Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg gehört zu den Hochschulen mit einer sehr langen Tradition: Sie wurde (nach einer ersten, bald gescheiterten Gründung 1402) im Jahre 1582 von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn gegründet. Die Universität ist Mitglied der Coimbra-Gruppe.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Studentenzahl

Im Wintersemester 20010/11 sind an der Universität Würzburg 22.275 Studierende eingeschrieben, davon 12.892 Studentinnen. Der Frauenanteil beträgt damit 57,9% Prozent. 1.576 Studenten kommen aus dem Ausland (7,1% aller Studierenden). Die meisten Studenten zählt die philosophische Fakultät. [1]

[Bearbeiten] Studiengänge

Der internationale Studiengang Space Master, der Bayerische Elite-Studiengang "FOKUS Physik", die Technische Informatik, die Wirtschaftsmathematik, die Biomedizin, Modern China (B.A.), das Executive MBA-Programm Business Integration oder der Diplom-Ingenieur-Studiengang Nanostrukturtechnik sowie der Studiengang "Technologie der Funktionswerkstoffe": Das sind die jüngsten "Kinder" unter den zahlreichen Studiengängen der Universität Würzburg, zu denen auch Studiengänge wie der Aufbaustudiengang Europäisches Recht gehören.

Zum Wintersemester 2007/08 wurde ein großer Teil der Studiengänge auf das Bachelor/Master-System umgestellt.

[Bearbeiten] Fakultäten

Bei der Neugründung 1582 gab es zunächst die Fakultäten für Theologie und Philosophie, welchen bald die Juristische und die Medizinische Fakultät folgten. In der weiteren Entwicklung kamen 1937 eine Mathematisch-Naturwissenschaftliche (entstanden aus der Fakultät Philosophie) und 1968 eine Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät dazu. 1972 folgte Pädagogik als siebte Fakultät. Bei der Hochschulreform 1974 wurde die Struktur völlig verändert; es entstanden schließlich zunächst 13 Fakultäten, ehe Pädagogik 1977 aufgelöst und anderen Fakultäten zugeordnet wurde.

Zum Wintersemester 2007/08 wurden die Fakultäten teilweise neu gegliedert: Die Fakultät für Geowissenschaften wurde aufgelöst und das Institut für Geographie der neuen Philosophischen Fakultät I zugeordnet, die aus der Fusion der bisherigen Philosophischen Fakultäten I + II entstand. Die bisherige Philosophische Fakultät III wurde zur Philosophischen Fakultät II. So hat die Universität derzeit zehn Fakultäten:

  1. Katholisch-Theologische Fakultät
  2. Juristische Fakultät
  3. Medizinische Fakultät
  4. Philosophische Fakultät I (Historische, Philologische, Kultur- und Geographische Wissenschaften)
  5. Philosophische Fakultät II (Philosophie, Psychologie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften)
  6. Fakultät für Biologie
  7. Fakultät für Chemie und Pharmazie
  8. Fakultät für Mathematik und Informatik
  9. Fakultät für Physik und Astronomie
  10. Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät


[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Erste Gründung 1402

Die Universität Würzburg wurde erstmalig am 10. Dezember 1402 durch Fürstbischof Johann von Egloffstein als „Hohe Schule zu Würzburg“ gegründet, womit sich Würzburg in die Gruppe der Städte mit den ältesten Universitäten im damals deutschsprachigen Raum einreihte - Prag (1348), Wien (1365), Heidelberg (1386), Köln (1388) und Erfurt (1392). Insofern ist Würzburg damit auch die älteste Universität Bayerns. Der Lehrbetrieb musste jedoch bereits kurze Zeit nach dem Tod des Fürstbischofs Egloffstein ausgesetzt werden. Gründe für den Niedergang waren neben der mangelhaften Finanzierung und der Ermordung des Kanzlers der Universität durch seinen Kammerdiener und Beschwerden über den angeblich ausschweifenden Lebensstil der Studenten.

[Bearbeiten] Neugründung 1582

Es dauerte etwa 180 Jahre, bis 1582 der Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (1545–1617) im Zuge der Gegenreformation die Universität erneut gründete (siehe auch Erasmus Neustetter genannt Stürmer). Dieses Mal war die Finanzierung allerdings besser abgesichert und auch die Vorschriften für die Studenten waren strenger. Das Siegel entstand erst im darauffolgenden Jahr, weswegen dort das Jahr 1583 zu sehen ist.

