Thüngersheim

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Thüngersheim
Ortstyp Gemeinde
Landkreis Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Höhe 169 m ü. NN
Fläche 11,06 km²
Einwohner 2.661
Bevölkerungsdichte 241 Ew/km²
Gemeindekennzahl 09679194
Postleitzahl 97291
Anschrift Untere Hauptstr. 14
Telefon 09364-8135-0
Telefax 09364-8135-25
E-Mail info@thuengersheim.bayern.de
Webseite http://www.thuengersheim.de
1. Bürgermeister Markus Höfling (CSU)
Wappen
Wappen Thuengersheim.png
Thüngersheim mit der katholischen Pfarrkirche St. Michael

Thüngersheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg. Sie liegt am Main und wird stark durch den Weinbau geprägt. Mit mehr als 200 Hektar Rebfläche ist sie eine der größten Weinbaugemeinden in Franken.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Ende des 11. Jahrhunderts erstmals urkundlich [1] erwähnte Ort ist sicher älter als die schriftlichen Quellen vermuten lassen. Angesichts des mit dem Grundwort -heim verbundenen Bestimmungswortes Thünger- (das sich von einem alten Personennamen mit den Formen Tuniger, Dunoger, Dunger herleitet) wird Thüngersheim übereinstimmend den sogenannten älteren „-heim-Orten" zugezählt, die in der ersten Periode der fränkischen Landnahme (6. bis 7. Jahrhundert) entstanden sind [2].

Geographie[Bearbeiten]

Rund 10 km nördlich von Würzburg treten die den Main auf der rechten Uferseite begleitenden Hänge zurück und bilden eine halbkreisförmige Talmulde. Inmitten von Wiesen und sandigen Taläckern, umrahmt von sanft ansteigenden Weinbergen, liegt hier auf frühbesiedeltem Boden [3] [4] ganz in der Nähe des Flusses das erweiterte Straßendorf Thüngersheim. Die Lage im Regenschatten von Rhön und Spessart führt zu Niederschlägen von 550 bis 600 mm pro Jahr. Damit ist das mittlere Maintal eines der niederschlagärmsten Gebiete Deutschlands. Südöstlich von Thüngersheim liegt das Naturschutzgebiet Höhfeldplatte und Scharlachberg.

Thüngersheim grenzt im Norden an Retzbach, im Nordosten an Retzstadt, im Osten an Güntersleben, im Süden an Veitshöchheim im Nordwesten und Westen an Zellingen und Erlabrunn (mit dem Main als westliche Gemarkungsgrenze).

Geologie[Bearbeiten]

An der Straße in Richtung Güntersleben befindet sich auf der Gemarkungsgrenze ein etwa 0,17 km² großer Steinbruch, der von der Thüngersheimer Firma Baustoffe Benkert für die Gewinnung von Kies, Schotter und Muschelkalkfelsen genutzt wird. Nördlich davon befindet sich ein weiterer, weitaus kleinerer Steinbruch, der seit längerem nicht mehr wirtschaftlich genutzt wird und den Status eines Geotops hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Thüngersheim besteht aus dem Altort und dem Ortsteil Staustufe.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

n Rot der auf einem widersehenden, blau bewehrten grünen Drachen stehende, golden nimbierte Erzengel Michael mit silberner Rüstung und silbernem Mantel; auf der Brust ein blaues Schildchen mit silbernem Schrägbalken, der mit drei blauen Ringen belegt ist; in der Rechten ein silbernes Schwert, in der Linken eine goldene Waage.

Wappendeutung[Bearbeiten]

Der Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (1573 bis 1617) verlieh dem Ort mit Wappenbrief von 1581 das Wappen mit dem Erzengel Michael, der auf seiner silbernen Rüstung das Familienwappen des Fürstbischofs trägt. Das Wappen ist auch auf einer Ortsfahne von 1616 überliefert, die noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts existierte. 1806 stellte der Ort die Wappenführung im Siegel ein. Die Wiederannahme erfolgte 1835. Seine endgültige Fassung erhielt das Wappen 1952.

Religion[Bearbeiten]

Konfessionen[Bearbeiten]

Thüngersheim ist eine überwiegend katholische Gemeinde mit der Pfarrkirche St. Michael. Seit 2003 besteht eine Pfarreigemeinschaft mit St. Maternus in Güntersleben.

Kreuzbergwallfahrt[Bearbeiten]

Ein herausragendes religiöses Ereignis ist die Thüngersheimer Kreuzbergwallfahrt, die einmal im Jahr, um das Fest Kreuzerhöhung stattfindet. Sie führt zum heiligen Berg der Franken, dem Kreuzberg in der Rhön. Vermutlich geht sie auf ein Gelöbnis aus der Zeit der Pest zurück und ist bereits im frühen 18. Jahrhundert nachgewiesen. Heute wird sie von der wiedergegründeten Kreuzbruderschaft durchgeführt.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht seit 1996 mit Saint-Aignan-de-Grand-Lieu, einer französischen Gemeinde im Département Loire-Atlantique.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ortimpressionen und Bauwerke[Bearbeiten]

  • Sehenswert ist zum einen die Pfarrkirche St. Michael (Thüngersheim) (siehe Literatur weiter unten).
  • Von den ehemals vier Torhäusern der Befestigungsanlage sind noch drei erhalten: das Würzburger Tor, das Retzstadter Tor und das Hirtentor.

