmsten Gebiete Deutschlands. Südöstlich von Thüngersheim liegt das Naturschutzgebiet Höhfeldplatte.

Thüngersheim grenzt im Norden an Retzbach, im Nordosten an Retzstadt, im Osten an Güntersleben, im Süden an Veitshöchheim im Nordwesten und Westen an Zellingen und Erlabrunn (mit dem Main als westliche Gemarkungsgrenze).

[Bearbeiten] Geschichte

  • Entstehung des Ortes während der ersten fränkischen Siedlungsphase zwischen 530 und 700 n.Chr.
  • 1098: Thüngersheim wird erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1154: Die ersten Rebstöcke werden angepflanzt.
  • 1614: Fertigstellung der Pfarrkirche St. Michael
  • 1803: Thüngersheim fällt mit dem Fürstbistum Würzburg an das Großherzogtum Ferdinands von Toskana.
  • 1814: Das Großherzogtum Würzburg (in dem Thüngersheim damals liegt) fällt an Bayern.
  • 1870: Bau eines Bahnhofes mit Stellwerk. Der Weintransport verlagert sich damit vom Main auf die Schiene.
  • 1930: Gründung der Winzergenossenschaft Thüngersheim durch 55 Winzer
  • 1933: Bau der Staustufe Erlabrunn
  • 1945: Am 16. März wird der ausgelagerte Archivbestand der Gemeinde bei der Bombardierung Würzburgs zerstört.
  • 1966: Die Mehrheit der Winzer beschließt die Durchführung der Flurbereinigung (220 ha Rebfläche in drei Abschnitten).
  • 1998: "900 Jahre Thüngersheim"

[Bearbeiten] Religion

[Bearbeiten] Konfessionen

Thüngersheim ist eine überwiegend katholische Gemeinde (Pfarrkirche St. Michael). Seit 2003 besteht eine Pfarreigemeinschaft mit St. Maternus Güntersleben.

[Bearbeiten] Kreuzbergwallfahrt

Ein herausragendes religiöses Ereignis ist die Thüngersheimer Kreuzbergwallfahrt, die einmal im Jahr, um das Fest Kreuzerhöhung stattfindet. Sie führt zum heiligen Berg der Franken, dem Kreuzberg in der Rhön. Vermutlich geht sie auf ein Gelöbnis aus der Zeit der Pest zurück und ist bereits im frühen 18. Jahrhundert nachgewiesen. Heute wird sie von der wiedergegründeten Kreuzbruderschaft durchgeführt.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder (ohne Ersten Bürgermeister). Davon gehören 4 den Freien Wählern 6 der CSU und 4 der SPD an.

[Bearbeiten] Bürgermeister

Seit März 2008 (Kommunalwahl Bayern) ist Markus Höfling (CSU/Bürgerblock BB) der amtierende Bürgermeister.

[Bearbeiten] Partnergemeinden

Eine Partnerschaft besteht mit Saint-Aignan-de-Grand-Lieu, einer französischen Gemeinde im Département Loire-Atlantique.

[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung

  • 1939: 1.753
  • 1950: 2.345
  • 1961: 2.270
  • 1970: 2.432
  • 1987: 2.453
  • 1993: 2.505
  • 1994: 2.567
  • 1995: 2.596
  • 1996: 2.615

1996: weiblich 1.300, männlich 1.315

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

Sehenswert ist zum einen die Pfarrkirche St. Michael (siehe Literatur weiter unten). Zum anderen sind von den ehemals vier Torhäusern der Befestigungsanlage (Mauerring um den Altort) noch drei erhalten: das Würzburger Tor, das Retztstadter Tor und das Hirtentor.

[Bearbeiten] Bibliotheken

Gemeindebibliothek im Alten Rathaus und Katholische Öffentliche Bücherei im Pfarrheim

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Thüngersheim ist Sitz der 1930 gegründeten Winzergenossenschaft Thüngersheim eG. Mit über 200 Hektar Rebfläche ist Thüngersheim eine der größten Weinbaugemeinden Frankens.