Die Universität stand zunächst nur Studenten katholischer Konfession offen. Mit der von Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn im Jahr 1734 neu erlassenen Studienordnung, öffnete sich das Studium auch Nicht-Katholiken. Ihren kirchlich-katholischen Charakter verlor die Einrichtung allerdings erst im frühen 19. Jahrhundert während des Übergangs von Würzburg an die bayerische Herrschaft.

[Bearbeiten] Universität und Stadt

Die Stadt Würzburg ist stark von ihren Hochschulen geprägt: Heute sind hier rund 21.200 Studenten und Studentinnen an der Universität eingeschrieben. Hinzu kommen rund 7000 Studierende der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt und an die 750 an der Hochschule für Musik. Die Studierenden machen damit gut 20 Prozent der Bevölkerung Würzburgs aus.

Mit ihren insgesamt über 10.000 Beschäftigten gehören die Universität und ihr Klinikum zu den größten Arbeitgebern in der Region.

Durch das historische Wachstum sind die Institute und Kliniken der Julius-Maximilians-Universität über das ganze Stadtgebiet verteilt. Einrichtungen befinden sich unter anderem an folgenden Orten:

  • Dallenberg (Botanik mit Botanischem Garten, Pharmazeutische Biologie),
  • Grombühl (Medizin, Unikliniken),
  • Am Hubland (Unibibliothek, Rechenzentrum, Biozentrum, Germanistik, Anglistik, Romanistik, Kunstgeschichte, Geschichte, Chemie, Pharmazie, Lebensmittelchemie, Physik, Astronomie, Mineralogie, Mathematik, Informatik, Geologie, Geographie, Teile der Pädagogik, Neues Sportzentrum, Robotikhalle),
  • Wittelsbacherplatz (Soziologie, Politische Wissenschaft, Pädagogik, Sonderpädagogik),
  • Neue Universität am Sanderring (Wirtschaftswissenschaften, Theologie),
  • Residenz (Altphilologie, Ägyptologie, Orientalistik, Philosophie, Alte Geschichte,Vor- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie),
  • Alte Universität Domerschulstraße (Jura),
  • Innenstadt und Pleich (Geologie, Paläontologie, Zentrum für Infektionsforschung, Zahnmedizin),
  • Röntgenring (Anatomie, Physiologie, Psychologie),
  • Versbacher Straße (Pharmakologie, Toxikologie, Rudolf-Virchow-Zentrum, Virologie, Medizinische Strahlenkunde).
  • Judenbühlweg (Sportzentrum)

Diese Liste ist nicht vollständig.

[Bearbeiten] Nobelpreisträger

[Bearbeiten] Nobelpreis-Träger die mit der Universität in Verbindung stehen

Aus der Universität Würzburg gingen bisher 14 Nobelpreisträger hervor:

1901 Nobelpreis für Physik
1902 Nobelpreis für Chemie
1907 Nobelpreis für Chemie
1911 Nobelpreis für Physik
1919 Nobelpreis für Physik
1935 Nobelpreis für Medizin
1985 Nobelpreis für Physik. Entdeckte den Quanten-Hall-Effekt
1988 Nobelpreis für Chemie; für die Aufklärung des Photosynthese-Reaktionszentrums in Purpurbakterien.
2008 Nobelpreis für Medizin; für die Entdeckung, dass Viren Gebärmutterhalskrebs auslösen können.

[Bearbeiten] Nobelpreisträger die kurzfristrig an der Universität Würzburg waren

  • Svante Arrhenius (* 19. Februar 1859 auf Gut Wik bei Uppsala; † 2. Oktober 1927 in Stockholm), war Student in Würzburg in den Jahren 1886-1887
1903 Nobelpreis für Chemie
  • Ferdinand Braun (* 6. Juni 1850 in Fulda; † 20. April 1918 in New York City), Er Assistent von 1872 bis 1874 an der Universität Würzburg
1909 Nobelpreis für Physik
  • Walther Hermann Nernst (* 25. Juni 1864 in Briesen/Westpreußen; † 18. November 1941 in Zibelle bei Bad Muskau). Er studierte in Würzburg und legte hier 1887 seine Promotion vor.
1920 Nobelpreis für Chemie
  • Karl Landsteiner (* 14. Juni 1868 in Baden bei Wien; † 26. Juni 1943 in New York), wirkte in Würzburg 1892
1930 Nobelpreis für Medizin
  • Max von Laue (* 9. Oktober 1879 in Koblenz; † 24. April 1960 in Berlin), wirkte 1916 in Würzburg zusammen mit Wilhelm Wien.
1914 Nobelpreis für Physik