Bibliotheken[Bearbeiten]

Gemeindebibliothek im Alten Rathaus und Katholische Öffentliche Bücherei im Pfarrheim

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Thüngersheim ist Sitz der 1930 gegründeten Winzergenossenschaft Thüngersheim eG. Mit über 200 Hektar Rebfläche ist Thüngersheim eine der größten Weinbaugemeinden Frankens.

Verkehr[Bearbeiten]

Thüngersheim liegt an der Bundesstraße 27 Eine Mainlände dient als Schiffsanlegestelle für die Personenschifffahrt. Die Buslinie Würzburg-Karlstadt bzw. Würzburg-Retzstadt führt durch Thüngersheim.

Eisenbahn.png Nächste Bahnstation: Thüngersheim


Gewerbebetriebe[Bearbeiten]

Landwirtschaftliche Betriebe 1998: 98 (davon 65 Betriebe unter 2 ha, 27 Betriebe 2 bis 20 ha und 2 Betriebe mehr als 30 ha) 18 Handwerksunternehmen mit 110 Beschäftigten (31. März 1995)

Weinbau[Bearbeiten]

Weinbau / Winzer in Thüngersheim:

Bildung[Bearbeiten]

Georg-Anton-Urlaub-Grundschule

Einzige Schule ist die Georg-Anton-Urlaub-Grundschule (bis zur vierten Klasse). Die Teilhauptschule besteht seit dem Schuljahr 2004/2005 nicht mehr.

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Georg Sebastian Urlaub (* 1685 in Thüngersheim; † 1763 in Thüngersheim), ein fränkischer Maler des Barock (Vater von Georg Anton Urlaub)
  • Georg Anton Urlaub (* 1713 in Thüngersheim; † 1759 in Würzburg), ein fränkischer Maler des Barock
  • Adolf Bauer (* 26. Mai 1945 in Thüngersheim), bischöflicher Finanzdirektor und Bürgermeister von Würzburg

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Valentin Hart: Main, Wein, Thüngersheim. 1933.
  • Richard Glaab: Thüngersheim - Gegenwart und Vergangenheit einer mainfränkischen Winzergemeinde. Thüngersheim, Gde. (Hrsg.), 1982.
  • Adam Oechsner: Die Mundart von Thüngersheim. Würzburg, Univ., Diss., 1920.
  • August Zeyer: Schöa worsch - Der Thüngersheimer August Zeyer erzählt in Mundart und Prosa aus seinem Leben. Selbstverlag, Thüngersheim, 1989.
  • St. Michael Thüngersheim, Schnell Kunstführer Nr. 1565. Schnell und Steiner, München, 1986.
  • Christine Brandl: Vom Härwest bis Foosenocht
  • Wolfgang Kümper: Georg Sebastian Urlaub. Ein mainfränkischer Barockmaler. (Mainfränkische Hefte 89, 108 Seiten, 42 Abbildungen). Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V., Würzburg, 1989.
  • Peter Rückert: Ravensburg und Falkenberg. Die Geschichte zweier Burgen in der Stauferzeit. Würzburg, Selbstverlag der Flurbereinigungsdirektion, 74 Seiten, 1992.
  • Wolfgang Brückner: Die Wallfahrt zum Kreuzberg in der Rhön. Echter, Würzburg, 1997. Ein Buch über die Würzburger Kreuzbergwallfahrt, enthält aber auch einige Seiten über die Thüngersheimer Wallfahrt.
  • Gemeinde Thüngersheim (Hrsg.): Thüngersheim - Ein Winzerort in Mainfranken. Vorbereitende Untersuchungen zur Ortsanierung nach Baugesetzbuch, Bericht 1 (30. November 2000)

Quellen[Bearbeiten]

  • 900 Jahre Thüngersheim: Ortschronik der Gemeinde Thüngersheim, 1998

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz-Josef Bendel, Franz Heidingsfelder, Max Kaufmann, Georg Schrötter: Urkundenbuch der Benediktinerabtei St. Stephan in Würzburg I, Leipzig 1912, II, Würzburg 1932, Nr. 16
  2. Stephan Ankenbrand: Die Ortsnamen des Landkreises Würzburg, Würzburg 1952, S. 39
  3. Christian Peschek: Die Kelten in Unterfranken im Spiegel der Bodenfunde. im Mainfränkischen Jahrbuch für Geschichte und Kunst 11 (1959), S. 16f.
  4. Christian Peschek: Vor- und Frühzeit Unterfrankens. in Mainfränkische Hefte 38 (1961), S. 70f.

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