[Bearbeiten] Verkehr

Thüngersheim liegt an der Bundesstraße 27 und an der Bahnlinie Würzburg-Gemünden. Eine Mainlände dient als Schiffsanlegestelle für die Personenschifffahrt. Die Buslinie Würzburg-Karlstadt bzw. Würzburg-Retzstadt führt durch Thüngersheim

[Bearbeiten] Gewerbebetriebe

Landwirtschaftliche Betriebe 1998: 98 (davon 65 Betriebe unter 2 ha, 27 Betriebe 2 bis 20 ha und 2 Betriebe mehr als 30 ha) 18 Handwerksunternehmen mit 110 Beschäftigten (31. März 1995)

[Bearbeiten] Weinbau

Winzer in Thüngersheim:

  • A.M. Klüpfel, Plangasse 4, 97291 Thüngersheim [1]
  • Familie Hart, Veitshöchheimer Straße 29, 97291 Thüngersheim [2]
  • Georg Geiger & Söhne KG, Weingut -Weinkellerei, Veitshöchheimer Str. 1, 97291 Thüngersheim [3]
  • Gregor Schwab Inh. Thomas Schwab, Bühlstraße 17, 97291 Thüngersheim [4]
  • Hermann Bauer, Veitshöchheimer Straße 46, 97291 Thüngersheim [5]
  • Ludwig Bauer, Veitshöchheimer Straße 46, 97291 Thüngersheim
  • Stefan Bauer, Bühlstraße 19, 97291 Thüngersheim [6]
  • Werner Geiger, Weingut, Weinkellerei, Gebr. Geiger jun., Veitshöchheimer Straße 16, 97291 Thüngersheim [7]
  • Willi Urlaub Inh. Heinrich Urlaub, Friedhofstraße 4, 97291 Thüngersheim
  • Klüpfel Inh. Norbert Klüpfel, Steigstraße 19, 97291 Thüngersheim [8]

[Bearbeiten] Bildung

Einzige Schule ist die Grundschule (bis zur vierten Klasse). Die Teilhauptschule besteht seit dem Schuljahr 2004/2005 nicht mehr.

[Bearbeiten] Freizeiteinrichtungen

  • Freibad
  • Turnhalle
  • Sportgelände (Fußball, Tennisplätze, Tennishalle, Handballplatz, Skaterplatz)

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Kartenausschnitt

Karte wird geladen …


[Bearbeiten] Literatur

  • Johann Valentin Hart: Main, Wein, Thüngersheim. 1933.
  • Richard Glaab: Thüngersheim - Gegenwart und Vergangenheit einer mainfränkischen Winzergemeinde. Thüngersheim, Gde. (Hrsg.), 1982.
  • Adam Oechsner: Die Mundart von Thüngersheim. Würzburg, Univ., Diss., 1920.
  • August Zeyer: Schöa worsch - Der Thüngersheimer August Zeyer erzählt in Mundart und Prosa aus seinem Leben. Selbstverlag, Thüngersheim, 1989.
  • St. Michael Thüngersheim, Schnell Kunstführer Nr. 1565. Schnell und Steiner, München, 1986.
  • Christine Brandl: Vom Härwest bis Foosenocht
  • Wolfgang Kümper: Georg Sebastian Urlaub. Ein mainfränkischer Barockmaler. (Mainfränkische Hefte 89, 108 Seiten, 42 Abbildungen). Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V., Würzburg, 1989. Inhaltsangabe (Zeitschrift für bayrische Landesgeschichte)
  • Peter Rückert: Ravensburg und Falkenberg. Die Geschichte zweier Burgen in der Stauferzeit. Würzburg, Selbstverlag der Flurbereinigungsdirektion, 74 Seiten, 1992. Inhaltsangabe (Zeitschrift für bayrische Landesgeschichte)
  • Wolfgang Brückner: Die Wallfahrt zum Kreuzberg in der Rhön. Echter, Würzburg, 1997. Ein Buch über die Würzburger Kreuzbergwallfahrt, enthält aber auch einige Seiten über die Thüngersheimer Wallfahrt.
  • Gemeinde Thüngersheim (Hrsg.): Thüngersheim - Ein Winzerort in Mainfranken. Vorbereitende Untersuchungen zur Ortsanierung nach Baugesetzbuch, Bericht 1 (30. November 2000)

[Bearbeiten] Weblinks

Homepage der Gemeinde Thüngersheim


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Thüngersheim aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.