[Bearbeiten] Bedeutende Gelehrte an der Universität Würzburg

  • 1629 Athanasius Kircher (* 2. Mai 1602 in Geisa (Rhön); † 27. November 1680 in Rom), Jesuit
Mathematiker, Ethiker und Sprachgelehrter
Mediziner
Historiker und Theologe
Staatsrechtler
Philosoph
  • 1838 Franz von Rinecker (* 3. Januar 1811 in Scheßlitz bei Bamberg; † 21. Februar 1883 in Würzburg)
Mediziner
  • 1840 Carl von Edel (* 10. August 1806 in Aschaffenburg; † 16. September 1890 in Würzburg)
Jurist
Mediziner
Mediziner
Theologe
  • 1863 Felix Dahn (* 9. Februar 1834 in Hamburg; † 3. Januar 1912 in Breslau)
Rechtshistoriker und Schriftsteller
  • 1866 Franz Brentano (* 16. Januar 1838 in Marienberg bei Boppard am Rhein; † 17. März 1917 in Zürich)
Philosoph
  • 1868 Matthias von Lexer (* 18. Oktober 1830 in Liesing im Lesachtal; † 16. April 1892 in Nürnberg)
Germanist
  • 1868 Julius von Sachs (* 2. Oktober 1832 in Breslau; † 29. Mai 1897 in Würzburg)
Botaniker
  • 1869 Friedrich Prym, (* 28. September 1841 in Düren; † 15. Dezember 1915 in Bonn)
Mathematiker
  • 1878 Josef Kohler (* 9. März 1849 in Offenburg; † 3. August 1919 in Charlottenburg)
Jurist
  • 1884 Hermann Schell, (* 28. Februar 1850 in Freiburg im Breisgau; † 31. Mai 1906 in Würzburg)
Theologe
  • 1888 Christian Meurer (* 20. Januar 1856 in Camberg; † 6. März 1935 in Würzburg)
Jurist
  • 1893 Theodor Boveri, (* 12. Oktober 1862 in Bamberg; † 15. Oktober 1915 in Würzburg)
Zoologe
  • 1894 Oswald Külpe (* 3. August 1862 in Kandau, Kurland; † 30. Dezember 1915 in München)
Philosoph und Psychologe
  • 1898 Sebastian Merkle (*28.8.1862 in Ellwangen/Jagst; † 24.4.1945 in Wargoldshausen/Grabfeldgau)
Theologe
Theologe
  • 1909 Emil Hilb, (* 26. April 1882 in Stuttgart; † 6. August 1929 in Würzburg)
Mathematiker
Klassischer Philologe

[Bearbeiten] Auszeichnungen der Universität Würzburg

[Bearbeiten] Ehrensenatoren

Die Verleihung des Titels Ehrensenators stellt die höchste Auszeichnung dar, welche die Uni Würzburg zu vergeben hat.

[Bearbeiten] Ehrenbürger der Universität Würzburg

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[Bearbeiten] Medaille "Bene Merenti"

Die in mehreren Stufen zu verleihende Verdienstmedaille "Bene Merenti", erhalten jene welche sich für besondere Verdienste um die Universität Würzburg auszeichneten

[Bearbeiten] Träger der Goldenen-"Bene Merenti-Medaille"

[Bearbeiten] Träger der Silbernen-"Bene Merenti-Medaille"

"Bene Merenti" in Silber

  • 1981 Franz Märtirer, Feinmechanikermeister
  • 1982 Walter Brod, Mediziner.
  • 1987 Roland Horster (1987),Schatzmeister des Universitätsbundes.
  • 2000 Peter Sedlacek, Leiter der Dekanatskanzlei der Philosophischen Fakultät der Universität Umea (Schweden)
  • 2001 Erich Oetheimer, Professeur d' Allemand, Universität Caen (Frankreich), für seinen Einsatz in der Universitätspartnerschaft zwischen Caen und Würzburg sowie für die deutsch-französische Freundschaft.
  • 2005 Gerhard Egert (2005), Leitender Akademischer Direktor bei der Fakultät für Physik und Astronomie.
  • 2007 Reinhilde Merkert, Chemielaborantin, Institut für Molekulare Infektionsbiologie.
  • 2009 Prof. Werner Wegstein

[Bearbeiten] Träger der bronzenen "Bene Merenti-Medaille"

[Bearbeiten] Auszeichnungen die Personen der Universität Würzburg erhielten

[Bearbeiten] Leibniz-Preis

Die von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) jedes Jahr verliehene Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preise - welche auch als die "deutschen Nobelpreise" bezeichnet werden - erhalten alljährlich zehn herausragende deutsche Wissenschaftler.

[Bearbeiten] Leibnitz-Preisträger

  • 1986 Prof. Dr. Ulrich Heber, Professor für Botanik an der Uni Würzburg von 1971 bis zur Emeritierung 1996.
  • 1986 Prof. Dr. Otto Ludwig Lange. Er hatte von 1963 bis zu seiner Emeritierung 1992 den Lehrstuhl für Botanik II an der Uni Würzburg inne.
  • 1987 Prof. Dr. Hans-Peter Zenner. Er folgte 1988 einem Ruf auf den Lehrstuhl für HNO-Heilkunde der Uni Tübingen.
  • 1990 Prof. Dr. Ingrid Grummt. Sie wechselte von der Uni Würzburg ans Deutsche Krebsforschungszentrum, Abteilung Molekularbiologie der Zelle.
  • 1990 Prof. Dr. Bert Hölldobler, Zoologie
  • 1999 Prof. Dr. Martin Lohse, Pharmakologie
  • 2001 Prof. Dr. Ulrich Konrad, Musikwissenschaft
  • 2006 Prof. Dr. Thomas Mussweiler, Psychologie
  • 2009 Prof. Dr. Holger Braunschweig, Chemie

[Bearbeiten] Studenten der Universität die lexigraphisch faßbar sind

  • Jacob Fidelis Ackermann (* 23. April 1765 in Rüdesheim; † 28. Oktober 1815 in Rüdesheim), studierte bei Karl Kaspar von Siebold-
  • Dr. jur.Karl von Abele (6.Oktober 1778 in Wien; † 17. November 1835 Rottenburg), studierte ab 1793 Rechtswissenschaft-
  • Georg Franz Blasius Adelmann von (28. Juni 1811 in Fulda; † 16. Juni 1888 in Berlin), Mediziner; studiert auch an der Universität Würzburg
  • Hans Konrad Karl Ackermann (17. September 1825 in Wismar; † 22. November 1896 in) studierte Medizin an der Universität Würzburg
  • Albert Adamkiewicz (11. August 1850 in Zerkow; † 30. Oktober 1921 in Wien), Mediziner. Studierte u.a. an der Universität Würzburg
  • Narciß Kaspar Ach (19. Oktober 1871 in Ermershausen, † 25. Juli 1946 in München), Arztenssohn, Psychologe, Studierte an der Universität Würzburg
  • Karl Abraham (3. Mai 1877 Bremen; † 25. Oktober in Berlin), Psychoanalytiker. Studierte ab 1901 an der Universität Würzburg, war einer der frühen Schüler Sigmund Freuds

[Bearbeiten] Sportliche Erfolge

Die Fußballmannschaft der Uni Würzburg wurde 2009 deutscher Hochschulmeister und hat sich somit für die Hochschuleuropameisterschaft im Jahr 2010 qualifiziert.

[Bearbeiten] Sonstiges

  • Im Turm der Neubaukirche (Aula der Universität), der mit seinen 91 Metern der höchste Kirchturm der Stadt ist, befindet sich eins von vier Carillons in Bayern. Auf ihm werden zwischen Ostern und Weihnachten immer mittwochs um 17:30 Uhr öffentliche Konzerte (ca. 30 Minuten Dauer) gespielt.
  • Mit dem Executive MBA-Studiengang Business Integration war die Universität Würzburg eine der ersten staatlichen Universitäten in Deutschland mit einem für Berufstätige passenden Weiterbildungsprogramm. Den Teilnehmern werden innerhalb von 24 Monaten berufsbegleitend alle betriebswirtschaftlichen Kenntnisse zur Übernahme von Führungspositionen in Unternehmen vermittelt.

[Bearbeiten] Bilder

Das 2011 eröffnete Zentrale Hörsaal- und Seminargebäude am Hubland-Campus
Blick auf die Hubland-Mensa
Universitätsbibliothek und Roter Platz (Sanierung 2009 bis 2011)
Das Campus-Gelände am Hubland, mittig im Hintergrund der Naturwissenschaftliche Hörsaalbau
Neue Universität am Sanderring (Sanderuni)

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.uni-wuerzburg.de/ueber/universitaet_wuerzburg/zahlen0/studierende/


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